Montag, 11. März 2019

Butter bei die Fische: Bretonische Sardinen

Zugegeben: Es ist einfach, sich seine Ölsardinen-Spezialitäten bei einem einschlägigen Sardinen-Dealer online zu bestellen. Wesentlich pikanter ist es jedoch, wenn man einen eigenen Ölsardinen-Kurierdienst direkt aus der Bretagne hat wie der Genießer. Andrea, eine Kollegin meiner verstorbenen Schwester Inge, ist Bretagne-Fan durch und durch und hat sogar ein Haus im Finistère, der westlichsten Landspitze Frankreichs. Von dort bringt sie mir gelegentlich Jahrgangs-Sardinen mit. Doch als ich sie bat, auch einmal nach den für die Region typischen Sardinen in Butter zu sehen, wurde sie vor Ort nicht fündig. In den Supermärkten und regionalen Spezialitäten-Boutiquen mit ihrem überreichen Angebot an Fischkonserven gab es sowas nicht. „Komm doch einmal her und guck selber“, sagte sie.

Andrea vor ihrem Haus in der Bretagne

Das ließ ich mir nicht zweimal sagen. Etwas mehr als ein Woche ging es Ende Februar/Anfang März in die Bretagne – im milden Winter mit 12 bis 15 Grad, Wind und Sonnenschein zeigte sich die lieblich-rauhe, keltisch geprägte Heimat von Asterix und Obelix (und gleichzeitig das Revier von Kommissar Dupin) von ihrer wunderbarsten Seite.

Und in der Tat: Von Buttersardinen keine Spur. Also machten Andrea und ich uns am Mardi Gras auf eine Expedition auf die etwa 180 Kilometer entfernte Halbinsel Quiberon (jaja, die Bretagne ist groß!). In den Werksverkäufen der dort ansässigen renommierten Fischfabriken hofften wir, fündig zu werden.

 Sardinen in Butter

Der Genießer im Sardinenparadies

Auf Quiberon war der Genießer schließlich im Sardinenparadies. In Baratte-Butter, in Butter mit Buchweizen, Algen oder Yuzu - bei „La Quiberonnaise“ hatten sie sogar Sardinen in der Butter des bretonischen Butterpapstes Bordier aus Saint Malo. Aber auch bei „La Belle-Iloise“ und kleineren Produzenten wie „Jeannettes“ wurde ich fündig. Um drei Säcke Buttersardinen-Dosen reicher und um ein kleines Vermögen ärmer verließ der Genießer schließlich die schmucke Halbinsel wieder.

Buttersardinen in der Dose.
Die Dose wurde im Wasserbad angewärmt, so dass die Butter geschmolzen ist.

Wieder zurück in Bochum, war es dann ein erstes, ein sehr einfaches Rezept auszuprobieren, das auf einem Werbeflyer von „La Bel-Iloise“ abgedruckt war, den ich aber in der Hektik wieder verloren hatte: Buttersardinen mit Kartoffelpüree überbacken. Also ging‘s ans Improvisieren.

Es empfiehlt sich, die geschlossene Dose im Wasserbad zu erwärmen, damit die Butter flüssig wird. Dann kann man die die Sardinen entnehmen, ohne dass sie zerbrechen und die Butter bis zum letzten Tropfen zur weiteren Verwendung ausgießen. Ich verteilte die Sardinen auf ein duftiges Kartoffelpüree, dekorierte sie mit ein paar Salicornes, bestreute sie mit etwas geriebenem Emmentaler und ein paar Semmelbröseln, goss die flüssige Sardinenbutter darüber und überbuk das ganz im Rohr, bis es etwas braun wurde. Dazu ein grüner Salat und ein Gläschen Muscadet – einfach herrlich. Der Ausflug in die Bretagne hatte sich gelohnt.

Rezept: Buttersardinen mit Kartoffelpüree überbacken

1 Dose Sardinen in Butter
Kartoffelpüree von 400 g Kartoffeln (Rezept hier)
Salicornes
geriebener Emmentaler
Semmelbrösel

Kartoffelpüree nach Rezept (klick hier) herstellen und auf zwei schalen verteilen. Salicornes evtll. In Stücke schneiden. Geschlossene Sardinendose in heißem Wasser erwärmen. Dose öffnen, Sardinen entnehmen und auf die Schalen mit dem Püree verteilen. Mit Salicornes dekorieren, mit geriebenem Emmentaler und Semmelbrösel bestreuen und mit der flüssigen Sardinenbutter übergießen. Im heißen Ofen überbacken.

 Quiberon am Mardi Gras 2019

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Kommentare:

  1. Hallo lieber Geniesser, dieses Rezept hört sich gigantisch an, wir lieben Sardinen.
    Wahrscheinlich bekommen wir aber diese Buttersardinen auch nicht, kann man die "normalen" Jahrgangssardinen evtl auch mit Butter "behandeln" oder kennen Sie eine Quelle hier. Danke Luisa

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    1. a) Die Sardinen in Butter gibt es in Berliner und Düsseldorfer Onlie-Shops, einfach mal googeln.
      b) Schmeckt auch mit Ölsardinen.

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  2. Das war ein schöner Ausflug! Ein einfaches aber interessantes Rezept, das ich so noch nicht kannte

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