Der Text erschien erstmals in "Bochum geht aus 2015".
Das Restaurant ist geschlossen, wird ab April 2025 jedoch unter einem neuen Inhaber mit einer veränderten Küche weitergeführt.
Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt – was als autoritäre Erziehungsmaxime früher so manchem Kind den Spaß am Essen verdarb, ist in heutigen Restaurants ein Versprechen von ungeahntem Genuss. Jedenfalls in guten. Denn da braucht man eigentlich gar nicht zu wissen, was es gibt, denn ein guter Koch sollte schließlich alles so zubereiten, dass es gut schmeckt.
Bei „Tante Anna“ jedenfalls flößte mir alles so viel Vertrauen ein, dass ich ohne Zögern des Menü „Surprise“ bestellte, das dienstags bis donnerstags im Angebot ist. Schon die weißen Fensterrahmen des schieferverkleideten Hauses an der Niedersprockhöveler Hauptstraße waren einladend, und als ich den etwas engen Eingangsbereich hinter mich gebracht hatte, kam ich in die romantisch verwinkelten, in elegant-lässigem Landhaus-Stil eingerichteten Gasträume. Bei den sommerlichen Temperaturen waren die Wintergartenwände aufgeklappt und gaben Weg und Blick frei auf einen nicht weniger eleganten Garten, in dem ein japanisch anmutender Springbrunnen mit den Gästen, die an den Tischen auf dem gepflegten Rasen saßen, um die Wette murmelte.
Und auch der Blick auf die Speisekarte belehrte mich, dass der langjährige Chefkoch Detlef Bündert, der auch nach der Übernahme des Hauses durch Jutta Vollmann am Herd steht, mit seiner durchaus raffinierten, aber grundsolide und ohne modischen Schnickschnack zubereiteten Frischeküche den Geschmack der Gäste trifft. Hausgebeizter Lachs mit Honig-Senf-Dillsauce, knusprigen Reibekuchen und Salat (12,50 Euro), Seeteufel in der Kartoffelkruste mit Rieslingsauce und feinem Gemüse (26,50 Euro) oder Irisches Ochsenfilet mit Whiskey-Pfeffersauce, Röstkartoffeln und Gemüsebouquet (29,50 Euro) versprachen Genuss ohne Reue, zumal die Teller, die an andere Tische getragen, auch sehr elegant angerichtet waren. Richtig luxuriös wurden die Gerichte etwa bei Filets vom Atlantik-Steinbutt mit Trüffelscheiben auf Nudeln und Gemüse (31,50 Euro). Zudem machte Spaß, den Kellner zu beobachten, wie er mit cooler Routine die Weinflaschen aus dem reichhaltigen Angebot am Tisch öffnete.
So ersparte ich mir die Qual der Wahl, bestellte das Überraschungsmenü und wurde nur gefragt, ob ich Fisch oder Fleisch zum Hauptgang wollte. Ich entschied mich für Fleisch, Fisch dürfte jedoch durchaus in der Vorspeise Verwendung finden.
Nach ein paar Scheiben Baguette mit einer leckeren Pesto-Zubereitung als Aufstrich kam die Überraschung Nummer 1: zarter Matjes mit hausgemachter Mayonnaisen-Joghurt-Sauce, die wunderbar mild war, nicht zu sauer und nicht zu zwiebellastig. Zum Hauptgang folgte Überraschung Nummer 2: Ein butterzart geschmortes Kalbsragout mit Morcheln, Pfifferlingen und Sommergemüsen. Dazu gab es hausgemachte Nudeln. Auch dieses unprätentiöse Gericht schmeckte ausgezeichnet und zeigte, wie man mit einfachen Mitteln den Gast glücklich machen kann. Dazu gab es einen französischen Merlot (0,2 l 6 Euro). Den Abschluss bildete schließlich eine Kugel Eis mit Früchten.
Das Experiment zu essen, was auf den Tisch kommt, war voll gelungen, vor allem auch, weil das Überraschungsmenü mit 29,50 Euro recht preisgünstig war. Und den Abend im angenehmen Ambiente von Tante Anna zu verbringen, hatte etwas von einem Urlaubstag direkt vor der Haustür.
Das Restaurant ist geschlossen, wird ab April 2025 jedoch unter einem neuen Inhaber mit einer veränderten Küche weitergeführt.
Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt – was als autoritäre Erziehungsmaxime früher so manchem Kind den Spaß am Essen verdarb, ist in heutigen Restaurants ein Versprechen von ungeahntem Genuss. Jedenfalls in guten. Denn da braucht man eigentlich gar nicht zu wissen, was es gibt, denn ein guter Koch sollte schließlich alles so zubereiten, dass es gut schmeckt.
Bei „Tante Anna“ jedenfalls flößte mir alles so viel Vertrauen ein, dass ich ohne Zögern des Menü „Surprise“ bestellte, das dienstags bis donnerstags im Angebot ist. Schon die weißen Fensterrahmen des schieferverkleideten Hauses an der Niedersprockhöveler Hauptstraße waren einladend, und als ich den etwas engen Eingangsbereich hinter mich gebracht hatte, kam ich in die romantisch verwinkelten, in elegant-lässigem Landhaus-Stil eingerichteten Gasträume. Bei den sommerlichen Temperaturen waren die Wintergartenwände aufgeklappt und gaben Weg und Blick frei auf einen nicht weniger eleganten Garten, in dem ein japanisch anmutender Springbrunnen mit den Gästen, die an den Tischen auf dem gepflegten Rasen saßen, um die Wette murmelte.
Und auch der Blick auf die Speisekarte belehrte mich, dass der langjährige Chefkoch Detlef Bündert, der auch nach der Übernahme des Hauses durch Jutta Vollmann am Herd steht, mit seiner durchaus raffinierten, aber grundsolide und ohne modischen Schnickschnack zubereiteten Frischeküche den Geschmack der Gäste trifft. Hausgebeizter Lachs mit Honig-Senf-Dillsauce, knusprigen Reibekuchen und Salat (12,50 Euro), Seeteufel in der Kartoffelkruste mit Rieslingsauce und feinem Gemüse (26,50 Euro) oder Irisches Ochsenfilet mit Whiskey-Pfeffersauce, Röstkartoffeln und Gemüsebouquet (29,50 Euro) versprachen Genuss ohne Reue, zumal die Teller, die an andere Tische getragen, auch sehr elegant angerichtet waren. Richtig luxuriös wurden die Gerichte etwa bei Filets vom Atlantik-Steinbutt mit Trüffelscheiben auf Nudeln und Gemüse (31,50 Euro). Zudem machte Spaß, den Kellner zu beobachten, wie er mit cooler Routine die Weinflaschen aus dem reichhaltigen Angebot am Tisch öffnete.
So ersparte ich mir die Qual der Wahl, bestellte das Überraschungsmenü und wurde nur gefragt, ob ich Fisch oder Fleisch zum Hauptgang wollte. Ich entschied mich für Fleisch, Fisch dürfte jedoch durchaus in der Vorspeise Verwendung finden.
Nach ein paar Scheiben Baguette mit einer leckeren Pesto-Zubereitung als Aufstrich kam die Überraschung Nummer 1: zarter Matjes mit hausgemachter Mayonnaisen-Joghurt-Sauce, die wunderbar mild war, nicht zu sauer und nicht zu zwiebellastig. Zum Hauptgang folgte Überraschung Nummer 2: Ein butterzart geschmortes Kalbsragout mit Morcheln, Pfifferlingen und Sommergemüsen. Dazu gab es hausgemachte Nudeln. Auch dieses unprätentiöse Gericht schmeckte ausgezeichnet und zeigte, wie man mit einfachen Mitteln den Gast glücklich machen kann. Dazu gab es einen französischen Merlot (0,2 l 6 Euro). Den Abschluss bildete schließlich eine Kugel Eis mit Früchten.
Das Experiment zu essen, was auf den Tisch kommt, war voll gelungen, vor allem auch, weil das Überraschungsmenü mit 29,50 Euro recht preisgünstig war. Und den Abend im angenehmen Ambiente von Tante Anna zu verbringen, hatte etwas von einem Urlaubstag direkt vor der Haustür.
-kopf
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