Montag, 27. April 2020

Corona-Küche: Ravioli alle uova di quaglia – Wachteleier im Nudelteig

Im Jahr 2007 ließ ich in einem Kochkurs übers Nudelmachen von den Teilnehmern Ravioli realisieren, bei denen die ganze Dotter von Hühnereiern in den Nudelteig gesteckt wurden. Ich hatte das Rezept für die „Ravioli alle uova“ in einem Kochbuch von Lorenza de‘ Medici entdeckt und fand es äußerst witzig Wenn man die fertig gekochten Nudeln auf dem Teller ansticht, quillt das noch flüssige Eigelb als Sauce daraus hervor – eine entzückende Vorspeise. Die Ravioli haben dabei gut und gerne einen Durchmesser von zehn Zentimetern.

Wahrscheinlich hatte mich in den vergangenen Tagen das Corona-Fieber gepackt, denn ich beschloss auszuprobieren, ob man die großen Eier-Nudeln auch miniaturisieren könnte, indem man Wachteleier verarbeitet. Also begab ich mich am Sonntagnachmittag in meine Versuchsküche und stellte fest: man kann.

Es ist mit den kleinen Wachteleiern nur noch eine größere Fummelarbeit wie mit Hühnereiern. Ich bereitete einen Nudelteig aus knapp 100 Gramm Mehl und einem Hühnerei zu; er hätte gern für 30 „Ravioli alle ouva di quaglia“ oder mehr gereicht, denn man muss ihn hauchdünn ausrollen. Damit die kleinen Eidotter flüssig bleiben, dürfen sie nämlich nur eine Minute ins kochende Wasser, und in dieser Zeit muss der Teig schließlich gar werden. Auch sollte man nicht mehr als drei Ravioli auf einmal kochen. Sind mehr im Kochwasser, werden sie immer härter, während man die die ersten herausholt, abtropfen lässt und anrichtet. Aber keine Angst, auch wachsweich schmecken sie wunderbar.

 Der Wachtelei-Dotter wird auf einem
Nest aus Ziegenfrischkäse gebettet.

Sechs handgedrechselte Ravioli

Die Ravioli dürfen nur 1 Minute kochen...
 
...damit der Dotter flüssig bleibt.

Die kleinen Wachteleier zu öffnen, ist auch nicht ohne. Am besten sticht man die Schale mit einem spitzen Messer an und sägt dann eine Kappe ab. Dann gießt man das vorsichtig Eigelb in die kleine Mulde aus Ziegenfrischkäse (man kann auch Ricotta o.ä. nehmen), die man auf dem ausgerollten Teig vorbereitet hat. Das überlaufende Eiweiß verstreicht man auf dem umliegenden Teig, wo es als Klebstoff für den Deckel dient.

Letztendlich drechselte ich sechs „Ravioli alle uova di quaglie“, von denen keiner aussah wie der andere – edel und rustikal zugleich. Dazu trank ich, wie es sich gehört, einen Chianti Classico.

 Kellerfund: Chianti aus dem Jahr 2005

Eigentlich sollte ein Chianti ja nicht älter als sieben Jahre sein, wenn man ihn trinkt. Und so war ich von mir selbst überrascht, als ich einen Chianti Classico Riserva Bandini von Villa Pomona aus dem 2005 in meinem Keller fand. Viel gab ich ihm nicht mehr, doch dann war ich erst einmal überrascht. Beim Öffnen entströmte der Flasche ein wunderbarer Duft nach Kirschen und Kernen, im Mund erfrischten die Chianti-typische Säure und ein ätherischer Alkohol. Diese Aromenpracht wich nach kurzer Zeit jedoch den altersbedingten oxidativen Tönen, aber das war nicht so tragisch. Trinken konnte man den Wein auch nach 15 Jahren immer noch gut.

Auf dem Balkon: Auf den Nudeln liegen leider keine Trüffeln
oder Morcheln, sondern frittierte Salbeiblätter
und Röschen vom blauen Blumenkohl.

Rezept: Ravioli alle uova di quaglia – Wachteleier im Nudelteig

Nudelteig nach Grundrezept aus 100 g Mehl und 1 Hühnerei (klick hier)
3 EL Ziegenfrischkäse
1 EL geriebener Parmesan
½ Tl Thymianblättchen, frisch oder getrocknet
6 Wachteleier
50 g Butter
frische Salbeiblätter
Salz und Pfeffer
geriebener Parmesan zu bestreuen

Nudelteig nach Grundrezept herstellen (klick hier). Ein kleines Stück abschneiden und auf der Nudelmaschine bis zur dünnsten Einstellung zu 6 cm breiten Teigblättern ausrollen.

Ziegenfrischkäse und geriebenen Parmesans und Thymianblättchen miteinander verrühren. Diese Füllung in kleinen Häufchen in 6 cm Abstand auf dem einen Teigblatt verteilen. In die Mitte der Füllung jeweils eine Mulde drücken.
Die Schale der Wachteleier vorsichtig mit einem spitzen Messer anstechen und öffnen. In jede Mulde ein Eigelb setzen. Das überlaufende Eiweiß mit einem Pinsel auf dem umstehenden Teig als „Klebstoff“ verteilen.
Das zweite Teigblatt vorsichtig darüber breiten und darauf achten, dass keine Luftblasen entstehen. Um die Füllung herum zusammen drücken und die Streifen mit einem scharfkantigen Glas in sechs Ravioli zerteilen. Mit einer Gabel ein Muster in den Rand drücken.

Die Butter bei mäßiger Hitze schmelzen. In der heißen Butter die Salbeiblätter vorsichtig frittieren.

Die Ravioli in kochendem Salzwasser zwei Minuten garen. Mit dem Schaumlöffel herausheben, abtropfen lassen und portionsweise anrichten. Mit der Salbeibutter beträufeln. Mit geriebenem Parmesan bestreuen und den frittierten Salbeiblättern garnieren.
Sofort servieren.

Ravioli mit Wachtelei-Füllung, frittierten Salbeiblattern und blauem Blumenkohl, 6 cm Durchmesser

Im Kochkurs 2007: 10-Zentimeter-Version mit Hühnerei-Füllung

Sonntag, 26. April 2020

Corona-Küche vegetarisch: Gemüsepfännchen mit blauem Blumenkohl aus dem Dampf, grünem Spargel und Salatherzen aus der Pfanne, Lorbeerkartoffeln aus dem Ofen und Mayonnaise béarnaise

Den Discounter meines Vertrauens betrete ich eigentlich nur, um ein ganz bestimmtes Produkt zu kaufen: meinen heißgeliebten Ziegenfrischkäse. Ein 150-g-Töpfchen der Eigenmarke kostet hier sage und schreibe 50 Cents weniger als ein entsprechendes Markenprodukt im normalen Supermarkt, und einen Qualitätsunterschied konnte ich bislang nicht feststellen. Als ich vor ein paar Tagen meine Vorräte wieder auffüllen wollte, fiel mir im Gemüsebereich aber auch noch ein weiteres Produkt ins Auge: eine Packung mit zwei Mini-Blumenköhlchen, das Stück etwas kleiner als ein Tennisball und 150 g leicht, das eine klassisch weiß und das andere tiefblau. Die musste ich haben.

Das weiße Blumenköhlchen verarbeitet ich recht rasch zu Blumenkohl-Buchweizen Rösti (klick hier), das blaue kam gestern dran und wurde Bestandteil eines dekorativen, leichten und vegetarischen Gemüsepfännchens. Es kamen noch grüner Spargel, Roma-Salatherzen und Lorbeerkartoffeln dazu.

Um den Gemüsen eine gewisse Raffinesse angedeihen zu lassen, bereitete ich sie auf drei verschiedene Arten zu: der Blumenkohl wurde gedämpft, Spargel und Salatherzen gebraten und die Kartoffeln kamen aus dem Ofen.

 Blauer Blumenkohl im Dämpfeinsatz

 Spargel in der Pfanne

Gebratenes Salatherz

Für die Lorbeerkartoffeln griff ich auf eine Rezept zurück, dass ich vor Jahren bei der toskanischen Kochbuchfürstin Lorenza de‘ Medici gefunden hatte (klick hier). Weil die Drillinge, die ich auf dem Markt bekommen hatte, aber Lagerware vom letzten Jahr waren, wollte ich sie nicht mit der Schale essen. Also blanchierte ich sie in reichlich gesalzenem Wasser, pellte sie dann und entfernte dabei die vorhandenen Augen. Dann füllte ich sie mit je einem frischen Lorbeerblatt und backte sie im Ofen fertig.

 Lorbeerkartoffeln aus dem Ofen

Als Sauce hätte prima eine Hollandaise oder Bèarnaise gepasst, doch hier bestimmte einmal mehr das Sein das Bewusstsein. Beide Saucen werden mit frischem Eigelb über dem Wasserbad aufgeschlagen und gerinnen, wenn man sie wieder aufwärmt. Da sie beim Fotografieren unweigerlich kalt geworden wären, machte ich gleich eine kalte Mayonnaise Béarnaise, die ich bei ähnlichen Gemüsegerichten schon recht delikat eingesetzt habe (klick hier). Ich bereitete sie jetzt aber statt mit Ei mit Joghurt und Crème fraîche zu und schärfte sie zusätzlich mit einem Hauch Curry. Zum Essen kam wesentlich mehr zum Einsatz als auf den Fotos zu sehen ist, doch ich wollte das wunderbare Blau des Blumenkohls nicht mit einer Flut von Sauce überschütten.


Rezept: Gemüsepfännchen mit blauem Blumenkohl aus dem Dampf, grünem Spargel und Salatherzen aus der Pfanne, Lorbeerkartoffeln aus dem Ofen und Mayonnaise béarnaise


Lorbeerkartoffeln aus dem Ofen:
Pro Portion 5-8 kleine Kartoffeln (Drillinge)
Salz fürs Kochwasser
Pro Kartoffel ein frisches Lorbeerblatt
grobes Meersalz
Zitronensaft
Rapsöl

Drillinge 8 Minuten blanchieren. Pellen und von den ugen befreien. Soweit längs einschneiden, dass sie nicht auseinanderfallen. In den Schlitz ein Lorbeerblatt stecken.
Blackblech mit Backpapier auslegen. Die Kartoffeln darauf setzen. Mit Rapsöl und Zitronensaft besprenkeln und mit grobem Meersalz bestreuen. Im Ofen ca. 35 Minuten bei 160 Grad backen. Zum Ende der Backzeit Temperatur auf 220 Grad hochschalten, bis sie Farbe annehmen.

Blumenkohl aus dem Dampf:
pro Portion 1 blauen Mini-Blumenkohl
5 weiße Pfefferkörner
5 Korianderkörner
3 Zweige französischen Estragon
Salz

Estragonzweige, Pfeffer- und Korianderkörner und eine Prise Salz in einen Topf geben. Eine Dämpfeinsatz hineinsetzten, Wasser angießen und zum Kochen bringen. Den blauen Mini-Blumenkohl hineinsetzen und in 5 Minuten gar dämpfen. Nicht zerfallen lassen.


Grüner Spargel und Mini-Saltherzen aus der Pfanne:
Pro Portion 5-8 Stangen grüner Spargel
1 Mini-Salatherz
Rapsöl
Zucker
Pfeffer, Salz
Zitronensaft

Spargel putzen, Salatherz längs halbieren. Rapsöl in einer Pfanne erhitzen, etwas Zucker hineingeben und schmelzen lassen. Spargelstangen und Salatherzen-Hälften hinein geben. Pfeffern, salzen und mit Zitronensaft besprenkeln. Bissfest braten und dabei karamellisieren lassen.


Mayonnaise béarnaise:
Pro Portion je 1 EL Joghurt und Crème fraîche
Weißer Pfeffer, gemahlen
Koriandersaat, zerstoßen oder gemahlen
1 EL fein gehackte Estragonblätter
½ TL Senf
1 Msp Curry
Zitronensaft
Zucker, Salz

Joghurt und Crème fraîche verrühren. Mit weißem Pfeffer, Koriandersaat, gehackten Estragonblättern, Senf, Curry, Zitronensaft, Salz und Zucker abschmecken.

Anrichten:
Die Gemüse auf einem Teller oder in einer Servierpfanne z.B. mit Blutampfer anrichten und mit Mayo begießen.

Grüner Spergel mit Blutampfer

Samstag, 25. April 2020

#trostkochen: Teil III der Foodblogger-Soli-Rezeptsammlung für Zusammenhalt und Appetit: Schweiz

Peggy Schatz vom Blog "zunehmend wild" (klick hier) hat angesichts der Corona-Krise gemeinsam mit über 50 weiteren Foodbloggern unter dem Hashtag #trostkochen eine "Foodblogger-Soli-Rezeptsammlung für Zusammenhalt und Appetit" für die am meisten vom Virus gebeutelten Länder angelegt. Jetzt erschien Teil III: Schweiz.

Vom Genießer sind seine Version der Pizzocheri, dabei, Buchweizennudeln, die mit Kartoffeln und Kohl gegessen werden. Klick hier.

Hier geht es zu gesamten Liste mit den Rezepten aus der Schweiz. Klick hier.

Donnerstag, 23. April 2020

Corona-Küche vegetarisch: Blumenkohl-Buchweizen-Rösti mit Curry-Senf-Dip auf Rosmarin Kartoffeln

Im Blog „Herd(s)Kasper“ fand ich ein Rezept für Blumenkohl-Bratlinge mit Buchweizen (klick hier), dass ich für meine Coronaküche sofort nachkochenswert fand – zumal ich im Schrank noch eine Tüte Buchweizen hatte. Also machte ich mich an eine vereinfachte und nach Genießerart modifizierte Form der vegetarischen Frikadellen, die ich aufgrund des recht flüssigen Teiges einfach Rösti nannte. Sie schmecken herrlich.

Mini-Blumenkohl. Zum Einsatz kam nur der weiße.

Buchweizen

Fertig aus dem Ofen

 Der "Wilde" Spargel vom Balkon ist in Wirklichkeit 
Krähenfußwegerich und ...

...wird mit Kartoffeln angebraten
Eigentlich werden die jungen Blätter gegessen.

Zur Garnitur verwendete ich eine Rarität von meinem Balkon. Aus einem Topf mit gemischten Salatpflanzen, der dort seit ein paar Jahren immer wieder problemlos überwintert, waren die Blütenstände gesprossen, die ich für Pyrenäenmilchstern hielt, der wegen ihres Geschmacks auch „wilder Spargel“oder auch „preußischer Spargel“ genannt werden (klick hier). Für eine richtige Portion waren es zu wenig. Angebraten streute ich sie aber über meine Röstis.
Nachtrag 24.4.2020: Es handelte sich dabei jedoch um Krähenfußwegerich, von dem in der Regel die jungen Blätter gegessen werden.


Rezept: Blumenkohl-Buchweizen-Rösti mit Curry-Senf-Dip auf Rosmarin Kartoffeln
Ergibt 8-10 kleine Rösti

Rösti:
150 g Blumenkohl
100 g Buchweizen
1 kleine Karotte
1 kleine Zwiebel
1 Ei
2 EL Ziegenfrischkäse
2 EL geriebener Parmesan
1 El gehackte Petersilie
Curry, Chili
Pfeffer, Salz
Gemüsebrühe

Dip:
1 El Joghurt
2 El Crème fraiche
1 Tl Senf
Curry
Zitronensaft
Pfeffer, Salz

Rosmarinkartoffeln:
10 kleine Kartoffeln
1-2 Knoblauchzehen
Rosmarinzweige
10 Cherrytomaten

Zur Garnitur:
Gehackte Petersilie
Einige Stängel wilder Spargel (Pyrenäenmilchstern) bzw. Krähenfußwegerich

Buchweizenkörner in Gemüsebrühe aufkochen und 15 Minuten quellen lassen. Abkühlen lassen.
Blumenkohl n dünne Scheibenschneiden, hacken und zerkrümeln. Karotte schälen, raspeln oder fein hacken. Zwiebel in feine Würfelschneiden. Gemüsewürfel in etwas Rapsöl andünsten. Abkühlen lassen.
Angedünstete Gemüsewürfel mit den gequollenen Buchweizenkörnern vermischen. Ei, Ziegenfrischkäse, Parmesan und gehackte Petersilie unterheben und einen Teig herstellen. Er ist recht flüssig. Mit Curry, Chili, Pfeffer und Salz abschmecken.
Öl in einer Pfanne erhitzen. Jeweils einen gehäuften Esslöffel Teige hineingeben und anbraten, bis das Ei im Teig stockt . Rösti in der Pfanne fertig braten oder auf ein Backblech geben und im Ofen bei 280 Grad goldbraun backen.

Für den Dip Joghurt und Crème fraiche vermischen und mit Senf, Curry, Zitronensaft, Pfeffer und Salz abschmecken.

Für die Rosmarinkartoffeln gekochte oder auch rohe Kartoffeln in Schnitze schneiden und in heißem Öl mit Rosmarinstängeln anbraten. Halbierte Cherrytomaten dazu geben und anschmelzen lassen. Pfeffern, salzen und mit gehacktem Knoblauch bestreuen.
Für die Garnitur ein paar Stängel wilden Spargel kurz mitbraten lassen. Zum Anrichten Rosmarinkartoffeln auf einen Teller geben, Rösti darauf setzen und mit dem wilden Spargel und dem Dip garnieren.


Montag, 20. April 2020

Corona-Küche: Flammkuchen mit zweierlei Spargel, Prosciutto crudo, Ziegenfrischkäse, Estragon, Orange und Pesto

Als ich vor dem Wochenende nach zweiwöchiger Freiwilliger Corona-Isolation mal wieder im Supermarkt stand, wusste ich gar nicht s recht, was ich eigentlich hamstern sollte. Tatsächlich kaufte ich etwas, was ich noch nie gekauft hatte: eine Packung fertigen Flammkuchenteig.

Belegen wollte ich ihn mit Spargel. In der Gemüseabteilung gab es nämlich welchen von Hof Umberg in Kirchhellen. Auf Hof Umberg läutet alljährlich zu Pfingsten das Spargel-Gourmet-Festival (klick hier) die alljährliche Gourmetmeilensaison ein. In diesem Jahr wird diese sommerlich Leistungsschau der Gastronomie in den Ruhrgebietsstädten wohl ausfallen, zum Schutz vor Corona-Ansteckung dürfen mindestens bis zum 30. August keine Großveranstaltungen stattfinden.

Zwei Sorten Spargel

Also gab es schon mal eine kleines Spargel-Gourmet-festival auf meinem heimischen Balkon. Inspirieren ließ ich mich dazu von zwei bewährten Rezepten, der Spargeltarte nach Genießerart (klick hier) und dem Orangenspargel asu dem Ofen (klick hier), die ich für einen Flammkuchenbelag abwandelte.Zudem hatte ich noch etwas dünnen grünen Spargel aus Italien bekommen, Asparagina.

Der Teig wurde gleich auf dem Blech auf Backpapier
ausgerollt und belegt.

Auch den Teig machte ich schließlich selbst. Ich hatte noch ein paar Eier vom Biohof von Ostern, und die musste schließlich langsam weg. Ich fand ein Rezept mi 1 Eigelb für 2 Flammkuchen ohne Hefe, und der Teig gelang mir ganz gut. Der erste Flammkuchen wurde auch schön knusprig, war aber ziemlich hart, dass es zwischen den Zähnen nur so krachte. Für den zweiten knetete ich einfach eine Messpitze Backpulver in den Teig ein, ließ ihn noch einmal ruhen, und das Ergebnis war genauso knusprig, nur viel lockerer. Allerdings: beide Teige hätte ich noch viel, viel dünner ausrollen sollen.

Und Trotzdem: Das Ergebnis waren zwei herrliche Flammkuchen, deren Belag in wilden, sommerlichen Farben leuchteten wie ein expressionistisches Gemälde und die wunderbar schmeckten.

Und die Packung mit dem Fertigteig? Die liegt immer noch im Kühlschrank. Sie hat schließlich ein Haltbarkeitsdatum bis Ende Mai.

Flammkuchen 1

Flammkuchen 2

Rezept: Flammkuchen mit zweierlei Spargel, Prosciutto crudo. Ziegenfrischkäse, Estragon, Orange und Pesto
Ergibt 2 Flammkuchen

Teig:
220 g Mehl
1 Eigelb
3 EL Olivenöl
½ TL Salz
1 Msp Backpulver

Auflage:
10 Stangen weißer Spargel
10-14 Stangen grüner Spargel
4 dünne Schreiben luftgetrockneter Schinken
100 g Ziegenfrischkäse
100 g Joghurt, ev. auch von der Ziege
1 EL Blätter vom Französischen Estragon
Schalenabrieb von einer Bio-Orange
½ TL Senf
½ TL Zitronensaft
Pfeffer, Salz, Zucker
4 dünne Scheiben von einer Bio-Orange
4-6 TL Pesto (Rezept hier), evtl. mit etwas Wasser verdünnt

Für den Teig alle Zutaten miteinander verkneten und mindestens eine halbe Stunde bei Zimmertemperatur zugedeckt ruhen lassen.

In der Zwischenzeit Ziegenfrischkäse und –joghurt zu einer dickflüssigen Sauce verrühren. Gehackte Estragonblättchen unterheben. Mit Orangenschalenabrieb, Senf, Zitronensaft, Pfeffer, Salz und Zucker abschmecken.

Weißen Spargel und ggf auch den grünen Schälen und in einer heißen Grillpfanne mit Zucker und Salz anbraten und karamellisieren.

Schinkenscheiben in mundgerechte Stücke zupfen.

Den Teig in zwei Stücke schneiden und einen Flammkuchen herstellen. Dazu ein passend zugeschnittenes Stück Backpapier auf ein Backblech legen. Ein Stück Teig drauf legen, flach drücken, mit einem großen Stück Frischaltefolie bedecken und ganz dünn ausrollen. Frischhaltefolie abziehen. Die Hälfte der Frischkäsesauce darauf verteilen. Mit der Hälfte der Schinkenstücke belegen. Die Hälfte des weißen und grünen Spargels darauf verteilen und zwei Orangenscheiben darauf geben. Im auf 200 Grad vorgeheizten Backofen auf der zweiten Schiene von unten 20 Minuten backen, bis der Teig schön braun und knusprig ist. Fertig gebackenen Flammkuchen auf ein Servierbrett geben und mit 2 – 3 TL Pesto beträufeln.
Den zweiten Flammkuchen genauso herstellen.
Evtl. kann man beide gleichzeitig herstellen, in dem man zwei Bleche vorbereitet und gleichzeitig mit Umluft backt.



 Expressionistische Impressionen

Samstag, 18. April 2020

#trostkochen: Teil II der Foodblogger-Soli-Rezeptsammlung für Zusammenhalt und Appetit: USA

Peggy Schatz vom Blog "zunehmend wild" (klick hier) hat angesichts der Corona-Krise unter dem Hashtag #trostkochen eine "Foodblogger-Soli-Rezeptsammlung für Zusammenhalt und Appetit" für die am meisten vom Virus gebeutelten Länder angelegt. Jetzt erschein Teil II: USA.

Vom Genießer ist das Chili con carne mit Speigelei sunnyside up, dass er auf eine Reise durch Texas mit Der Karl-May-Gesellschaft kennen gelernt hat. Klick hier.

Hier geht es zu gesamten Liste mit USA-Rezepten. Klick hier.

Dienstag, 14. April 2020

Ostermenü 2020 komplett: Kardamom-Rhabarber mit Ziegenfrischkäse-Crème zum Dessert

Für das diesjährige Ostermenü fehlte nur noch das Dessert. Hier das Rezept.

Rezept: Kardamom-Rhabarber mit Ziegenfrischkäse-Crème zum Dessert

500 g Rhabarber
3 Kapseln Kardamom
1 Stückchen Vanillestange
evtll. wenig Chilipulver
5 EL Zucker
0,1 l Apfelsaft
1 guter Schuss Orangenlikör
1 TL Yuzu- oder Limettensaft
3 EL Ziegenfrischkäse
3 EL Quark
Gehackte Pistazien und Lavendelblüten zur Garnitur

Rhabarber putzen und in1 Zentimeter große Stücke schneiden. Mit dem Zucker bestreuen und eine Stunde Saft ziehen lassen. Kardamom-Kapseln knacken und die Körner heraus holen.
Rhabarber samt Saft mit Kardamom-Körnen, Vanillestange und Yuzu-Saft in Apfelsaft und Orangenlikör aufkochen und dann eine Viertelstunde ziehen lassen, bis der Rhabarber gar ist, aber nicht ganz zerfallen ist. Eventuell nachzuckern. Auskühlen lassen.
Ziegenfrischkäse und Quark mit 1-2 Tl Apfelsaft verrühren. Rhabareber-Zubereitung unterrühren. In Gläser füllen und mit gehackten Pistazien und Lavendelblüten dekorieren.


Das Ostermenü 2020 im Überblick


In Corona-Zeiten zur „freiwilligen Isolation“ verdonnert, war in der Woche zwischen Palmsonntag und Ostermontag Zeit genug, ein Ostermenü zu kochen. Und vor allen Dingen auch zu essen, denn wegen der Kontaktsperre konnte ich ja auch niemanden zum Essen einladen und musste alles allein vertilgen. Die Reihenfolge, in der ich die Gerichte zubereitete, war etwas unorthodox. Deswegen hier noch einmal alles im Überblick.

Vorweg: Karfreitagsessen
Uova in purgatorio – Eier im Fegefeuer
Zum Rezept klick hier

Suppengang
Bretonische Bisque vom ost-atlantischen Hummer mit Riesengarnelen, Jakobsmuscheln und Seeteufel-Medaillon
Zum Rezept klick hier

Vorspeise
Mini-Torta pasqualina mit Wachteleiern und Ziegenkäse-Mangold-Bärlauch-Füllung im Spargel-Löwenzahn-Nest
Zum Rezept klick hier

Hauptgang
Stifado von Kaninchen und Lamm mit zweierlei Bohnen und Speckkartoffeln
Zum Rezept hier klicken

Dessert
Kardamom-Rhabarber mit Ziegenfrischkäse-Crème zum Dessert
Rezept siehe oben

Montag, 13. April 2020

Süppchen zu Ostern: Bretonische Bisque vom ost-atlantischen Hummer mit Riesengarnelen, Jakobsmuscheln und Seeteufel-Medaillon

Enthält unbezahlte WERBUNG


Auf dem Balkon: Lichtstimmung wie im Peterdom

Neben den beiden Säcken voller Dosen mit Jahrgangssardinen, von denen ich im letzten Jahr prächtig leben konnte und im nächsten wohl auch noch leben kann, habe ich aus meinem Bretagne-Urlaub vor mehr als einem Jahr (klick hier und  hier) auch eine Flasche mit Hummer-Bisque mitgebracht. Beim diesjährigen Corona-Osterfest beschloss sich, dass sie endlich dran glauben sollte. Stand sie doch recht verloren, vor dem Tageslicht durch eine Phalanx von Tomatendosen geschützt, im Küchenregal und drohte, ihre Farbe zu verlieren.

Hummer-Bisque in der Flasche

Als Einlage kaufte ich an der Fischtheke des Supermarkts meines Vertrauens zwei Riesengarnelen, zwei Jakobsmuscheln und ein kleines Medaillon vom Seeteufel. Alles briet ich vorsichtig in der Pfanne an. Als Aromaten tat ich einige Knoblauchzehen, einen Teelöffel Fenchelsamen und einen Zweig Rosmarin dazu. Am Schluss löschte ich mit einem Schuss Orangenlikör und einem Teelöffel Yuzusaft ab. Die intensive, mit der von Gewürznelken dominierten Curry-Mischung Kari Gosse fabelhaft abgeschmeckte Bisque vom Hummer aus dem Ost-Atlantik tat ich in einen Topf, verdünnte sie ein wenig mit Wasser und erhitzte sie. Die gebratenen Einlagen tat ich dann in tiefe Teller, goss sie mit der heißen Bisque auf und garnierte sie mit Petersilie und Lavendelblüten.




 Die Einlagen wurden sanft gebraten

Dass das Ganze dann auch optisch ein österliches Hochamt wurde, dafür sorgte die Mittagssonne. Mit den Strahlen, die sie durch den frühlingshaft beblätterten Wipfel meiner riesigen Kastanie im Hof sandte, malte sie ein zauberhaftes Licht wie im Petersdom auf die verwitterte Marmorplatte meines Balkontisches. Und das Hummersüppchen samt Einlagen changierte geheimnisvoll in einem Kardinalsrot wie von Leonardo da Vinci persönlich gemalt.

Ich finde die Bilder so schön, dass ich mich gar nicht entscheiden kann, welches ich bringen soll. Also bringe ich alle.