Montag, 13. November 2017

Genießers Kochkurs: Burger hausgemacht


Herbstburger under construction

Selten hatte der Genießer so viel Lampenfieber vor einem Kochkurs wie am letzten Freitag. Erstens war der Kurs – nach dem Erfolg des ersten vor einem Jahr (klick hier) - mit 16 Teilnehmern ausgebucht, die er im Alleingang bändigen musste, und zweitens konnte der Kurs nicht in der vertrauten Küche im Kulturzentrum der VHS Herne stattfinden. Die wird aus Brandschutzgründen z.Zt. renoviert, und so musste der Kurs in die mir fremde Lehrküche in der Schule an der Viktor-Reuter-Straße ausweichen. Und dann sollten vier verschiedene Burger aus Rind- bzw. Schweinefleisch, Pulled Pork und Fisch hergestellt werden, von denen jeder Teilnehmer mindestens einen zum Probieren bekommen sollte – also 4 x 16, sprich 64 Stück plus vier für den Kursleiter, der schließlich auch Hunger hatte. Ein Theaterregisseur hätte angesichts dieser Kantinenleistung längst seine Künstlermähne geschüttelt und ausgerufen: „Unter diesen Bedingungen kann ich nicht arbeiten!“

Klassischer Burger
mit Ketchup, Mayonnaise und Salat
Patty aus Bürgermeisterstück vom Bio-Weiderind
und Tafelspitz vom US-Beef
Bun aus Kartoffelteig mit Haferflocken. 

 Herbstburger
mit Rotkohl und Apfeltatar
Patty aus Schulter vom Bunten Bentheimer
und Bauch vom Duroc-Schwein
Bun aus Kürbisteig mit Kürbiskernen

 Pulled Pork Burger
mit Ketchup und Mayonnaise 
Patty aus Nacken vom Bunten Bentheimer 
Bun aus Hefeteig mit Sesam

Fischburger
mit Mayonnaise und Salat
Patty aus Seelachsfilet 
Bun aus Hefeteig mit Sesam

Doch dann verlief alles ganz entspannt und harmonisch. Die Teilnehmerschar entpuppte sich als ganz wunderbare Truppe. Von Liebespärchen Anfang zwanzig, über Väter mit Söhnen und Mütter mit Töchtern bis hin zu Rentnern um die siebzig waren alle Generationen vertreten. Routinierte Hobbyköche arbeiteten mit Anfängern Hand in Hand. Besonders erfrischend war es, junge Mädchen beim Durchdrehen zu erleben, allerdings nicht als vegane Lady-Gaga-Imitation, sondern beim handfesten Umgang mit rohem Rindfleisch, ganz ohne modische Berührungsängste. Der Burger als generationsübergreifendende, gesellschaftliche Sinnstiftungs-Mahlzeit: wer hätte das gedacht.

  Generationen-Treff beim Burger-Machen:
Die Jugend dreht durch...

 ...die Senioren schälen Kartoffeln.

Dabei ist für den Genießer der Burger keineswegs ein besonders bewundernswertes kulinarische Produkt. Vielmehr halte ich ihn für eine gastronomische Erscheinung, die die respektlose Behandlung von Fleisch in der modernen Konsumgesellschaft symbolisiert. Das Hackfleisch ist durch das Durchdrehen bis zur Unkenntlichkeit entstellt, die Herkunft aus der Wegwerfküche des Fast Foods für den unsäglichen Ressourcenverbrauch in der Massenrinderhaltung verantwortlich. Symptomatisch war die Frage eines Teilnehmers, als ich erklärte, welch teure Fleischsorten ich gekauft hatte: „Ist das nicht zu schade?“

Ganz im Gegenteil. Was rechtfertigt, mit dem Burger einen Kochkurs zu bestreiten, ist die Tatsache, dass man ihn mit exzellentem, nachhaltig produziertem Fleisch zubereitet und so zu einem Homemade Burger adelt, sozusagen zum Sonntagsbraten unter den Burgern, den man aber auch nur zur besonderen Gelegenheiten isst.

Im Uhrzeigersinn:
Bürgermeisterstück, Bauch vom Duroc-Schwein,
Schulter und Nacken vom Bunten Bentheimer. 
Nicht im Bild: Tafelspitz vom US-Beef und Seelachsfilet

Also hatte der Genießer die edlen Fleischvorräte im Mittleren Ruhrgebiet aufgekauft: Für den Klassischen Burger (klick hier) nach der Burger-Bibel „Burger Unser“ Tafelspitz vom US-Beef und ein Bürgermeisterstück vom niederheinischen Bio-Rind, für den farbenfrohen Herbstburger aus dem Kochblog „Maltes Kitchen“ Schulter vom westfälischen Bunten Bentheimer und Bauch vom Thüringer Duroc-Schwein. Für unseren Burger mit Pulled Pork in 90 Minuten nach dem You-Tube-Kanal „Ehrliches Essen“ kam der Bio-Nacken ebenfalls vom Bunten Bentheimer zum Einsatz. Daneben wirkte das Seelachsfilet für den Fischburger aus dem Blog „Cahama“ geradezu profan, lieferte aber ein super Ergebnis.

Patties aus Rindfleisch, Fisch, Pulled Pork (gegart) und Schweinefleisch

Natürlich drehten wir das Fleisch für die Patties selbst durch, genauso, wie wird uns die Buns selbst buken. Dazu griffen wir auf ein Rezept zurück, bei dem der Teig nur vierzig Minuten gehen muss und das sich schon beim letzten Kurs bestens bewährt hatte. Als Varianten stellten wir für den Klassischen Burger einen Teig her, dem wir noch etwas Kartoffelstampf untermischten, und für den Herbstburger einen Teig, zu dem noch etwas Kürbispüree kam. Auf die Zeit des Gehens hatte das keinen Einfluss.(Zum Rezept für die Buns klick hier.)

 Buns mit Kürbis und Kartoffeln und Haferflocken

Das Kürbispüree, für das ein kleiner Hokkaidokürbis im Ofen für eine Stunde gegart wurde (was der Genießer aus Zeitgründen schon zu Hause gemacht hatte), machte Probleme. Das Püree hatte noch zu viel Flüssigkeit und hätte noch bei niedriger Temperatur völlig trocken gedörrt werden müssen. So wurde der Teig kletschig, so dass keine Buns geformt werden konnten. Doch die Teilnehmer hatten eine gute Idee. Sie strichen den Teig auf ein Backblech, buken ihn und schnitten ihn nachträglich in printenartige Stücke. Das war vielleicht nicht ganz burgerlike, tat dem wunderbaren Geschmack aber keinen Abbruch.

Ein ähnliches Problem trat beim Pulled Pork auf. Normalerweise wird dafür ein Schweinenackenbraten am Stück im Smoker über Stunden gegart, bis es faserig ist und mit zwei Gabeln gepullt, d.h. zerzupft werden kann. You-Tuber Marco behauptet in einem Video (klick hier) vollmundig, das würde mit Nackensteaks im Backofen auch in 90 Minuten klappen, also ideal für unser Zeitfenster. Wir hielten uns an seine Vorgaben, doch unser Buntes Bentheimer war zu charaktervoll, um sich zerrupfen zu lassen. Es war herrlich, zart und saftig, nur das Pullen ging nicht. Also schnitten wir es in dünne Tranchen und belegten damit unsere Burgerbrötchen.

Im Gegensatz zum Burgerkurs im letzten Jahr gelangen die Fischburger mit einem etwas modifizierten Rezept diesmal ganz ausgezeichnet. Gerieten die Fischfrikadellen, auch aufgrund der Fischsorten, damals zu flüssig, war die Konsistenz jetzt ideal.

Zutatenprodukte: Ketchup, Rotkohlsalat, Kartoffelwedges u.a.

Alle sonstigen Zutaten und Beilagen stellten wir natürlich ebenfalls selbst her: einen fruchtig-scharfen Ketchup nach einem Rezept von Katrin Manzke von der Manufaktur „Im Glas“ in Bochum-Dahlhausen (klick hier), Mayonnaise und als Sättigungsbeilage (jawoll!) Kartoffelwedges. Das vorgeschlagene Mayonnaisen-Rezept mit Olivenöl schmeckte den Teilnehmern nicht, also machten sie kurzerhand eine mit Rapsöl nach eigenen Vorstellungen. Die übrig gebliebene Schmorflüssigkeit des Pulled Pork wurde zu einer schönen BBQ-Sauce eingekocht. Dazu kamen noch fertig eingelegte Gurkenscheiben und ein paar Salatblätter.

Fazit: Der Kochkurs endete mit einem einzigartigen Burger-Schmaus!

Und hier noch einmal die Links zu den Rezepten :

Teig für die Buns: klick hier
Ketchup: klick hier
Mayonnaise: klick hier 
Kartoffelwedges: klick hier

Klassischer Burger aus Rindfleisch: klick hier
Herbstburger aus Schweinefleisch: klick hier
Pulled Pork Burger: klick hier
Fischburger: klick hier

Impessionen

16 Kursteilnehmer legen los.

Wer ist schneller?
 
Die Wedges kommen aufs Blech.

Ob das was wird?

Und hier etwas Rotkohl, und da etwas Rotkohl.

Keine Berührungsängste mit dem Fleisch.

Immer rein in den Fleischwolf.


Freitag, 10. November 2017

Palmgarden Dortmund: Dialog mit Dyllong

Seit Michael Dyllong 2021 den Palmgarden verlassen hat, ist das Restaurant geschlossen.


Ruhrkiesel

Dialog mit Dyllong: Unter diesem Motto hat der Dortmunder Sternekoch Michael Dyllong eine Handvoll Journalisten in das Restaurant Palmgarden in der Spielbank Hohensyburg geladen. Gemeinsam mit Marco Lippert von den „Westdeutschen Spielbanken“ stellte er anlässlich des grundlegenden Umbaus des Restaurants das neue Konzept des Hauses. Nicht nur das Ambiente des Palmgarden wurde auf die Hohe der Zeit gebracht (siehe den Post vom 10.9.2017, klick hier). Der Restaurantbereich wurde komplett vom Spielbankbereich getrennt und das neue Zweitrestaurant SYGHT eingerichtet. Im Palmgarden gibt es eine Art Separee für Gruppen, die seit jeher offene Küche durch einen Chef’s Table erweitert, von dem aus die Gäste das Treiben der Köche beobachten können.

Pressesprecher Marco Lippert von den Westdeutschen Spielbanken
und Sternekoch Michael  Dyllong


Und auch die Menü-Gestaltung wurde überarbeitet. Um seine Sterneküche so erschwinglich wie möglich zu halten, bietet Michael Dyllong nur noch ein knapp kalkuliertes Menü an, zu dem sich der Gast gewisse teure Zutaten auf Wunsch dazu bestellen kann. Ein Konzept, das bislang gut aufgegangen ist.

Für die eingeladenen gab Michael Dyllong natürlich sein Bestes. Das fünfgängige Menü war, wie es das neue Konzept vorsieht, einer kulinarischen Reise auf der Ruhr unter dem Motto Aromatic Flavour nachempfunden. Des gab Foie Gras in verschiedenen Aggregatzuständen, u.a. als Bircher Müsli mit Granny Smith, Joghurt und Haferflockenkrokant ( gleich ein fulminanter erster Gang), dann mit Avocado, Zitrus und Gurke zu einer grünen Raupe verkleideten Taschenkrebs (war wie ein lustiger Kindergeburtstag), Steinbutt ganz in monochromem Weiß, ein geradezu klassisch daherkommendes Rehfilet, das einfach schmecken musste, und zum Dessert eine Rote-Beete-Kreation mit Buttermilch. Drumherum wurden wir mit allerlei Kleinigkeiten und Grüßen aus der Küche verwöhnt: dekonstruierten und wiederaufgebauten Austern und Miesmuscheln, Beef auf einem Rinderknochen serviert, Süßigkeiten, die alles andere als süß waren, sondern nur delikat.

Über dieses wunderbare Menü hinaus gefiel dem Genießer besonders, dass der Abend so etwas wie eine Veteranen-Treff der Stadtillustrierten-Szene im Ruhrgebiet war. Fünf der acht eingeladenen Gäste hatten ihre journalistischen Anfänge in den 1980-er und 90-er Jahren bei so legendären Szene-Zeitschriften wie MRARBO, Prinz u.a. gemacht und als Musik-, Film- oder sonstige Kritiker den Gonzo-Journalismus im Ruhrgebiet in die Gänge gebracht. Diese Zeitschriften sind allerdings längst Geschichte. Und was machen die Medienrevoluzzer von einst? Sie frönen der edlen Kunst der Feinschmeckerei.
 

Gruß aus der Küche

Ruhrkiesel: Basilikumcrème umhüllt von
mit Sepia gefärbeter Kakaobutter




Gruß aus der Küche: Auster

Gruß aus der Küche: Miesmuschel

Gruß aus der Küche: Beef auf Rindsknochen

Foie Gras...

... "Bircher Müsli": Granny Smith, Joghurt, Haferflockenknusper...

...Crème Brulée

Taschenkrebs...

...Avocado, Zitrus, Gurke

Steinbutt...

...Ooops! weiß

Reh: Schwarzwurzel, Rosenkohl, Birne

(Zum Reh)

Rote Beete: Buttermilch, Ingwer, Kokos

Sweets

Sweets

Sweets

Sweets


Donnerstag, 9. November 2017

Wochenplan: Kulinarische Termine vom 10.11. - 16.11.2017


bis 31.12.2017
Ausstellung
Essen außer Haus. Vom Henkelmann zum Drehspieß
Dortmund, Brauerei-Museum
Infos hier 

bis 14.1.2018
Ausstellung
Zum Wohl! Getränke zwischen Kultur und Konsum
Waltrop, LWL-Industriemuseum Schiffshebewerk Henrichenburg
Infos hier


bis 30.11.207
Kochquintett Kreis Vest
Menü im November
Bullerkotte, Marl-Polsum
Infos hier

10.11.2017
Genießers Kochkurs
Burger selbstgemacht
Herne, Lehrküche in der Schule an der Viktor-Reuter-Straße
Anmeldung hier
Ausverkauft!

11.11.2017
Grüne Hauptstadt Europas
Kochworkshop für Kinder
Essen, Beginenhof
Infos hier  

11.11. - 19.11.2017
Genussmesse
NRW - Das Beste aus der Region
im Rahmen der Messe "Mode, Heim, Handwerk"
Essen, Messe
Infos hier 

14.11.2017
150 Jahre
Stauder zeigt Stauder
Essen, Privatbrauerei Stauder
Infos hier 

Wein-, Bier- und Spirituosen-Events im Ruhrgebiet 2017. Klick hier
Wochen- und Feierabendmärkte im Ruhrgebiet. Klick hier

Dienstag, 7. November 2017

Restaurantführer „Bochum geht aus 2018“ erschienen


 Romantik mit frittiertem Speck:
Catering bei "Bochum geht aus"

Ob es symptomatisch für die Bochumer Gastroszene ist, dass die Macher von „Bochum geht aus“ und ihre Köche bei der Präsentation des 2018-er Heftes ganz blau im Gesicht waren?

Von links: Marc Lorenz (Überblick Medien),  Daniel Takeshi Wienand (Takeshi), A.G. Barrios (Comedor), Martin Mrozek (Rosmarino), Tom Thelen (Chefredakteur), Heinz Bruns (Haus Kemnade)

Nein, natürlich nicht, es lag ganz einfach an der romantischen VfL-Ausleuchtung, mit der die Bühne in der Scheune von Haus Kemnade in Szene gesetzt wurde. Symptomatisch war eher der Austragungsort der Party. Das romantische Wasserschloss Haus Kemnade, dessen Restaurant seit Jahren von Heinz Bruns und seiner Frau bewirtschaftet wird, gehört der Stadt Bochum, liegt aber auf dem Stadtgebiet von Hattingen. Deutlicher kann die alte These des Genießers „Was wäre die die Bochumer Gastronomie ohne die Landgasthäuser im Ennepe-Ruhr-Kreis?“ nicht illustriert werden.


„Bochum geht aus“ ist zum siebten Mal erschienen, zum dritten Mal unter der Ägide von Chefredakteur Tom Thelen und zum ersten Mal in Zusammenarbeit mit dem Überblick-Medien-Projektleiter Marc Lorenz. Über 250 Gastro-Adressen hat die Redaktion zu einer beeindruckenden Bestandsaufnahme zusammengetragen, aus der titelsiftenden Stadt und eben auch aus der Umgebung. Zwar lobte Tom Thelen die Bochumer und ihre Ausgehfreude, doch von den vier Köchen, die das Party-Catering bestritten, war nur Daniel Takeshi Wienand ein „echter“ Bochumer, wenn man einmal von der als Zugabe gereichten Currywurst von Dönninghaus absieht. Und auch wenn man sich die Rankings im Heft ansieht, spielen die Restaurants aus der Umgebung, die in etwa das Einzugsgebietes des IHK-Kreises Mittleres Ruhrgebiet umfasst, eine wichtige Rolle. Die Spitzenposition im Spitzenranking „Fine Dining“ belegt „Diergardts Kühler Grund“ in Hattingen, erst dann kommt das FIVE in Bochum. Auch wenn man sich die jounalistischen Themen des Heftes ansieht: Es geht dabei um Burger, Pizza und Currywurst. Als „Star-Köchin“ wird zurecht Pia Engel Nixon gefeiert – allerdings mit ihrem Restaurant in Gelsenkirchen.

Dabei ist Bochum mit der Privatbrauerei Moritz Fiege und dem ambitionierten Großhandel Niggemann Food Frischmarkt Sitz von wichtigen Gastro-Institution, die weit über die Region hinausstrahlen. Und mit dem Bermudadreieck existiert in Bochum ein in ganz Deutschland einzigartiges Kneipenviertel mit Signalcharakter. Doch hier wird etwas sichtbar, was man als zwar wirtschaftskräftiges Alleinstellungsmerkmal, aber eben auch als kulinarisches Dilemma betrachten kann. Basierend auf einer weitgehend proletarischen Esskultur und aus den studentischen Qualitätsbedürfnissen der ältesten Universitätsstadt erwachsen, ist die Bochumer Gastronomie weitgehend in ihre marketingtechnischen „Konzepte“ verliebt. Wer hat den Mut, diese Kompetenz einfach mal für gutes, ach was, sehr gutes Essen einzusetzen?

Das FIVE ist ja schon ein Anfang. Aber auf Platz 2.

Und das gab‘s auf der Präsentationsparty
von „Bochum geht aus 2018“ zu essen.

Ziegenkäse-Obst-Lolli auf warmem Sahnelauch, frittierter Speck, Waldhonig, Thymian
Antonio Gonzaga Barrios, Comedor, Hattingen-Blankenstein
Was für Schmecklecker mit weichem Käs' und krachendem Speck für Leute mit hartem Zahnschmelz

Geschmack in Textur:
Roter Tuna - Wasabi Staude, Lachs-YUZU-Zitrus Gel vom japanischen Riesling, Soja-Spuma
Daniel Takeshi Wienand, Takeshi, Bochum
Der Favorit des Genießers

Ravioloni gefüllt mit Käse-Birne, Mascarpone-Nusssauce, fritierter Rucola, pikantes Trauben-Rosmarin-Gelee, mit Trüffelöl parfümiert
Martin Mrozek, Rosmarino, Herne
Betörend süße Reise durchs Piemont, ein paar erwachsene Geschmacksnoten wie Gorgonzola-Schärfe oder Cynar-Bitterkeit hätten den letzten Pfiff gegeben.

Wildburger, Gorgonzola, Rotkraut
Heinz Bruns, Haus Kemnade, Hattingen
Da war er, der Gorgonzola. Unwiderstehlich

Die Echte Currywurst von Dönninghaus, Bochum,
mit Brötchen von Schmidtmeier, Bochum
Bochumer Klassik

Dessertbuffet der beteiligten Köche

Bochum geht aus 2018, Überblick Medien, 148. Seiten. Erhältlich im Zeitschriftenhandel und hier im Internet.

Donnerstag, 2. November 2017

Nachgekocht: Warmer Ziegenkäse mit Kürbispüree und gebratener Birne von Mario Kalweit


Der vom Niederrhein stammende Mario Kalweit ist der Grandseigneur unter den Dortmunder Spitzenköchen. Seit 13 Jahren betreibt er mit Susanne Thoenes das elegante Restaurant „La cuisine Mario Kalweit“ (klick hier) in der der Dortmunder Gartenstadt; vorher, von 2001 bis 2004, als das Lokal noch „Art Manger“ hieß, hatte er dort sogar als Küchenchef einen Michelinstern erkocht. TV-Zuschauern ist er als langjähriger Fernsehkoch aus der WDR-Sendung „Daheim und Unterwegs“ bekannt. 2015 veröffentlichte Kalweit ein Kochbuch mit seinen Rezepten. Darüber hinaus präsentiert er seine Kreationen auch im Blog „Die Genussjäger“, wo er auch seine zweite große Leidenschaft dokumentiert: die Tomatenzucht. Akribisch genau beschreibt er die verschiedenen Sorten, die er in seinem Garten bei Hamminkeln und auch im Gewächshaus auf der Terrasse seines Dortmunder Lokals zieht.

Bei den „Genussjägern“ fand ich ein Rezept, das wunderbar in die urbane Landhausküche passt: warmer Ziegenkäse mit Kürbispüree und gebratener Birne. Das Nachkochen wurde umso leichter, weil ich alle Zutaten sogar zu Hause hatte.

Sweet Dumpling Kürbis

Naja fast. Mario Kalweit empfiehlt die Kürbissorte Kamo Kamo, während ich einen kleinen Sweet Dumpling hatte, der ähnlich aussieht. Sicherlich wäre das Gericht auch mit dem populären Hokkaido-Kürbis gelungen.

Das Kürbisfleisch wurde mit etwas Birnensaft, Kürbiskernöl (Kalweit nahm Rapsöl, wohl wegen der Farbe), Currypulver und Salz im Backofen weich gedünstet und zu einem Püree zerstampft. Ein Teil des Kürbisfleisch‘ wurde klein gewürfelt und in mit Rosmarin, Wacholderbeeren und Lorbeerblatt aromatisierter Butter weich gebraten.

Den Ziegenkäse beträufelte ich mit Honig und gehackten Kürbiskernen und schlug ihn in dünne, mit Kürbiskernöl bestrichene Zucchinistreifen ein. Diese Päckchen wurden im Backofen vorsichtig erwärmt. Ich hatte dazu den köstlichen festen Robinienhonig vom Landesweingut Kloster Pforta in Sachsen-Anhalt zur Hand. Die Zucchinischeiben auf den Fotos waren mir etwas zu dick geraten, so dass sie zum Einwickeln etwas zu sperrig waren, aber es gelang alles trotzdem.

Die mit Pfeffer und Salz gewürzten Birnenscheiben briet ich in mit Sternanis aromatisierter Butter in einer normalen Pfanne. Marion Kalweit empfiehlt, die Scheiben mit der flüssigen Butter einzustreichen und sie in einer Grillpfanne zu braten, damit sie dekorative Streifen bekommen.


Schön angerichtet ergaben diese Zutaten eine wunderbar herbstliche, süß-pikante Vorspeise.

Das ausführliche Rezept gibt es im Blog „Die Genussjäger“. Klick hier.

 Die herbstlichen Zutaten


Wochenplan: Kulinarische Termine 3.11. - 9.11.2017


bis 31.12.2017
Ausstellung
Essen außer Haus. Vom Henkelmann zum Drehspieß
Dortmund, Brauerei-Museum
Infos hier 

bis 14.1.2018
Ausstellung
Zum Wohl! Getränke zwischen Kultur und Konsum
Waltrop, LWL-Industriemuseum Schiffshebewerk Henrichenburg
Infos hier


bis 5.11.2017
Westfalen Gourmetfestival
Westfalen, versch. Restaurants
Infos hier

bis 30.11.207
Kochquintett Kreis Vest
Menü im November
Bullerkotte, Marl-Polsum
Infos hier 

9.11.2017
150 Jahre
Stauder am Zapfhahn
Essen, Kolpinghaus
Infos hier

Wein-, Bier- und Spirituosen-Events im Ruhrgebiet 2017. Klick hier
Wochen- und Feierabendmärkte im Ruhrgebiet. Klick hier