Sonntag, 22. September 2019

Herbstvergnügen: Vom Werden einer Tarte Tatin aus Buchweizenmehl mit Zwetschgen bei spätsommerlichem Sonnenschein

Bei meinem kurzen Urlaub in der Bretagne im Februar wurde ich auf den Buchweizen aufmerksam, der so etwas wie das Nationalgetreide der Bretonen ist, obwohl er gar kein Getreide ist. Dennoch kann man mit Buchweizenmehl normales Weizenmehl ersetzen, was sogar den Vorteil hat, dass es glühenfrei ist. Die Bretonen machen daraus mit Vorliebe Crêpes und Galettes (klick hier), und auch hierzulande gilt der Buchweizenpfannkuchen durchaus als Delikatesse.

Ich hatte im Bioladen ein paar schöne Zwetschgen gekauft, und als ich auch noch auf dem Regionalmarkt in Witten-Herbede frische Eier vom Archhof Ibing ergattern konnte, kam mir die Idee, eine Tarte Tatin mit Zwetschgen zu machen, experimentehalber aber mit einem Teig aus Buchweizenmehl, also französisch ausgesprochen eine „Tarte Tatin aux prunes de blé noir“.

Es wurde eine einfache, pseudo-bretonisch rustikale Sache. Für den Teig knetete ich 250 g Buchweizenmehl, 120 g Butter, 120 g Zucker, 2 Eier, etwas Backpulver und eine Prise Salz zu einem Teig. Das ergab eine recht klebrige, zähe Masse, die ich zwischen zwei Lagen Backpapier zu einem Fladen ausdrückte, der ungefähr den gleichen Durchmesser wie meine eiserne Crêpes-Pfanne hatte, in dem ich die Tarte Tatin backen wollte. Den Fladen legte ich für ein Stündchen zum Ruhen in den Kühlschrank.

Als es soweit war, karamellisierte ich die halbierten und entkernten Zwetschgen mit etwas Butter und Zucker in der Crêpes-Pfanne, legte den Teigfladen darauf, drückte in am Rand fest und buk alles bei 200 Grad für eine halbe Stunde.

 Schöne Zwetschgen...

 ... in der Pfanne karamellisiert ...

 ... mit Buchweizenmehl-Teig bedeckt und gebacken ...

 ... gestürzt ...

... und mit Quark serviert.

Im Nachhinein würde ich sagen, dass es für die 500 Gramm Zwetschgen und meine relativ kleine Pfanne etwas zu viel Teig war, zwei Drittel davon hätten auch gereicht. Doch im Endeffekt war es gar nicht schlimm, dass der Teiganteil an der Tarte so groß war. Denn der Buchweizen buk sich wunderbar aus, und es wurde ein schöner lockerer, leicht sandiger, nicht zu süßer und nussig schmeckender Kuchen, der im Mund sofort angenehm zerfiel. Fürs Rezept unten habe ich die Mengen angepasst. In Ermangelung von Crème fraîche tat ich einen Klecks Magerquark dazu, der noch eine schöne Säurenote brachte.



Rezept: Tarte Tatin aus Buchweizen mit Zwetschgen

Korrigierte Zutatenmenge für 500 Gramm Zwetschgen und eine Pfanne von 23 cm Durchmesser:
150 g Buchweizenmehl
80 g Butter
80 g Zucker
1 Ei
1 TL Backpulver

500 g Zwetschgen
2 El Zucker
1 El Butter

Buchweizenmehl, Butter, Zucker, Ei, Backpulver und Salz am besten mit der Hand gut verkneten. Zwischen zwei Lagen Backpapier zu einem Fladen mit dem Durchmesser der Backform breit drücken und 1 Stunde ruhen lassen, am bestem im Kühlschrank.

Zwetschgen halbieren und entkernen. In eine eisernen Pfanne Zucker in Butter schmelzen lassen. Die Zwetschgenhälften dazu geben und karamellisieren lassen. Den ausgeruhten Teigfladen darauf legen, am Rang festdrücken und die Tarte im 200 Grad vorgeizten Ofen 30 Minuten backen. Fertige Tarte aus dem Ofen nehmen, etwas abkühlen lassen und auf eine Tortenplatte stürzen. Lauwarm mit Crème fraîche oder Magerquark servieren.

Freitag, 20. September 2019

Herbstvergnügen: Risotto mit Rondinikürbis, Champignons, Kürbiskernöl und Hühnchen

Vor ein paar Tagen entdeckte ich im Bioladen kleine Kürbisse, die ich auf den ersten Blick für runde Zucchini hielt. Zu Hause stellte sich jedoch heraus, dass es sich bei den tennisballgroßen Dingern um handfeste richtige Kürbisse handelte, mit knochenharter Schale, gelbem Fruchtfleisch und strohigem Schmodder samt Kürbiskernen innen drin. Laut Internet, so ergab die Recherche, heißt die Sorte Rondini.


 Tennisballgroßer Rondinikürbis

Trotzdem: Von der Größe her eignete sich ein Rondini prima, um in einem Risotto verarbeitet zu werden. Zudem hatte ich noch einige Champignons mitgebracht; die Brühe wollte ich aus zwei kleinen Bio-Hähnchenschenkeln herstellen, deren Fleisch dann ebenfalls im Risotto landen sollte. Mit etwas Curry abgeschmeckt und Kürbiskernöl beiträufelt entstand folgendes köstliche Herbstgericht, das im blauen Dämmerlicht eines spätsommerlichen Sonnenuntergangs eine ganz bezaubernde optische Wirkung entfaltete.


Rezept: Risotto mit Rondinikürbis, Champignons, Kürbiskernöl und Hühnchen
2 Portionen

Für die Brühe:
2 Bio-Hähnchenschenkel ohne Rückenteil
1 kleine Stange Lauch
1 Karotte
1 Stück Sellerie
1 Zwiebel
1 kleine Petersilienwurzel
2-3 Champignons
1 TL Pfefferkörner, ½ TL Piment, 3 Nelken, 2 Lorbeerblätter
Salz, Pfeffer, Muskatnuss

Für den Risotto:
1 Tasse Risottoreis
¾ l Hühnerbrühe
1 kleine Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 Rondinikürbis
5-8 Champignons
1 Schuss Weißwein
2 Zweige Thymian
1 Msp Curry
evtl. 1 Msp Kurkuma
20 g Butter
2-3 EL geriebenen Parmesan
pro Portion 1 TL Kürbiskernöl
Butter, Olivenöl
Pfeffer aus Mühle, evtl. Salz


Für die Hühnerbrühe das Suppengemüse putzen, in Stücke schneiden und in einen Topf geben. Die Hähnchenschenkel darauf legen. Gewürze in ein Teeei oder  einen Teebeutel geben und dazu geben. Alles mit 1 bis 1 ½ l Wasser auffüllen, zum Kochen bringen und ein etwa ¾ Stunden zu einer Brühe kochen, bis das Fleisch weich ist.

In der Zwischenzeit für den Risotto den Rondinikürbis halbieren, die Kerne und das Stroh entfernen und schälen. Fruchtfleisch in 1 cm große Würfel schneiden.
Champignons blättrig schneiden
Zwiebel fein würfeln, Knoblauch in hauchdünne Scheiben schneiden.

Wenn die Brühe fertig ist, Hähnchenschenkel herausnehmen. Fleisch vom Knochen lösen und in kleine Stücke zupfen, nach Geschmack Haut entfernen. ¾ Liter Brühe abmessen, mit Salz, Pfeffer und Muskat kräftig abschmecken und zum Köcheln bringen.

Etwas Butter und Olivenöl in einem Topf erhitzen. Zwiebelwürfel und Knoblauchscheiben darin anschwitzen. Kürbiswürfel und Champignons dazugeben und ebenfalls kurz anschwitzen. Risottoreis dazugeben, ebenfalls anschwitzen. Mit einem Schuss Weißwein ablöschen und den Wein komplett verdampfen lassen. Mit zwei bis drei Kellen köchelnder Hühnerbrühe auffüllen. Thymianzweige dazugeben. Unter umrühren bei niedriger Hitze 17 Minuten köcheln lassen, bis der Reis gar ist. Immer wieder heiße Brühe nachgießen.

Wenn der Reis gar ist, vom Feuer nehmen. Thymianzweige entfernen. Mit Curry nach Geschmack würzen, ggf. mit Kurkuma gelb färben. 20 g Butter unter den Reis rühren. Geriebenen Parmesan ebenfalls unterrühren. Mit Pfeffer aus der Mühle und ggf. Salz abschmecken.

Risotto in tiefen Tellern oder Schalen anrichten. Jede Portion mit einem Tl Kürbiskernöl beträufeln.

 Blaue Stunde auf dem Balkon

Samstag, 14. September 2019

Essen: Knut Hannappel kochte zum zweiten Bistrogeburtstag im FrischeParadies

Enthält WERBUNG
Knut Hannappel als Gastkoch im FrischeParadies

Unverhofft kommt oft (und dann noch am Freitag, dem 13.): Kurz nach 17 Uhr klingelte beim Genießer das Telefon, Christoph Wlotzki vom FrischeParadies in Essen war am Rohr. Ob ich nicht Lust hätte, am Geburtstagsmenü zur Feier des zweiten Geburtstags des hauseigenen Bistros teilzunehmen. Einziges Problem: Die Sause sollte schon in zwei Stunden starten, also ziemlich kurzfristig. Aber der Genießer hat nicht umsonst das Motto „Allzeit genussbereit“ über seinem Blog stehen, und so entfuhr mir ganz gegen meine Gewohnheit ein überraschend spontanes „Ja!“

Eine illustre Gesellschaft feierte den Geburtstag

Und das sollte ich nicht bereuen. Ich erinnerte mich noch gut an festliche Einweihung der Gastronomie in dem Feinkostgroßhandel und -supermarkt auf dem Gelände des Essener Frischecenters vor zwei Jahren (klick hier). Das gläserne Bistro bildete einen eleganten Kontrast zum gewerblichen Umfeld und verleiht seitdem dem Großmarktgelände einen spannenden Metropolencharme.

Sptzenkoch Knut Hannappel und Thierry Stauffenegger
vom FrischeParadies verwöhnten die Gäste 

Stimmungsvoll: Eventsaxophonist Joel Mozes Van de Pol

Und auch diesmal war Großes zu erwarten. Der Essener Spitzenkoch Knut Hannappel hatte zur Feier des Tages ein fünfgängiges Menü samt zwei aufwändigen Amuses bouches und Dessert kreiert, dazu gab es hervorragende passende Weine. Und prompt stellte sich nach anfänglicher Nervosität eine bezaubernde Atmosphäre ein, als zu sanften Saxophonklängen elegant gekleidete Gäste in den Genüssen schwelgten, während auf der anderen Seite der gläsernen Wände Lastwagen entladen und Gemüsekisten gestapelt wurden.

Das Menü zum zweiten Bistrogeburtstag


Champagner zum Aperitif


Amuse bouche I
Gänseleber u.v.a.m

Amuse bouche II
Fischtatar, Dicke Bohnen u.v.a.m.


Label Rouge Lachs | Kürbis | Apfel | Ingwer | Quinoa 

 Zum Lachs:
Grüner Veltliner von Jurtschitsch


Gelbschwanzmakrele | Granny Smith | Auster | Rettich

 Zur Gelbschwanzmakrele:
Riesling Spätlese von Schloss Johannisberg


Wolfsbarsch | Muschel | Fenchel | Zwiebel | Kerbel 

Zum Wolfsbarsch:
Rosé  aus der Provence

Kalbsherz gegrillt | Kohlrabi | Meerrettich | Senf 

Zum Kalbsherz:
Chardonnay von Knewitz

Eifeler Urlamm | Bete | Pflaume | Walnuss 

Zum Lamm:
Barbera d'Asti von Cascina Castlèt

Dessert
Passionsfrucht | Lakritz | Weiße Schokolade

Zum Dessert:
Sauternes von Suduiraut

Der Genießer bedankt sich für die Einladung.

Donnerstag, 12. September 2019

Herbstvergnügen: Geschmorter Spitzkohl mit frittierten Zwiebeln und Zitronenkartoffeln (vegetarisch)

Spitzkohl im Ofen zu schmoren ist die simpelste Art, diese feine Kohlsorte zuzubereiten. Dafür legt man die halbierten spitzen Köpfe einfach bei höchster Temperatur in die Röhre und wartet, bis die äußeren Blätter schwarz verkohlt sind. Das dauerte ca. dreiviertel bis eine Stunde. Die verbrannten Blätter entfernt man und wirft sie weg, und übrig bleibt das köstlich süße Herz des Spitzkohls. Je länger er im Ofen bleibt, desto saftiger und aromatischer wird er.

Um ein wenig Crunch hinzuzufügen, ergänzte ich den Spitzkohl durch frittierte Zwiebeln. Für spritzige Fruchtigkeit sorgten selbstgemachte Pommes, die ich mit Zitronensaft beträufelte.

Heraus kam ein einfaches leckeres vegetarisches Gericht, das allerdings etwas Zeit und viel Wärme braucht – gerade recht für die aufkommenden langen Herbstabende.


Rezept: Geschmorter Spitzkohl mit frittierten Zwiebeln und Zitronenkartoffeln
2 Portionen

1 Spitzkohl
2 Zwiebeln
2 El Mehl
Salz, Zucker
1/8 l Öl
2 mittlere Kartoffeln
1 EL Olivenöl
Saft einer halben Zitrone
1 TL getrockneter Thymian
1 Zehe Knoblauch
1 Stückchen Ingwer
Salz
Curry oder Cayennepfeffer

Backoffen auf höchste Hitze vorheizen (300 Grad). Spitzkohl von den äußeren Blättern befreien. Strunk ein wenig kürzen, ohne dass er auseinanderfällt. Spitzkohl halbieren und die Hälften in eine mit Backpapier ausgelegte Bratreine legen. In den Ofen schieben und ca eine Stunde schmoren lassen, bis die äußeren Blätter verbrannt sind.

In der Zwischnezeit die Kartoffeln schälen, in Pommesstifte zerschneiden und zwölf Minuten in Salzwasser fast gar kochen. Knoblauch und Ingwer in feine Würfel hacken. 1 El Olivenöl in eine zweite Bratreine geben, verteilen und die gegarten Kartoffelstäbchen darauf verteilen. Mit Zitronensaft beträufeln und mit Thymian, den Knoblauch- und Ingwerwürfeln bestreuen. 10 Minuten vor Ende der Garzeit des Spitzkohls ebenfalls in den Ofen geben und bräunen lassen.

Zwiebel schälen und mit der Mandoline in hauchdünne Scheiben schneiden. In einer Schüssel Mehl, etwas Salz und Zucker vermischen, die Zwiebelscheiben darin wälzen. Frittieröl in einem Topf erhitzen und die mehlierten Zwiebeln portionsweise frittieren. Auf Küchenpapier abtropfen lassen. Zum Servieren die verbrannten Blätter vom Spitzkohl entfernen und wegwerfen. Kohlhälften uaf Teller geben. Etwas einritzen und die frittierten Zwiebeln in dien Spalt geben. Zitronenkartoffeln rundum verteilen. Mit ein wenig Curry oder Cayennepfeffer bestäuben.

Donnerstag, 5. September 2019

Nachgekocht: Mit Bohnenragout gefüllte Ochsenherztomaten nach Mario Kalweit. Dazu gegrillter Fenchel und Rosmarin-Kartöffelchen (vegetarisch)


Als ich vor ein paar Tagen im Blog „Die Genussjäger“ des Dortmunder Spitzenkochs und Tomatenspezialisten Mario Kalweit das Rezept für Cœur de bœuf mit Bohnenragout und Pancetta fand (klick hier), war mir sofort klar, dass ich das nachkochen wollte. Wie Mario schreibt , harmonieren die Zutaten großartig und es ist simpel zuzubereiten – gerade das Richtige für mich. Und vor allen Dingen: Das Bohnenragout wird mit Fenchelpollen gewürzt, und Fenchel gehört schließlich zu meinen Lieblingsaromen.

Die Fenchelpollen waren es allerdings auch, die meine Spontaneität erst einmal ausbremsten. Bei meinen einschlägigen Gewürzdealern in der Bochumer Einkaufsprovinz war das seltene Zeugs aus getrockneten Fenchelblüten samt Pollen nicht zu haben. Also musste ich es im Internet bestellen. Das klappte ganz gut, schon am nächsten wurde mir ein Reagenzgläschen mit 3 g Inhalt in einer Orgie an Verpackung geliefert, was immerhin mit Versandkosten von fast 5 Euro zu Buche schlug.

3 Gramm Fenchelpollen im Reagenzglas

Ob der Apothekenpreis von 10 Euro die würzigen Krümel (ohne Versand) letztendlich gerechtfertigt war, weiß ich nicht. Sicher, die Fenchelpollen haben ein tiefes Aroma, aber ich glaube, für den Hausgebrauch hätten es auch feingemörserte frische Fenchelsamen getan, wie man sie in Bioläden oder guten Supermärkten bekommen kann.

 Fast ein fast provençalisches Spätsommervergnügen.

Zuerst dachte ich, dass die gefüllte Tomate eine prima Beilage für eine Salsiccia, die italienische Fenchelbartwurst, wäre. Doch dann entschloss ich mich, doch ein vegetarisches Mittagessen daraus zu machen. Mario Kalweit garniert sein gefülltes Cœur de bœuf mit ausgebratenen Pancetta-Scheiben aus – logisch, die weiße Bohne mag den Speck. Ich aber versuchte, die Umami-Note durch etwas Parmesan hinzuzufügen. Dazu knusperte ich den geriebenen Käse im heißen Ofen auf. Um eine komplette Mahlzeit zu bekommen, ergänzte ich alles mit angebratenen Rosmarin-Kartoffelwürfelchen und gegrillten Fenchelscheiben. Für die mediterrane Optik garnierte ich alles noch mit Fenchelgrün und Lavendelblüten.

Es war ein herrliches, fast provençalisches Spätsommervergnügen. Ein Rosé hatte prima dazu gepasst – oder ein Glas Ayran.


Rezept: Mit Bohnenragout gefüllte Ochsenherztomate nach Mario Kalweit, gegrillter Fenchel und Rosmarin-Kartöffelchen
2 Portionen

Tomaten:
2 große Ochsenherztomaten
Pfeffer, Salz, Olivenöl

Bohnenragout;
150 g getrocknete weiße Bohnen
4 Schalotten
1-2 Knoblauchzehen
Olivenöl, Butter
1 guten Schuss Weißwein
300 ml Gemüsebrühe
2 Lorbeerblätter
1 TL Fenchelpollen
1 EL Bohnenkraut
1 EL Thymian
Pfeffer, Salz

Beilagen:
1-2 Fenchelknollen
4 Kartoffeln
1 Zweig Rosmarin
1 Zehe Knoblauch
Salz
Fenchelgrün
Lavendelblüten

Parmesanknusper:
4 EL geriebenen Parmesan

Über Nacht die weißen Bohnen 12 Stunden lang in viel Wassereinweichen.
Schalotten würfeln, Knoblauch in dünne Scheiben schneiden. Olivenöle und etwas Butter in einem Topf erhitzen, Schalottenwürfel und Knoblauchscheiben darin anschwitzen. Mit Weißwein ablöschen. Bohnen abgießen, mit den Lorbeerblättern dazugeben. Mit gemüsebrühe auffüllen und insegsamt ca. 1 Stunde köcheln lassen, bis die Bohnen weich sind. Kurz vor Kochende Fenchelpollen, Bohnenkraut und Thymian dazugeben.

Fenchelknollen putzen, dabei das Fenchelgrün aufbewahren. Den Strunk nur soweit abschneiden, das die Knollen nicht auseinanderfallen. Knollen längs von oben nach unten in 8 mm dicke Scheiben schneiden. 12 Minuten vor Kochende zu den Bohnen geben und blanchieren.

Von den Ochsenherztomaten einen Deckel abschneiden, die Tomaten mit einem Löffel aushöhlen. Das Innere mit etwas Olivenöl, Pfeffer und Salz marinieren.

Kartoffeln schälen, in 8 mm große Würfel schneiden und in Salzwasser ca. 10 Minuten gar kochen.
Knoblauchzehe fein würfeln.

Ein Backblech mit Backpapier belegen. Geriebenen Parmesan in zwei cm breiten Spuren darauf verteilen und im heißen Ofen schmelzen und wieder hart werden lassen, bis er hellbraun und knusprig ist.

Eine Grillpfanne erhitzen und leicht einölen. Die gar gewordenen Fenchelscheiben aus dem Bohnentopf nehmen, abtropfen lassen. Etwas salzen und in der Grillpfanne grillen, bis sie dunkle Streifen haben. Herausnehemn und warmhalten. Die Kartoffelwürfel mit dem Zweig Rosamrin in die Pfanne geben und anbraten. Kurze bevor sie fertisnd, mit den feinen Knoblauchwürfeln bestreuen, pfeffern und salzen.

Die Gar gewordenen Bohnen mit Pfeffer und Salz abschmecken. In die ausgehöhlten Toamten geben, mit Fenchelgrün, Lavendelblüten und Knusperparmesan garnieren. Kartoffeln und restliche Bohnen auf Teller geben, je eine Tomate und eine oder zwei gegrillte Fenchelscheiben dazugeben. Ebenfalls mit Lavendelblüten und Fenchelgrün garnieren.

Montag, 2. September 2019

Gourmetmeilen 2019: Saisonende auf Zollverein mit Kaviar und Sauerbraten

Rino von La Grappa, Silke von "Mein (kulinarisches) Dortmund und der Genießer feiern auf Zollverein

Die Gourmetmeilensaison 2019 stand für den Genießer eher unter einem schlechten Stern. Wegen eines Reha-Aufenthalts in Bad Liebenstein im schönen Thüringen (klick hier) verpasste er das große Fünf-Gourmetmeilen-Wochenende mit den Veranstaltungen in Essen-Rüttenscheid, Recklinghausen, Haltern und Hamm sowie der GourmeDo in Dortmund; auch „Bochum kulinarisch“ eine Woche später konnte er nicht besuchen und musste stattdessen mit einer Thüringer Bratwurst auf dem Liebensteiner Brunnenfest vorlieb nehmen. Umso mehr freute er sich, dass er gestern am letzten Tag der „Gourmetmeile Metropole Ruhr“ noch kurz auf Zeche Zollverein vorbeischauen konnte, bevor alles vorbei war. Unterstützt wurde er dabei von Silke von der Facebookseite „Mein (kulinarisches) Dortmund“, die auch Ausflüge in die Nachbarstädte nicht scheut, wenn’s ums lecker essen geht.


Luxus bei La Grappa 



Den luxuriösen Höhepunkt des angenehmen Nachmittags bescherte uns Rino Frattesi vom Essener Edelitaliener La Grappa, der uns eine Portion Malossolkaviar mit Champagnerbegleitung spendierte. Vor der Kulisse des Weltkulturerbes Zollverein war das ein ganz besonderer Genuss – die köstlichen kleinen Perlen erinnerten mich an die kleinen Kohlehäufchen, die ich früher als Ladegut für meine Modelleisenbahn hatte – schmeckten allerdings viel viel besser.


Die Sauerbraten-Challenge 



Die Gourmetmeile Metropole Uhr wurde zum Kulturhauptstadtjahr 2010 ins Leben gerufen und widmet sich – neben allen anderen kulinarischen Genüssen - auch der Bergmannsküche. So verwundert es nicht, dass bei zwei teilnehmenden Restaurants auch Sauerbraten auf der Karte stand. Das war ein Muss für den Genießer, der wie die meisten Bergmannssöhne mütterlicherseits sauerbratensozialisiert ist und den Mut der Restaurants bewunderte, sich mit dem sie dieser Geschmacksprägung konfrontieren.

Der bajuwarische Neuzugang „Der Löwe“ (Essen) präsentierte das Gericht eher auf thüringische Art mit Kloß und Rotkohl, das Wasserschloss Wittringen (Gladbeck) traditionell rheinisch mit Rosinen und Mandeln, dazu gabs Apfel-Relish als moderne Version des Apfelkompotts und ein nicht minder modernes souffliertes Süßkartoffelpüree.

 Der Löwe
Sauerbraten vom deutschen Rind
mit einer kräftigen Rotweinsauce (ohne Rosinen), Kartoffelknödel und Apfelrotkohl

Wasserschloss Wittringen
Sauerbraten
Rheinsich mit Mandeln und Rosinen, Süßkartoffelpüree und Apfel-Relish

Beide Gerichte waren tadellose bürgerliche Sonntagsessen, das Fleisch zerging auf der Zunge, war saftig und mürbe. Aber sofort begann der Kampf mit den Erwartungen. Der Braten des „Löwen“ schien zu kurz mariniert und nur wenig sauer. Das notwenigen Britzeln auf der Zunge bracht nur der Rotkohl. Der Braten aus dem Wasserschloss hingegen war offensichtlich lang genug eingelegt, dass er ein schöne dunkle Farbe hatte, hätte aber bessere „Süß-“ statt „Sauerbraten“ genannt werden sollen. Durch die Rosinen und einem guten Löffel Rübenkraut hatte die tiefdunkle Sauce fast eine marmeladige Note, auch das Apfel-Relish war eher süß als sauer, und das Süßkartoffelpüree tat sein Übriges. Auch hier half ab und an eine Gabel Rotkohl vom Teller daneben.

Nichtsdestotrotz: beide Teller wurden aufgegessen, den insgesamt waren es leckere, animiernde Gerichte. Und Mamas Sauerbraten war auch nicht immer gleich.



Was es noch gab

Schlosshotel Hugenpoet
Seesaiblingsfilet mit roter Bete gebeizt, Gemüsecouscous mit Kichererbsen,
Linsen und Salzzitrone
Wenn man das Gewölle von Rucolablättern beiseite schob, kam eine optisch ansprechende, exquisite und orientalisch inspirierte Vorspeise zum Vorschein. Das Couscous war herrlich erfrischend, der Seesaibling kess mariniert.

 Schlosshotel Hugenpoet
Artischockenravioli mit Saubohnen, grüne Oliven und Majoransauce
Schon auf dem „Kulinarischen Treff an der Ruhr“ in Mülheim hatte der Genießer dieser wunderbare Gericht zum seinem vegetarischen Favoriten erklärt (klick hier). Ganz wunderbar die Geschmackskombination von Dicken Bohnen, Artischocken und grünen Oliven.

Da Vinci
Bavette alla Forma
Spaghetti aus dem Riesen-Parmesanlaib mit Parmaschinken an Trüffelsoße
Ein paar Rucolablätter vom Hugenpoeter Seesaibling hätten hier einen gewissen optischen Reiz gegeben. Geschmacklich war das Nudelgericht aus dem Parmesanlaib aber erste Sahne.

Gummersbach
SIE HABEN ES SO GEWOLLT 3*2019!
Mousse von der Valrhona Tainori Schokolade, Weinbergpfirsich Sorbet, Ziegler Spuren
Einfach ein klasse Dessert.