Mittwoch, 19. August 2009

Heiko Antoniewicz: Der „Molekularpapst“ aus dem Ruhrgebiet



Einer der schillerndsten Köche im Ruhrgebiet ist Heiko Antoniewicz. Ich erinnere mich noch wie vor ungefähr 16, 17 Jahren der heutige „Molekular- papst“, der gerade mit Monika Wechsler den Cateringservice „Art Manger“ gegründet hatte, zwischen den Weinkisten im Bochumer „Jacques‘ Weindepot“ seine ambulante Küche für ein Degustationsmenü aufschlug und voller Stolz seine selbstkreierten Fleisch-, Fisch- und Gemüsefonds anbot. Später sollte ich sogar einen Kochkurs bei ihm mitmachen, in der geräumigen Küche des Cateringservice, die schon damals in einer industriekulturellen Fabrikhalle untergebracht war. Der Erfolg von „Art Manger“ brachte es mit sich, dass schon bald das gleichnamige Restaurant in der Dortmunder Gartenstadt dazu kam und mit einem Michelin-Stern gekrönt wurde. Doch die Sterne-Küche hat es in der Fußball-und-Bier-Metropole bekanntlich nicht leicht. 2004 musste „Art Manger“ in dieser Form schließen. Monika Wechsler macht seitdem als Patisserie-Meisterin für die Dortmunder Brennerei und Likörfabrik „Krämer“ exklusive Schokoladen- und Pralinen-Kreationen, das Restaurant wird als „La Cuisine d’Art Manger“ von Küchenchef Mario Kalweit und der Restaurantleiterin Susanne Thoenes mit Erfolg weiter geführt.
Heiko Antoniewicz verschwand nach Frankfurt, arbeitete für der Groß-Caterer Kofler und Company und kochte Menüs für Königin Elizabeth II. oder Bundeskanzlerin Angela Merkel. Vor allem entdeckte er die Molekularküche. „Das ist Kochen auf wissenschaftlicher Grundlage und wegweisend für die Zukunft der Kochkunst und des Genusses“, sagte er in einem Gespräch mit dem Genießer und verteidigte diese Kochrichtung gegenüber den Traditionalisten.
Seit 2006 betreibt er in Werne seine eigene Consulting- und Catering-Agentur. Er gibt Seminare über neue Kochtechniken für Profis und auch für Amateure. Ab September stehen Termine bei der WIHOGA in Dortmund an. Gerade eben ist er aus Malaysia zurückgekommen, wo er zwei Mal im Jahr an einer Hochschule fürs Kochen sein Wissen an Studenten weitergibt. „In Asien haben sie viel weniger Vorbehalte gegen die Texturen der molekularen Küche.“

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