Mittwoch, 29. September 2010

Aus dem Archiv: Manufactum Gasthaus Lohnhalle - Feinste Produkte statt kargem Lohn

Der Text erschien erstmals in "Dortmund genießt 2011".

Wie ein Versailles der Arbeit liegt die ehemalige, aufwendig renovierte Jugendstil-Zeche Waltrop am Ende der Hiberniastraße in dem gleichnamigen westfälischen Städtchen nördlich von Dortmund. Heute residiert hier u.a. das Kaufhaus Manufactum, das sich einem einfachen Motto verschrieben hat: „Es gibt sie noch, die schönen Dinge.“ Handwerklich gediegen, funktional, ästhetisch und (leider) auch teuer sind die Waren, die man dort kaufen kann. In der „brot&butter“-Abteilung gibt es eine kleine, aber feine Lebensmittelauswahl. Ob vom Slow-Food-Presidio auf den Äolischen Inseln zertifizierte Kapern, Pumpernickel vom Seppenrader Bäcker Holtermann oder Senf aus der Schwerter Senfmühle - alles ist im wahrsten Sinne des Wortes vom Feinsten.

Doch was wäre ein Kaufhaus ohne Kaufhausrestaurant? Im „Gasthaus Alte Lohnhalle“ versucht Manufactum, den Shoppingkunden (und den Mittagspäuslern der umliegenden Betriebe) in industrie-kulturellem Ambiente exklusive Labsal und Erquickung zu bieten. Bestellt man zum Beispiel den „brot&butter-Teller“ (8,90 Euro), so schreitet die Bedienung in den „brot&butter“-Laden, um sich dort den Bio-Aufschnitt, den Bio-Käse und das Bio-Brot zu holen. Fruchtsäfte kommen von der Edelkelterei van Nahmen in Hamminkeln, Bier vom Münsteraner Bio-Pionier Pinkus Müller.

Gediegen sind auch die größeren Gerichte, die angeboten werden. Herzhaft und traditionell, mit modernem bürgerlichem Chic angerichtet, kam beim Testessen das Bürgermeisterstück mit Wurzelgemüse, Butterkartoffeln und Frankfurter Grüner Sauce auf den Tisch (12,50 Euro). Dazu war dieses spezielle Stück Rindfleisch wie ein Tafelspitz gekocht worden, die Grüne Sauce jedoch nicht so scharf wie der Meerrettich beim Wiener Klassiker. Zum Nachtisch gab es gebrannten Schichtkäse mit einer dünnen Karamellschicht (3,80 Euro) als feine Variante einer klassischen Crème Brulée.

So genussvoll es war, das fantastische Fleisch des Ammerlander Highland-Cattle-Rindes zu probieren und den seltenen Asendorfer Schichtkäse, ein wenig mehr Konzentration in der Küche hätte den edlen Produkten gut getan. So war das gekochte Fleisch recht trocken und der Schichtkäse in der Mitte fast gefroren, als sei er zu spät aus der Kühlung genommen worden, während das noch warme Karamell ein wenig bitter war.
-kopf

45731 Waltrop, Hiberniastr. 5 (Besucherparkplatz: Landabsatz)
Tel. 0 23 09. 60 88 84
Mo-Fr 10-19 Uhr, Sa 10-18 Uhr, So Ruhetag.
Infos hier klicken

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