Montag, 2. November 2009

Ruhrgebietsküche: „ReVier“-Menü im Weinrestaurant „Julius“





Mit über 50 Personen ausverkauft war am Samstag das „Herbst-Menü“ im Weinrestaurant „Julius“ in Herne. „ReVier“-Koch Julius Meimberg präsentierte seinen Gästen fantasievolle und durchdachte Neuinterpretationen klassischer Gerichte aus dem Ruhrgebiet, angeregt durch die traditionelle westfälische Küche und die Küchen der Arbeitsimigranten, die Bergmannsküche und die Rezepte von Henriette Davidis. Das Menü war ein gelungenes Beispiel dafür, was das Ruhrgebiet auf kulinarischem Gebiet zu bieten hat. Es muss nicht immer Currywurst sein.

Als Gruß aus der Küche gab es geräucherte Makrele an einem Schäumchen von Linse und Meerettich. Dem folgte der selbst schon klassische Westfalenburger à la Julius als Variation von Himmel und Erde mit Fritten vom Kürbis (1). Polnisch inspiriert kam die Roulade vom Zander auf Bigosch daher (2). Henriette Davidis hätte sich über die Kartoffel-Rosette mit Tafelspitzscheibchen vom Herefordrind als Interpretation von Spanisch Fricco gefreut (3). Höhepunkt, so meint der Genießer, war die Eichelschweinschulter auf feinem Bohnengemüse mit Birne und Apfel, Chrorizo und Pancetta, ein Tribut ans Westfälische Blindhuhn mit Anklängen an die mediterrane Küche der Gastarbeiter (5). Westfälisch wiederum vollendete als Dessert ein Pumpernickelparfait mit Apfelspalten, Haselnüssen und Korinthen samt einer eigenwilligen Schwarzbiersahne das Menü (6).
Überragend die Weinauswahl, die das Menü begleitete: 2000 Riesling trocken von Wittmann, 2008 Weißburgunder & Chardonnay von Becker-Landgraf, 20008 Dittelheimer Chadonnay von Winter, 2007 Gau-Odernheim St. Laurent von Landgraf-Becker und 2007 Oppenheimer Riesling Auslese von Manz ergänzten die Aromen der Gerichte.
Am 14. November serviert „Julius“ dieses Menü noch einmal. Noch sind Plätze frei (Anmeldung hier).

1 Kommentar:

  1. Das Manifest einer kulinarischen Bewegung im Ruhrgebiet ist schon mehr als fragwürdig.

    Eine eigenständige Küche des Ruhrgebiets kann es nicht geben.

    Hier soll wieder mal der Mythos des eigenständigen Ruhrgebiets entstehen, mit einer eigenständigen Küche.

    Die Rheinische, die Bergische und die Westfälische Küche dürfte im allgemeinen bekannt sein.

    Endivien durcheinander, Sauerkraut mit weißen Bohnen, Pfannkuchen, Heringsstipp, Flönz, Himmel un Ääd, sind typisch Rheinische Gerichte.

    In der Bergischen Küche finden sich Elemente der Rheinischen und der Westfälischen Küche. Pillekuchen, Bergische Bratwurst, die Bergische Kaffeetafel, Bergische Waffeln und die Dröppelmina, das ist so ziemlich bekannt.

    Das Henriette Davidis, die bekannte Kochbuchautorin aus Westfalen jetzt ein Kochbuch für das Ruhrgebiet geschrieben haben soll, das schlägt dem Fass den Boden aus!
    Henriette Davidis, an ersten 1. März 1801 in Wengern geboren und am 3. April 1876 in Dortmund gestorben, hat praktisch nicht ein mal im Ruhrgebiet gelebt, da das Ruhrgebiet zur jener Zeit nicht vorhanden war.

    Westfälische Gerichte sind Pfefferpotthast, Blindhuhn, Pumpernickel, Westfälischer Schinken. Das dürfte jeden Ruhrgebietskoch bekannt sei.

    Es fragt sich dann dann nur, woher die Ruhrpottküche stammen soll. Soll es die Küche der Einwanderer sein? Döner und Pizza gibt es in ganz Deutschland. Currywurst mit Pommes auch.

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