Samstag, 2. Juni 2012

Mit neuem Konzept: „Julius“ in Herne



Hartmut Julius Meimberg (rechts) und Mark Rittinghaus

Eigentlich wollte Hartmut Julius Meimberg zu seinem 60. Geburtstag ja kürzer treten. Zur Leitung seiner gleichnamigen Weinhandlung holte er Richard Gerdesmann mit ins Boot, und für das dazu gehörige Weinrestaurant „Julius“ den Konditorensohn Koch Mark Rittinghaus. Doch mit der Idee, das Restaurant, in dem bislang nur die bekannten Wein-Menüveranstaltungen an Wochenenden stattfanden, durch ein Tagesbistro zu erweitern, kam alles anders.

Es bestand die Möglichkeit, ein neben Weinhandlung und altem „Julius“ liegendes, 120 Quadratmeter großes Ladenlokal in den Meimberg’schen Genusskomplex an der Herner Bahnhofstraße / Ecke Viktor-Reuter-Straße zu integrieren. Monatelang wurde umgebaut, ein Durchbruch zur Küche geschaffen, ein Bistro eingerichtet, das mit seiner modernen Einrichtung mediterranen Chic mit der Coolnes eines Edward-Hopper-Bildes verbindet. Ursprünglich sollte so schon Anfang März eröffnet werden, doch es dauerte schließlich noch bis Mai, bis alle Genehmigungen vorlagen. Rechtzeitig zur Gourmetmeile „Herner Symphonie“, die direkt vor der Haustür stattfand, ging der Betrieb los.

Mit dem Ergebnis: Hartmut Julius Meimberg unterstützt Mark Rittinghaus tatkräftig und steht zum Anschub des Geschäfts täglich in der Küche und bereitet die À-la-carte-Gerichte zu. Dabei praktiziert der Gründer von Slow Food Mittleres Ruhrgebiet durchaus die Ideen der Genießervereinigung. Alles wird frisch aus bestem Zutaten gekocht, und neben der Vorliebe für die elegante Häppchenkultur der spanischen Tapas kommt auch Meimbergs Leidenschaft für die neue Ruhrgebietsküche zur Geltung, die Meimberg mit der Köche-Gruppe „ReVier“ entdeckt hat. Neben einer hübschen Tapas-Auswahl zwischen 3,50 und 8 Euro gibt es wechselnde Mittagsgerichte von 6,90 bis 9,90 Euro und Wochenmenüs für 19,90 Euro, auf Wunsch mit Weinauswahl.  Und selbstverständlich lässt sich im neuen „Julius“ das komplette Angebot der Weinhandlung probieren. Mit dem Torten- und Kuchenangebot soll die Tradition des alten Herner "Cafés Central" angeknüpft werden.

Von Kürzertreten ist also nicht mehr die Rede. Zu den Wein-Menüveranstaltungen im alten „Julius“, die Hartmut Julius Meimberg natürlich immer noch bestreitet, kommt jetzt auch noch die Tagesfron des À-la-Carte-Geschäfts dazu. Doch Julius ist voller Tatendrang. Ein weiteres Großprojekt läuft parallel. In Pfälzischen Hainfeld bei Neustadt an der Weinstraße haben Meimberg und seine Frau einen Winzerhof gekauft, der zu einer Ferienanlage umgebaut wird – natürlich mit einer Küche für Kochkurse. Noch in diesem Jahr soll der Betrieb losgehen.

Der Genießer hatte Gelegenheit, ein Wochenmenü im „Julius“ zu probieren, eine leichte, geschmacklich variationsreiche Komposition, die Appetit auf mehr machte. (24,90 Euro inkl. Weinauswahl)

Frisch und säuerlich:
Frischkäse auf grüner Marinade auf Staudensellerie und Rucola
Im Glas: 2011 Weißburgunder trocken, Kallstadt

Butterzart:
Scheibchen vom Hirschrücken in Rotweinsauce gegart,
dazu Rigatoni mit Schmorgemüse
Im Glas: 2010 Rosso Veronese IGT "Serai",Vallerio Zenato

Panna Cotta "Julius" mit Espressohaube,
Erdbeer-Rhabarber-Kompott mit Ingwer

Wein- und Speiselokal Julius, Herne, Bahnhofstr. 62. Mo-Do 11 bis 19, Fr, Sa bis Mitternacht.

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