Donnerstag, 18. August 2016

Auf dem Balkon: Pfannenpizza "nach Genießerart" und "Margherita"

 Es war der „Saucy Chef“ Francesco Strazzanti (hier auf Facebook), der den Genießer vor einiger Zeit auf die Idee mit der Pfannenpizza brachte. Eine ideale Methode, den Pizzaboden schön knusprig zu kriegen und den Belag nicht verbrannt, wenn man nur einen normalen Backofen zur Verfügung hat.

Der Teig wird dünn und knusprig.

Dabei brät man Pizzateig in einer gusseisernen Pfanne auf dem Herd bei mäßiger Hitze mit Deckel an, bis er braun ist, belegt ihn nach Wahl und backt die Pizza dann auf der mittleren Schiene im Backofen fertig. Man kann denn Teig auch erst auf beiden Seiten bräunen, dann belegen und alles mit Deckel in der Pfanne auf dem Herd fertig backen.

Nach Genießerart mit
weißem Pfirsisch, Mozzarella und Speck.

Ich probierte die Methode im Ofen mit zwei Belägen aus. Für die Pizza nach Genießerart ließ ich mich von der „Speciale“ mit Birne, Speck und Mozzarella aus dem Hattinger Ristorante „Da Mario“ inspirieren, ersetzte aber die Birne durch einen weißen Plattpfirsich. Der Pfirsich war noch ziemlich hart, darum tat ich ihn sofort auf die Pizza, als ich sie in den Ofen schob. Wäre er schon weich gewesen, hätte ich ihn erst zum Schluss mit den dünnen Speckstreifen drauf getan.

Pizza Margherita

Für die Pizza Margherita hätte ich natürlich die kleinen Tomaten von der Amalfi-Küste gehabt, die dort pendolini heißen, und als Mozzarella die wunderbare fior di latte aus Kuhmilch, die von einer besonderen Rinderasse aus Agerola auf der Ebene hoch über Amalfi stammt. Beim Rewe gabs aber nur Zottarella und Kirschtomaten aus Holland, die aber auch zuckersüß gezüchtet waren, und es schmeckte trotzdem.

Rezept: Pfannenpizza nach Genießerart und Margherita

Zutaten Pizzateig
reicht für 2 Pfannenpizzen

1/2 Würfel frische Hefe oder ein Päckchen Trockenhefe (7 g)
1 TL Zucker
250 g Weizenmehl (Type 00 oder 550)
Salz
4 EL Olivenöl

Frische Hefe und Zucker in lauwarmem Wasser auflösen. Zum Mehl geben und verrühren. Zugedeckt an einem warmen Ort ca. 30 Minuten gehen lassen. Entfällt bei Trockenhefe. Diese einfach unter das Mehl mischen
Salz und Olivenöl dazu geben und alles a. 5 Minuten durchkneten bis er glatt und geschmeidig ist. 30 Minuten gehen lassen. Nochmal 10 Minuten kneten.  


Zutaten Genießerart
1 EL pürierte Tomaten oder Tomatensauce, z.B. die mit Ananasmarmelade (Rezept hier)
75 g Mozzarella in dünnen Scheiben
1 Pfirsich, in Scheiben geschnitten
½ rote Zwiebel, in feine Scheiben geschnitten
3 dünne Scheiben Tiroler Speck

Zutaten Margherita
1 ½ EL pürierte Tomaten oder Tomatensauce, z.B. die mit Ananasmarmelade (Rezept hier)
200 g Kirschtomaten, in je drei Scheiben geschnitten
50 g Mozzarella in dünnen Scheiben
Basilikumblätter

Backofen auf 220 Grad vorheizen.
Zwei gusseiserne Pfannen mit Olivenöl auspinseln. Den in zwei Teile und dünn ausgewalzten Pizzateig hineinlegen und die Unterseite mit geschlossenem Deckel bei mittlerer Hitze wie bei einem Omelett braun braten.
Auf dem gebratenen Teig in den Pfannen die Tomatensauce verteilen.


Für die die Pizza nach Genießerart Mozzarellascheiben darauf geben. In den Backofen auf die mittlere Schien tun und fünf Minuten backen, bis der Käse geschmolzen ist. Pfirsich- und Zwiebelscheiben darauflegen und noch einmal 5 Minuten backen. Die Speckscheiben darauf geben und kurz weiterbacken, bis der Speck geschmolzen und der Käse und der Teig leicht braun geworden sind.


Für die Pizza Margherita die Kirschtomatenscheiben auf dem Teig mit der Tomatensauce verteilen und die Mozzarellascheiben darauf legen. Ca. 10 bis 12 Minuten im Ofen backen, bis der Käse geschmolzen und leicht gebräunt ist. Basilikumblätter darauf legen und die Pfanne kurz in den Ofen stellen, damit die Blätter zusammenfallen, aber nicht eintrocknen.

Mittwoch, 17. August 2016

Genussbereit auf Facebook 7


Genussbereit ist auch auf Facebook vertrteten. Klick hier
Hier eine Übersicht der Beiträge anderer Web-Seiten, die in den letzten Tagen nur dort verlinkt worden sind.



Gastronomie in Essen-Steele. Klick hier.
Hofläden im westlichen Ruhrgebiet. Klick hier.
Imbiss McDamascus in Bochum. Klick hier.
Neue Gastronomien im Dortmunder Union-Viertel. Klick hier.
Brotstandort Wattenscheid-Gelsenkirchen. Klick hier.
Regionale Produkte im Netz. Klick hier.
Michelin-Stern für Fast Food. Klick hier.
Preisgekrönte Restaurant-Fassaden in Duisburg. Klick hier.
Bio bringt nichts. Klick hier.
Jürgen Dollase testet Essener Mensa. Klick hier.
Vegan Street Day in Dortmund. Klick hier.
Grillen ist das neue Kochen. Klick hier.
Die besten Bochumer Restaurants. Klick hier.
Gastköche bei Best Friends in Dortmund. Klick hier.
Fußballer Großkreutz eröffnet Kneipe in Dortmund. Klick hier.
Der Demeter-Werkhof in Dortmund. Klick hier.
Die besten Eisdielen in Deutschland. Klick hier.

Samstag, 13. August 2016

Bochum kulinarisch 2016: Edler Bellota-Schinken am Stand von „Diergardts Kühler Grund“

 Cortador Isidro Velasco bei seiner Arbeit am Schinken.

Ob’s im August stürmt oder schneit, die Gourmetmeile „Bochum kulinarisch“ bringt die Bürger der Stadt in Massen auf den Boulevard in der Innenstadt, dass es für die Gastronomen eine Freude ist. Seit Freitag steht im heißhungrigen Trubel am Stand des Hattinger Gasthauses „Diergardts Kühler Grund“ ein Mann, der eine geradezu transzendentale Ruhe verbreitet. Inbrünstig und mit äußerster Hingabe seziert der spanische Cortador Isidro Velasco den an einem in eine Halterung eingespannten Schinken als sei er der Herrgottsschnitzer von Oberammergau. Das Produkt, das er mit höchster handwerklicher Perfektion bearbeitet, ist das Spitzenerzeugnis der spanischen Lebensmittel-Produktion: der Bellota-Schinken, oder präzise gesagt, der Jamón Ibérico de Bellota.

Flach wie eine Tischplatte: 
Die hauchdünnen Tranchen müssen
präzise herausgearbeitet werden.

Wie sein nicht unedler Bruder, der Pata Negra, stammt der Bellota von Ibericoschweinen. Doch die müssen sich mindestens 40 Prozent ihres Körpergewichts in traditioneller Mast freilaufend durch die Früchte der Steineiche zugelegt haben und der Schinken muss unter größter Sorgfalt heranreifen. Verzehrt werden sollte er nur in hauchdünnen Scheiben bei mindestens 23 Grad Celsius, um sein himmlisch süßes, nussiges und kaum salziges Aroma zu entfalten. Vier verschiedene Fleischformationen birgt so eine Schinkenkeule, die es gilt, durch den perfekten Schnitt herauszuarbeiten. Und dafür braucht es eben einen Spezialisten, den sog. Cortador.

Entdecker und Künstler:
Herwig Niggemann und Isidro Velasco

Entdeckt wurden Isidro Velasco und seine Bellota-Schinken von Herwig Niggemann im spanischen Salamanca. Und der Senior-Chef des Niggemann Frische Marktes beschloss, die als „besten Schinken der Welt“ bezeichnete Spezialität über seinen Lebensmittel-Großhandel als Spitzenprodukt in die hiesige Gastronomie einzuführen. Er lud Isidro Velasco am Donnerstag zu einem Seminar, bei dem die Top-Gastronomen der Region in der hohen Kunst des Schinken-Schneidens instruiert wurden, und seit Freitag steht Isidro auf „Bochum kulinarisch“, um auch das Publikum vom feinen Geschmack der Schinken-Spezialität zu überzeugen.

 Meister und Schüler:
Isidro Velasco und Philipp Diergardt

In Philipp Diergardt hat er dabei einen idealen Partner gefunden, denn der junge Küchenchef von „Diergardts Kühler Grund“ weiß wie kaum ein anderer, solche extravagante Produkte zu schätzen.

 Bellota über Bochum.

Herwig Niggemann würde sich freuen, mit dieser Aktion einen neuen Trend in der gesamten gehobenen Gastromie und nicht nur etwa in der spanischen Länder-Gastronomie zu setzen. „Wir brauchen da neue, herausragende Produkte wie den Bellota-Schinken“, sagt er. Die Chancen dafür stehen gut, hat Niggemann doch schon das Ibericoschwein als Fleisch zum Braten in den Restaurants der Region zur kulinarischen Institution gemacht. Wer weiß, vielleicht gelingt das ja auch mit dem Bellota-Schinken. Dann können die Besucher von „Bochum kulinarisch“ sagen: „Von hier und heute geht eine neue Epoche der Gastrogeschichte aus und wir können sagen, wir sind dabei gewesen.“

Isidro Velasco und seine Bellota-Schinken sind noch bis Sonntag auf „Bochum kulinarisch" am Stand von „Diergardts Kühler Grund“ zu Gast.

Freitag, 12. August 2016

Musikalisch-kulinarische Meile 2016: I love Kettwig in the summer when it drizzles

Tortelloni mit Trüffeln zu italienischen Weisen:
Auftakt der Musikalisch-kulinarischen Meile Kettwig.

So ein Wetter wünscht sich keiner für eine Gourmetmeile. Pünktlich um vier, als gestern die „Musikalisch-kulinarische Meile“ in Essen-Kettwig startete, begannen die tiefsitzenden grauen Wolken sich mit einem Schnürregen zu entladen, der einfach nicht aufhören wollte. Novemberwetter – und das mitten im August.

Als der Genießer so gegen achtzehn Uhr eintrudelte, versuchte auf der Bühne der Sänger Riccardo Doppio mit sonnigen italienischen Weisen einige unentwegte Besucher aufzuheitern versuchte, gaben sich die fünf teilnehmenden Gastronomen gelassen.

Alter Fahrensmann: Diego Palermo
von der Trattoria Trüffel in Rüttenscheid 

Newcomer Jonas Lang vom Löwntal in Werden

Diego Palermo, der alte Fahrensmann von der Trattoria Trüffel, blickte wie die Kollegen von Bliss und MEAT mit fröhlicher Unerschütterlichkeit aufs Wochenende, schließlich hatten sie als Rüttenscheider Fraktion in diesem Jahre schon den verregneten Auftakt von „Rü Genuss pur“ hinter sich. Newcomer Jonas Lang vom Werdener Löwntal stellte ganz cool sein Angebot auf Spar-Flammkuchen um, schließlich hatte er in vergangenen Jahren als ehemaliger Koch im Bochumer Livingroom genug Outdoor-Erfahrung beim Zeltfestival Ruhr und bei „Bochum kulinarisch“ sammeln können. Die Kollegen der Bio-Metzgerei Scharun aus dem fernen Bottrop hatten schon den Kälteeinbruch zu Pfingsten auf dem „Spargel Gourmetfestival“ in Kirchhellen und die Schermbecker Sintflut hinter sich, während die Mädels vom „Müllers auf der Rü“ bei ihrem vierten Gourmetmeilen-Einsatz in diesem Jahr kess genug waren, den Vorhang an ihrem Stand ein wenig zuzuziehen, um nicht nass zu werden. Ihr singender Chef Nelson Müller ist übrigens am Sonntag, wenn das Wetter wieder schön ist, der Star der Musikalisch-kulinarischen Meile und bringt dann auch noch den souligen Singer-Songwriter Albert N'sanda zur musikalischen Unterstützung mit.

Aqua alta in Kettwig

Jahrzehntelang war die Musikalisch-kulinarische Meile in Kettwig eine Top-Veranstaltung, nicht zuletzt, weil sie die elegante Gastro-Landschaft des eigenständigen Essener Stadtteils widerspiegelte. Für ein kurzes Intermezzo zog sie als Seerosenfest ans Ruhrufer, kam dann aber wieder zurück in den Ortskern. Über diese Standortfrage kam es zum Streit zwischen Veranstaltern und Gastronomen, mit dem Ergebnis, dass in diesem Jahr kein Kettwiger Lokal außer Café Sprenger mit seinem Kaffee-und-Kuchen-Angebot dabei ist. Dafür gibt es im Programmheft fünf Grußworte – kann es sein, dass da zu viele Köche den Brei verderben?

Trotz des schlechten Wetters, der Genießers ließ es sich gut gehen. Hier die kulinarische Ausbeute eines verregneten Nachmittages.

Trattoria Trüffel
Tortelloni al Tartufo. Hausgemachte Nudeln mit Sahnesauce und schwarzen Trüffeln
Bei diesem Wetter war die mächtige Sahnesauce auf den weichen Nudeln mit Trüffelaromen (Fotos ganz oben) genau der Balsam für die Seele, den sie brauchte. Die rechte Mahlzeit zur rechten Zeit am rechten Ort. Dazu gab‘s ein Gläschen Primitivo aus Aüulien.

Löwntal
Flammkuchen mit halbgetrockneten Tomaten und Feta
Gern hätte der Genießer am Stand des Löwntals confierten Lachs mit Fenchel und Ananas probiert, doch Jonas Lang hatte angesichts der Wetterlage das Angebot auf Flammkuchen reduziert – verständlicherweise. Der knusprige Teigfladen mit den saftigen Tomaten (Foto ganz oben) mundete aber auch. Dazu gab’s einen Grauburgunder Oktav von Dr. Heger.

Müllers auf der RÜ
Meine Currywurst „Deluxe“ mit Süßkartoffelpommes, Wildkräutersalat, Mumbaicurry
Nelson Müllers luxuriöse Currywurst war ebenfalls genau das richtige Soulfood für den regengeplagten Genießer.

Bliss
Kurz gegrillter Thunfisch im Sesammantel,
Seealgensalat und Dip
Der exotische Thunfisch stillte die Sehnsucht nach Sonne und Meer und hätte die nötige
Erfrischung gebracht, wenn’s warm gewesen wäre. 

Löwntal
Schokoladenkuchen zum Dessert
Mächtig gut: Die Hochprozentige Schokolade sorgt auch bei schlimmsten Wetter für genügend Glückshormone.

Das Wetter wird gut. Am Wochenende.

Die Muskalisch-kulinarische Meile in Essen Kettwig geht noch bis 14. August 2016. Alle Infos hier.

Donnerstag, 11. August 2016

Bochum kulinarisch 2016 Eröffnung: Kälte sibirisch, Essen fantastisch

Einzug der kulinarischen Gladiatoren zur Eröffnung 

 Gastronomen-Parade: Klappern gehört zum Handwerk

Rein wettertechnisch hatten die Bochumer bei der gestrigen Eröffnung ihrer Gourmetmeile Glück im Unglück. Obwohl die Kälte für einen Augusttag geradezu sibirisch war, meinte der Wettergott es gut mit ihnen. Trotz eines heftigen Regenschauers, der genauso kurz, knapp und erfrischend war die die Eröffnungsansprachen von „Bochum kulinarisch“-Chef Heinz Bruns, Bochums Stadtdirektor Michael Townsend und Hattingens OB Dirk Glaser kurz zuvor, verbrachten tausende vermummte Schleckermäuler den Eröffnungsabend auf dem Boulevard in der Innenstadt. Ob die beiden etxra für diesen Anlass kreierten „Bochum kulinarisch“-Edelbrände dabei geholfen haben?

Spritzige Ansprachen wie der Regenguss danach:
Pressefrau Susanne Schübel, Chef-Gastronom Heinz Bruns,
Bochums Stadtdirektor Michael Townsend und Hattingens OB Dirk Glaser (v.r.)

16 Gastronomen aus Bochum, Hattingen und Witten bestreiten in diesem Jahr. Zwei Newcomer sind dabei: Gut Mausbeck aus Bochum-Gerthe und das Hattinger Restaurant An de Krüpe.

Der Genießer verbrachte den Eröffnungsabend auf zwei, sagen wir mal, gesellschaftlichen Ereignissen: dem Eröffnungsempfang am Stand der Privatbrauerei Moritz Fiege und anschließend beim Treffen der Mitglieder von Slow Food Bochum. Da blieb ihm nichts anderes übrig, als zu essen, was auf den Tisch kam, so dass die Auswahl der unten dokumentierten Gerichte rein zufällig zu Stande kam. Eine repräsentative Aussage traut er sich dennoch zu machen. Er fand die Gerichte alle so fantastisch, dass er „Bochum kulinarisch“ in seiner privaten Gourmetmeilen-Rangliste fürs Ruhrgebiet auf die Überholspur von „Essen genießen“ und „GourmeDo“ gesetzt hat.

 An de Krüpe
Hirschkalbs-Carpaccio mit Petersilienpesto, Parmesan, gebratenen Pfifferlingen und Salat
Würziger Einstieg vom Hattinger Wild-Spezialisten, der den nahenden Herbst vorwegnahm.

Tucholsky
Tatar vom Label-Rouge-Lachs mit Samtjoghurt, Meerrettichkaviar, Dill, Roggenbrot
Eher zurückhaltendner Gruß aus dem Bermudadreieck mit edelsten Zutaten.

Diergardts Kühler Grund
Gebratener Matjes mit Birne, Bohnen und Speck
Traditionsbewusste Kombi aus holländisch-norddeutschen Klassikern.

Diergardts Kühler Grund
Geschmorte Magerbäckchen mit BBQ-Jus, Pfifferlingen und Beluga-Linsen
Butterzart geschmortes Fleisch, erdige Beilagen, ein Gedicht.

Livingroom
Brandenburger Büffeljoghurt
mit marinierten Blaubeern, Quinoa und Karamell
Dessert von eleganter Un-Süße, schmeckt nicht nur Schaufensterpuppen. Witzig: Quinoa-Popcorn.

 Zum Wohle!

Bochum kulinarisch geht noch bis zum 14. August 2016.
Alle Infos hier.

Dienstag, 9. August 2016

Bochum: Neuer Spanier „La Mesa“ in Stahlhausen

Wenn Babak in der Küche steht, läuft's.

Viele Ruhrgebietler kennen den Koch und Gastronomen Babak Jawaheri noch aus Läden in Essen (z.B. Emilio) und vor allem aus seiner tragischen Zeit im Bochumer Zentral. Jetzt ist er aus dem heißen Pflaster der Bochumer City an den Rand der Innenstadt gezogen. In Stahlhausen eröffnete er vor etwa zwei Monaten das spanische Restaurant samt Weinhandel „La Mesa“. Die industriell geprägte Gegend südlich von Alleestraße und Westpark hat in letzter Zeit durch den unweit gelegenen Moltke Markt, den ersten Feierabendmarkt im Ruhrgebiet, einen ungeahnten kulinarischen Aufschwung genommen. Und auch das Gebäude, in dem die rustikalen Tische von „La Mesa“ stehen, hat es in sich. Das ehemalige Gesundheitshaus des Stahlwerks Bochumer Verein, in der Wirtschaftswunderzeit im schönsten 50er-Jahre-Stil erbaut und zwischenzeitig u.a. als Künstlerkolonie genutzt, wurde ganz stilgerecht zum Bessem-Carré renoviert und ist jetzt ein architektonisches Juwel in Bochum. Ein Ausflug ins „La Mesa“ mit seiner Terrasse im Grünen wird zudem dadurch erleichtert, weil es vor dem Haus einen großen Parkplatz gibt.

Gut besucht: La Mesa an der Bessemer Straße 

Schöne Weine in der Vinothek

Auf die Frage, was ihn an der spanischen Küche fasziniert, muss Babak lachen. „Eigentlich möchte ich ja asiatisch inspirierte Küche machen“, schmunzelt der gebürtige Iraner. Aber die Bochumer Szene mag’s nun mal spanisch-mallorquinisch, und der Erfolg gibt Babak Recht. An einem Dienstag Abend, mitten in den Sommerferien, brummt der Laden. Anfangs, als sich das Personal noch nicht eingespielt hatte, kam es bei dem großen Erfolg wohl zu Irritationen. Aber wenn Babak selbst am Herd steht, gibt es unschlagbare spanische Spezialitäten. Davon konnte sich der Genießer bei einem kleinen Pressestammtisch letzte Woche überzeugen, zumal es auch noch fantastische Weine aus der hübschen Weinabteilung des „La Mesa“ gab.

Pata Negra, Oliven und Manchego

 Ceviche vom Zander, Ziegenkäse und Rosmarin

 Frittierter Baby-Oktopus


Verschiedene Meeresfrüchte-Tapas


Ausflug nach Asien: Sashimi vom Thunfisch


Roastbeef und Filet vom Rind


Gegrilltes Eis mit Früchten

¡Salud!

La Mesa. Bochum, Bessemer Str. 30. Tel: 0234/45930572. Mo-Mi 17.00-22.00 Uhr, Do-So 18.00-24.00 Uhr. Infos hier.

Montag, 8. August 2016

Gourmetmeilen 2016: „Bochum kulinarisch“ und „Musikalisch-kulinarische Meile“ in Essen-Kettwig starten Mitte der Woche

Mit dem Sechs-Gourmetmeilen-Marathon am letzten Wochenende hat die Gourmetmeilensaison 2016 sicherlich ihren Höhepunkt erreicht. Aber auch der jetzt beginnende Endspurt hält absolute Highlights bereit. So startet am Mittwoch, den 10. August 2016, mit „Bochum kulinarisch“ eine der bestbesuchten Veranstaltungen dieser Art im Ruhrgebiet. Den Bericht über die Pressekonferenz dazu finden Sie hier.

Musikalisch-kulinarische Meile Kettwig (Archivbilder)

Am Donnerstag, den 11. August 2016, geht es mit der Musikalisch-kulinarischen Meile“ im beschaulichen Essener Stadtteil Kettwig los. Wie der Name schon sagt, gibt es zusätzlich zum kulinarischen Angebot auch zahlreiche Auftritte von beliebten Musikern auf mehreren Bühnen. Jahrzehntelang fand die „Musikalisch-kulinarische Meile“ als Aushängeschild der Kettwiger und der benachbarten Gastronomie aus dem Ruhrtal im Kettwiger Ortskern statt, bis man vor vier Jahren als „Seerosenfest“ ans Ruhrufer zog. Über den Standortwechsel kam es aber zwischen den Gastronomen und dem Veranstalter zum Streit. Das Ergebnis: Nachdem man zurück in den Ortskern gezogen ist, sind in diesem Jahr überhaupt keine Kettwiger Gastronomen mehr dabei. Um die Lücken aufzufüllen, wurden so bewährte Gourmetmeilen-Bespieler wie der Bio-Metzger Scharun aus dem fernen Bottrop oder Neulinge wie das aufgefrischte Löwntal aus Essen engagiert. Die bieten ja durchaus Qualität.

Bochum kulinarisch. 10.-14.8.2016. Bochum-City, Boulevard. Alle Infos hier
Muskalisch-kulinarische Meile. 11.-14.8.2016. Essen-Kettwig. Alle Infos hier.

Sonntag, 7. August 2016

Auf dem Balkon: Pulpo │ Kirschtomaten │ frittiertes Basilikum │ Knoblauch │ Olivenöl│ Pimentón picante de la Vera │ Kartoffeln

Sommer satt: Die farbenfrohe Variante des Pulpo auf galizische Art.

Ohne Magie scheint’s beim Pulpo nicht zu gehen. Die einen schwören darauf, Korken mit ins Wasser zu tun, damit er beim Kochen butterzart wird. Die anderen halten das für Humbug, man müsse den Tintenfisch nur einmal über Nacht einfrieren und dann langsam wieder auftauen lassen. Der Genießer hat weder das eine noch das andere getan. Auch hat er den Tintenfisch nicht auf der Marmorplatte seine Balkontisches durchgeprügelt. Und dennoch war der 500-Gramm-Krake nach knapp vierzig Minuten Kochzeit wunderbar zart.

Allerdings verriet das Rezept für Pulpo auf galizische Art, von dem ich mich weitgehend inspirieren ließ, ein anderes Küchengeheimnis. Damit sich die Tentakel beim Kochen nicht zusammenkringeln, sollte man sie erst mal vorsichtig ins kochende Wasser tauchen. Der Genießer probierte es aus, doch eh er sich versah krümmten sich die Dinger wie die Zehen eines wasserscheuen Teenagers beim ersten Kontakt mit dem Badewasser.

Der Tintenfisch wiegt um die 500 Gramm
und reicht für zwei Personen.

Das rustikale Ur-Rezept, bei dem der Pulpo nur mit Wasser und Zwiebeln weich gekocht und später mit bestem Olivenöl und Pimentón picante de la Vera (geräuchertes Paprikapulver) gewürzt wird, wurde jedoch erweitert. In den Sud kamen auch noch ein wenig Suppengrün, Pfeffer- und Pimentkörner, Nelken und vor allem Fenchelsamen, die dem Kraken-Fleisch noch eine raffinierte Note gaben. Und die Kartoffeln ergänzte er durch geschmolzene Tomaten mit frittiertem Basilikum und Knoblauch.

Wiedergefunden: Ein 2009er Sauvignon blanc aus Umbrien

Als Weinbegleitung gab’s eine Keller-Trouvaille, einen umbrischen Cabernet blanc Traluce der Tenuta Le Velette aus dem Jahr 2009, den meine Schwester einmal aus Italien mitgebracht hatte und den wir leider nie gemeinsam trinken konnten. Wegen oder trotz seiner sieben Jahre, die er auf dem Buckel hatte, verfügte er über die nötige Power, um mit den kräftigen Aromen des Gerichts fertig zu werden.

Rezept: Pulpo │ Kirschtomaten │ frittiertes Basilikum │ Knoblauch │ Olivenöl│ Pimentón picante de la Vera │ Kartoffeln
Ergibt 2 Portionen

1 küchenfertiger Pulpo zu 500-600 Gramm
1 Möhre, ½ Stange Lauch, 1 große Zwiebel
1 Lorbeerblatt
1 TL Pfefferkörner
1 TL Pimentkörner
1 EL Fenchelsamen
6-8 festkochende Kartoffeln
Salz
500 g Kirschtomaten
1 große Zehe Knoblauch
Basilikumblätter
Grobes Meersalz
Pimentón picante de la Vera (geräuchertes Paprikapulver)

Kartoffeln schälen.
Pulpo waschen und den Zahn entfernen. Wasser mit Suppengrün, Peffer und Pimentkörner, Fenchelsamen und Lorbeerblatt zum Kochen bringen, Pulpo hineingeben und in etwa 40 Minuten oder länger weich kochen. Mit einem Spitzen Messer die Garprobe machen.
Gar gekochten Pulpo aus dem Sud nehmen. Genügend Sud zum Kochen de Kartoffen in einen Topf geben, salzen und die halbierten Kartoffeln darin gar kochen.
Knoblauchzehe schalen und in dünne Scheiben, Basilikumblätter in schmale Streifen schneiden.
Olivenöl in eine Pfanne geben, erhitzen und die Kirschtomaten darin bei geschlossenem Deckel schmoren, bis sie aufplatzen. Konblauchscheiben und Basilkumstreifen dazu geben und kurz mit frittieren lassen, ohne dass der Knoblauch Farbe annimmt. Tomaten samt Flüssigkeit in eine Schüssel geben und warm halten.
Gekochten Pulpo in Stücke schneiden. Etwas Olivenöl in de leer Tomatenpfanne geben, wieder erhitzen, und die Pulpo-Stücke darin vorsichtig anbraten, bis leicht Farbe annehmen.
Wenn die Kartoffeln gar sind, sie auf Portionsteller geben. Die warm gehaltenen Tomaten darüber geben und mit den Pulpo-Stücken garnieren. Pulpostücke mit etwas Olivenöl beträufeln und einer Messerspitze geräuchertem Paprikapulver bestäuben. Mit groben Meersalzkristallen bestreuen.

Zum Wohle!

Samstag, 6. August 2016

Zu Gast in Recklinghausen 2016 und Haltern bittet zu Tisch 2016: Entspannung an der A43

Die Idee, die A2 zum Kulinarik-Highway an diesem Sommer-Wochenende 2016 zu erklären, ist nach hinten los gegangen. Die große West-Ost-Achse im nördlichen Ruhrgbiet ist nämlich bei Recklinghausen wegen Brückenbauarbeiten vollgesperrt.

Weltoffen wie ein Münchener Biergarten:
Recklinghausen bittet zu Tisch

Also nutzte der Genießer die leidlich befahrbare A43, das zentrale Ruhrgebiet für eine Stippvisite von zwei Veranstaltungen an diesem Marathon-Wochenende zu verlassen: „Zu Gast in Recklinghausen“ und „Haltern bittet zu Tisch“. Und er war erstaunt, was für eine fröhlich entspannte Atmosphäre auf den Plätzen herrschte. „Zu Gast in Recklinghausen“ vor dem imposanten Rathaus erinnerte ihn wie eh und je an die selige Gastfreundlichkeit des weltoffenen München mit seinen Biergärten. Und „Haltern bittet zu Tisch“ auf dem hübschen Marktplatz mit Kirche, historischem Rathaus und Brunnen erinnerte ihn vollends an das Savoir vivre bei einem Dorffest in der französischen Provinz. Ob’s allein an dem sonnendurchfluteten, warmen Sommerabend lag?

Heiter wie ein französisches Dorffest:
Haltern bittet zu Tisch

In den letzten Jahren machten die Gourmetmeilen im nördlichen Ruhrgebiet immer einen weitaus rustikaleren Eindruck auf den Genießer als die der großen Ruhrgebiets-Metropolen. Auch gestern gab es ein schönes Angebot an Reibe- und Blaubeerpfannkuchen, und die halbe gelackte Ente mit Rotkohl und Klößen von Ernst Scherrer, die jahrzehntelang die lokale Gastronomie prägte, wurde diesmal nach dem Rückzug des Veteranen in den Ruhestand von Haus Bergedieck gepflegt. Und dennoch war der Genießer überrascht, was für tolle Gerichte gestern auf den Teller kamen.


Zu Gast in Recklinghausen
Hotel Restaurant Loemühle: Rosa Kalbsrücken an Frankfurter Kräutern, grünen Bohnen und Parmesaneis
Ein Gericht, das lässig die Angebote auf der GourmeDo oder Essen verwöhnt in den Schatten stellt. An der wunderbaren Aromenzusammenstellung und der sommerlich-frischen Kombiantion von warmen Bohnen, kaltem Eis und schillernden Salzkristallen merkt man, das Suvad Memovic, Küchenchef der Loemühle in Marl, seine ersten Meriten einst als Souschef in Thomas Bühners Sternetempel „La Table“ auf der Dortmunder Hohensyburg erkochte. Einziges Manko: Als rosa konnte man den Kalbsrücken leider nicht mehr bezeichen, was dem Geschmack jedoch keinen Abbruch tat.

Zu Gast in Recklinhausen
Suberg’s: Mini-Knödelinos an Riesling-Kräuter-Sauce und geschmorten Zwergtomaten
Ein richtiger Sommerspaß war dieses vegetarische Gericht von der Ruhrfestspielhaus-Gastronomie Suberg’s. Mit Rote Bete, Kräutern oder ohne alles kunterbunt gefärbte Mini-Knödel in einer sanften, frisch-pikanten Sauce mit einem ebenso kunterbunten Blüten-Salat.

Haltern bitte zu Tisch
Hotel-Restaurant Himmelmann: Pulled Pork vom heimischen Wild mit Rosmarinbuchtel, Spitzkohl, Mango, Chili
Ganz auf der Höhe der (Street-Food-)Zeit war das Hotel-Restaurant Himmelmann aus Lippramsdorf mit seinem Pulled-Wildschwein-Angebot. Asiatisch-westfälisch die Aromenzusammenstellung, die Schärfe des Chili wurde durch die Süße der Mango kontakariert. Die Rosmarinbuchtel war köstlich, aber etwas zu groß. Dafür hätte man sich von den hausgemachten Kartoffelchips, die unangekündigt auf dem Teller lagen, mehr gewünscht.

Haltern bitte zu Tisch
Ratsstuben: Sous-Vide Gänsestopfleber mit Kirschen, Mandeln, Brioche und Rahm
Die Halterner Ratsstuben präsentierten ein Produkt, zu dem sich sonst im Ruhrgebiet nur die Résidence oder La Grappa in Essen trauen würden: Gänsestopfleber. Ganz modern sous-vide als eine Terrine zubereitet, wurde das Edel-Zeugs mit klassischen Zutaten serviert, köstlich. Die Sache wäre perfekt gewesen, hätte der Genießer noch einen Süßwein dazu bekommen. Doch der Ratsstuben-Stand durfte keine Getränke verkaufen, und am Weinstand gab‘s nur einen halbtrockenen Riesling. 


Zu Gast in Recklinghausen (Infos hier) und Haltern bittet zu Tisch (Infos hier) gehen noch bis Sonntag, 7. August 2016.