Dienstag, 23. April 2013

Aus dem Archiv: Dreigiebelhaus - Verwunschen am Innenhafen

Der Text erschien erstmals in "Duisburg geht aus 2013/2014"
Das Restaurant gibt es nicht mehr.


Die Beständigkeit, mit der Klaus Spillecke das Dreigiebelhaus im Duisburger Stadtteil Altstadt betreibt, ist imponierend. Während die Gastronomien am benachbarten Innenhafen erst in den letzten 15 Jahren entstanden, gibt es das verwunschene Restaurant bereits seit 1976. Und mehr noch: das Dreigiebelhaus ist das älteste erhaltene Haus der Stadt, erstmals erwähnt als Teil eines Nonnenklosters im 16. Jahrhundert.

Und so umfängt den Gast eine ganz besondere Magie, wenn er, über den kleinen Hof kommend, der im Sommer als Biergarten genutzt wird, die schönen Räumlichkeiten betritt. Die Eicheneinrichtung, die mittlerweile auch schon eine gepflegte Patina bekommen hat, passt gut zur mittelalterlichen Atmosphäre. Den ersten, kleineren Raum dominiert die große Theke, der hintere, größere erinnert durch seine relative Höhe ein wenig an den Palas einer Ritterburg. Und dennoch herrscht hier Wohnzimmergemütlichkeit. Unten die fein eingedeckten Tische, über der Wandvertäfelung Bilder von bekannten Grafikern wie Prechtel und Friedländer.

Seit jeher setzt Klaus Spillecke auf gutbürgerliche, deutsche und internationale Gerichte, die in einer kleinen Küche im Keller des Hauses frisch zubereitet werden. Der „Ratsherrenteller“ aus Schweinefilet-Medaillons mit Champignon-Rahm, frischem Marktgemüse und Kartoffeln (14,50 Euro) bekommt in dieser Umgebung eine ganz besondere Wertigkeit, Schweineschnitzel „Wiener Art“ (12,50 Euro) oder die schönen Steak-Zubereitungen nach Tagespreis mit frei wählbaren Beilagen überzeugen Fleischfreunde. Allerdings: Eine kleine vegetarische Karte lockt unter dem Motto „Fleischlos, aber nicht reizlos“.

Mit wieviel Liebe und Können hier gekocht wird, bewies das Testessen. Für die Vorspeise wurde das rheinische Muschelessen, eine Spezialität der Region, provenzalisch interpretiert. Ausgelöste Miesmuscheln wurden in einer Knoblauch-Kräuterbutter überbacken und mit Baguette-Brot serviert (7,90 Euro), eine duftig-aromatische Angelegenheit. Als Reminiszenz an den diesjährigen nicht enden wollenden Winter bestellte ich als Hauptgang ein Hirschgulasch aus der Oberschale in Wildrahmsauce mit Preiselbeeren, Gemüsebukett, gefüllter Williamsbirne und Spätzle (14,90 Euro), das zart wie Butter auf der Zunge zerging. Der Spätburgunder „Oberbergener Kalkfelsen“ (0,2l 4,50 Euro) war dazu eine stilechte Begleitung. Zusammen mit der hausgemachten Roten Grütze mit Vanilleeis und Sahne (4,50 Euro) wäre das alles ein wunderbares (und preiswertes) Essen für ein Familienfest gewesen.
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47051 Duisburg, Nonnengasse 8

Aus dem Archiv: Dettmann’s Fisch & Steaks - Forever frisch

Der Text erschien erstmals in "Duisburg geht aus 2013/2014"
Das Restaurant gibt es nicht mehr.

Ich erinnere mich, dass ich schon Mitte der 1990er Jahre bei „Dettmann’s“ vorzüglich gegessen habe, und auch heute noch überzeugt Thomas Dettmann durch seine unkomplizierte Frischeküche. „Fisch & Steaks“ lautet der Untertitel des gemütlichen Bistros mit großer Terrasse in der Nähe des Wassersportsparadieses an der Wedau, zu dem auch ein Hotel gehört. Damit wird ein Küchenkonzept umrissen, das jegliche Schwellenangst vermeidet, sondern unprätentiösen, leckeren Genuss verspricht. Schweinerückensteaks, Spareribs und Grillteller stillen samt Beilagen als Komplettgericht preiswert den großen Hunger, US- und argentinische Hüft-, Rump- und Filetsteaks kosten je nach Größe zwischen 13,50 Euro und 26,90 Euro zuzüglich der individuell wählbaren Beilagen. Die Fischkarte bietet Wels, Rotbarsch, Lachs, Pangasius, Kabeljau und andere Fische, die ebenfalls individuell mit Beilagen und speziellen Saucen kombiniert werden können. Wer sich nicht entscheiden kann, dem sei der gemischte Fischteller (19 Euro) empfohlen. Komplett wird das Angebot durch eine Auswahl an Vorspeisen und Suppen.

Fürs Testessen hatte ich nicht reserviert, aber ich war früh genug da, um einen Platz zu bekommen. Im Laufe der Zeit füllten zahlreiche Hotelgäste und Ortsansässige das Restaurant, und immer wieder kam jemand vorbei, um einen Termin für ein Gruppenessen abzusprechen. „Dettmann’s Restaurant“ ist beliebt.

Um Thomas Dettmanns Kochkunst exemplarisch zu erleben, bot sich das Menü von der Sonderkarte an, für 26 Euro geradezu ein Schnäppchen. Dazu gehörte auch ein Glas Prosecco, auf das ich aber verzichtete. Es wurde mit dem Chardonnay (0,25l 5 Euro) verrechnet, den ich mir zum Hauptgang bestellte. Aufgrund des langen Winters konnte Thomas Dettmann noch keine saisonalen Spezialitäten wie frischen Spargel o.ä. anbieten. So kam das Frühlingsmenü etwas herbstlich daher, zeigte aber, was er unter Frischeküche versteht. Das Hirschcarpaccio mit Feigensenfsauce war ein aromatischer Appetithappen, der Lust auf den Hauptgang machte, ohne den Magen großartig zu belasten. Der Hauptgang bestand aus einem à point auf der Haut gebratenen Zanderfilet, das auf einem Gemüsebett aus Bohnen, Birnen und Speck lag und von gebratenen Kartoffelecken umringt war. Dazu gab es eine Chablissauce, die für sanfte Säure sorgte. Als Dessert gab es ein Grappaparfait mit gebratenen Apfelspalten, nicht zu süß und richtig lecker.

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47055 Duisburg, Kalkweg 26

Aus dem Archiv: Akazienhof - Griff nach den Sternen

Der Text erschien erstmals in "Duisburg geht aus 2013/2014".
Das Restaurant gibt es in dieser ambitionierten Form nicht mehr.

Ich weiß ja, dass Vergleiche hinken, aber irgendwie musste ich an einen Besuch bei Frank Rosin denken, als ich im „Akazienhof“ saß. Der in Ziegelrot verklinkerte Bau, an dem ich fast vorbei gefahren wäre, die kühle, helle und moderne Einrichtung mit den cremefarbenen Lederstühlen, die violett strahlenden Theke, die Schiefertafeln, auf denen die Gerichte serviert wurden, all das erinnerte mich an das mit zwei Michelin-Sternen hoch dekorierte Lokal des Fernsehkochs aus Dorsten. Dazu noch der perfekte Service unter Leitung der charmanten Ellen Kottmann, die kompetent auf alle Fragen eine Antwort wusste und, sekundiert von zwei weiteren Saaltöchtern, elegant die Gerichte auftrug – die Rituale der Sternegastronomie funktionierten auf jeden Fall im „Akazienhof“.

Von Beginn an wollte der Hotel-Betreiber Mikael Aydöner mit seinem Restaurant die Lücke zwischen normaler und Sternegastronomie schließen, und mit seinem jetzigen Küchenchef Günter Rönner ist er einen guten Schritt weiter gekommen. Im diesjährigen Restaurant-Ranking von Gerolsteiner, das alle großen überregional Restaurantführer auswertet, machte der „Akazienhof“ unter den Duisburger Lokalen einen großen Sprung von Platz 12 auf 5.

Das, was Rönner auf die Teller bringt, ist hoch artifizell und verlangt vom Gast konzentriertes Schmecken. Um die eleganten Texturen hervorzubringen, nutzte Rönner häufig moderne Kochtechniken, optisch wirken seine Kreationen wie die Auslagen eines Juweliers. „Genusstheater“ nennt Rönner seine Menüfolgen, die in neun, sechs oder drei Gängen anbietet (ca. 90, 60 oder 35 Euro, wahlweise mit Weinbegleitung). Häufig kommt Rönner aus der Küche, um mit seinen Gästen (nicht nur) über das Essen zu plaudern, oder auch, um eigenhändig am Tisch die Trüffel über Gänge wie „Süßsaure Rübchen im Trüffelnest mit grünen Tomaten“ zu hobeln.



Gruß aus der Küche

Allein sein kulinarischer Gruß aus der Küche birgt so viele Komponenten wie anderswo ein ganzes Menü. Ein Häppchen Curry-Tomaten-Orangen-Mouse mit Quinoa, einem südamerikanischen Urgetreide, und Kartoffelcrumble sowie ein Stück geräucherte Ente mit Chili-Kaviar begleiten eine Poulardenterrine mit Fenchel, Chioggiabeete, Pulpo-Kartoffelpapier, zu der noch Spuren von süßsaurer Kohlrabi und Tomaten- und Knoblauch-Textur gehören und die in Matcha-Erde paniert ist. Bei der Matcha-Erde handelt es sich anscheinend um die schmackhafte Verwertung der aufgebrühten Teeblätter aus einem anderen Gang des „Genusstheaters“, Wildfang-Bonito-Thunfisch im grünen Tee gegart, Petersilienwurzel, Bio-Wachtelei, Kaviar.

Eifeler Kaninchen

Beeindruckt bin ich von dem regionalen Gang, „Eifeler Kaninchen, rote Linsen, Bärlauch, Granny Smith“. Das Fleisch kommt in zwei Aggregatzuständen auf den Tisch, als Terrine und als sanft gegartes Filet am Stück. Die winzigen Apfelwürfel sorgen für ein angenehmes Süße-Säure-Spiel, und aus dem eigentlich deftigen Bärlauch hat Günter Rönner eine lange, dünne Gelee-Schlange destilliert, die durch ihr sanftes Knoblauch-Aroma besticht. Zum Kaninchen empfiehlt mir Ellen Kottmann einen kräftigen Gavi di Gavi (0,1 l 3,80 Euro), den sie großzügig einschenkt.

US-Nebraska-Rinderfilet

Sehr schön ist auch der zweite Fleischgang, den ich probiere, „US-Nebraska Rinderfilet mit Bio-Saitlingen, Poveraden und Topinambur“. Poveraden sind kleine Artischocken mit intensivem Geschmack, die in ihrer leicht mehligen Konsistenz gut zum Topinambur, der hier die Kartoffeln ersetzt, passen. Das Fleisch war natürlich tadellos gegart, außen dunkel und innen von einem leuchtenden Rot. Dazu war der portugiesische Rotwein „Fabelhaft“ von Niepoort (0,1l 4,80) ein Genuss.

Man könnte auch in den weiteren Gängen des „Gebusstheaters“ schwelgen, etwa Foie gras mit Haselnüssen und karamellisiertem Spargel oder Jakobsmuschel und Seeteufelbäckchen mit Mumbai-Curry in der Schale gebacken. Doch nutze ich diese Zeilen lieber für ein paar Worte zum Dessert. Das geflammte Eierliköreis mit Erdbeere, Waldmeister und Szechuan-Pfeffer war zu einem Genuss-Diorama auf einer schmalen, rechteckigen Schieferplatte drapiert und entfaltete im Mund eine schöne Geschmacksvielfalt.

Dessert

Den Appetit auf noch mehr Süßes stillten schließlich die Pralinen zum Capuccino (2,80 Euro)nach dem Essen. Auf einem Bett aus Mandelkrokant lagen eine After-Eight-Bällchen, Erdbeer-Champagner- und Kaffee-Trüffeln. Und nicht zu vergessen ein nach türkischem Rezept hergestelltes Baklava aus Pistazien und Honig.

Mal sehen, ob die Tester vom Michelin den „Akazienhof“ bald entdecken. Normal sterbliche Genießer sollten sonntags vorbeischauen. Dann gibt es zwar nicht das große „Genusstheater“, aber immerhin ein preiswertes Menü für ca. 25 Euro aus Günter Rönners Küche.

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47053 Duisburg, Düsseldorfer Str. 270

Montag, 22. April 2013

Aus dem Archiv: Zur Bockmühle - Individuell im Hotel

Der Text erschien erstmals in "Duisburg geht aus 2013/2014"

Die Erfahrung lehrt, dass Hotel-Restaurants die Bedürfnisse des hungrigen Übernachtungsgastes immer befriedigen, für Feinschmecker, die das Besondere suchen, aber nicht immer das richtige Angebot haben. So war ich überrascht, dass ich im Restaurant des Best Western Parkhotel zur Bockmühle zahlreiche Gäste vorfand, die ich nicht unbedingt für Hotelkunden hielt, sondern die anscheinend aus der Nachbarschaft stammten. In Oberhausen-Sterkrade geht man also in der Bockmühle essen – eine Empfehlung.

Rund um den rustikalen, kneipenähnlichen Tresen, der nicht so ganz zu dem modernen Lounge-Ambiente, das sich das Hotel z.Zt. durch Umbauarbeiten zulegt, passen will, verbreiteten zwei gut gelaunte Kellner mit lustigem südosteuropäischem Akzent eine gewisse Hektik, weil sie anscheinend noch eine größere Gruppe in den benachbarten Gesellschaftsräumen zu bedienen hatten. Doch meine Bestellungen kamen prompt, sofort hatte ich zum Entree etwas Brot mit einem leckeren Dip vor mir stehen.

Die Karte bot schöne Vorspeisen, Fleisch- und Fischgerichte, für den kleinen bzw. individuellen Hunger auch vegetarische und sog. Zwischengerichte samt ausgezeichneten Flaschenwein-empfehlungen. „Kreative Frische-Produkt-Küche“ will man hier anbieten, und das, was ich dann bekam, hatte denn auch eine durchaus eigenständige Note. Die gelungene Thaicurrysuppe (7,50 Euro) beinhaltete neben den auf der Karte annoncierten Shrimps auch ordentlich Pilze und Erbsen, war mit Koriander und Chili eindeutig asiatisch gewürzt und dabei so scharf, wie ich es in einem deutschen Restaurant nicht erwartet hätte. Zum Glück hatte ich einen offenen Cabernet Sauvignon im Glas (0,2l 6,50 Euro), der vor dem Suppengenuss noch etwas schruppig schien, danach aber bei eine Kugel Butterkaramell über die Zunge kullerte.

Überraschend gut dann der Hauptgang, ein „Natur gebratenes Kotelett vom Ibericoschwein auf cremigem Bohnengemüse und Speckröstkartoffeln“ (20 Euro). Das Kotelett war das, was man in Hamburg Karbonnade nennt, fast dreifach so dick geschnitten wie ein normales Kotelett, aber nur mit einem Knochen. Kernig im Geschmack und zart im Biss bildete es mit den verschiedenen Sahne-Bohnen und den vielleicht etwas fettigen Speckbartkartoffeln ein herzhaftes, rustikales Essen.

Zum Dessert gab es dann eine „geeiste Karamellbanane mit erlesenen Beeren auf Nougatsauce“ (9,50 Eure), eine mächtige Angelegenheit, die den Kaloriengehalt des Menüs glatt verdoppelte.

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46119 Oberhausen-Sterkrade, Teutoburger Straße 156
Fon 0208. 69 02 00
Mo-Sa 18 bis 22 Uh, So geschlossen
https://parkhotel-oberhausen.de/restaurant-zur-bockmuehle/

Aus dem Archiv: Marina Club im Mercure Hotel Duisburg City - Wein und Wahrheit

Der Text erschien erstmals in "Duisburg geht aus 2013/2014".

Wer den Weg über die große Treppe im Foyer des Mercure Hotel Duisburg City an der Landfermannstraße in die erste Etage gefunden hat, wird angenehm überrascht. Mit modernem Chic in sonnigem Orange eingerichtet, über den Lederpolster-Bänken Fotos vom Duisburger Innenhafen und anderen Sehenswürdigkeiten, ist der Marina Club des ein gemütliches Hotel-Restaurant. „Gelegentlich kommen auch Nicht-Hotelgäste hierher“, meinte die freundliche Bedienung, als ich danach fragte. „Wir machen da Werbeaktionen.“

Imponierend war die Weinkarte, die auf den Tischen lag. Namen wie Tesch (Nahe), Knipser und Minges (beide Pfalz), die bei engagierten Weinfachhändlern für individuelle Qualität im Portfolio sorgen, tauchten u.a. auf, auch schöne Rotweine wie ein Gigondas oder ein Pauillac. Und auch der 2011er Pfälzer Weißburgunder (0,1l 3,30 Euro), der als Empfehlung zum Wiener Schnitzel angeboten wurde, war beachtlich.

Das Essen kam mit dem fulminanten Weinangebot leider nicht ganz mit. Auf einer Sonderkarte wurde unter dem Motto „Frisches aus der Region“ auf die Regionalität der Erzeuger der Zutaten hingewiesen. Doch bei „Tomatensuppe mit Kräutersahne“ (5,50 Euro) oder „Roastbeef mit hausgemachter Sauce Remoulade, Mixed Pickles und Bratkartoffeln“ (13,50 Euro) konnte ich keinen Bezug zu Niederrhein oder Ruhrgebiet bemerken. Die Bratwurstschnecke mit Bartkartoffeln und warmem Krautsalat verortete ich eher ins westfälische Ruhrgebiet nach Dortmund als in die Niederrhein-Metropole Duisburg.

Also wählte ich von der eher international ausgerichteten Hauptkarte mein Testmenü. Als Vorspeise gab es zwei schön gebratene Jakobsmuscheln (13,50 Euro), die eigentlich auf ein Bett von Zuckererbsen gehörten. Auf meinen Wunsch wurden sie mit einer Portion Spinat ausgewechselt, dessen leichte Bitternote durch ein paar Streifen Radicchio und etwas Chicorée unterstützt wurden. Die Panade der Wiener Schnitzels (16,80 Euro) entbehrte leider jeglicher Knusprigkeit, die auch durch die üppige Portion trockener Pommes frites als Beilage nicht ausgeglichen wurde. Dazu gab es einen gemischten Salat. Versöhnlich stimmte dann das Dessert, Hagebuttenparfait auf Traubenragout (7,50 Euro). Das Eis hatte eine ganz individuelle Note.
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47051 Duisburg, Landfermannstr. 20
Fon 0203. 30 00 30
Mo-Sa 7-9.30 Uhr & 18-21.30 Uhr
https://www.mercure-duisburg-city.de/restaurant-bar/

Aus dem Archiv: La Gioconda - Erste Sahne

Der Text erschien erstmals in "Duisburg geht aus 2013/2014"

Der Dellplatz mit der imposanten Kirche St. Joseph ist ein kleines kulturelles und gastronomisches Zentrum in Duisburg. Hier befindet sich das Filmforum, in dem alljährlich mit der Duisburger Filmwoche eines der wichtigsten deutschen Dokumentarfilmfestivals stattfindet. So wundert es nicht, dass man sofort an den Film „Solino“ denken muss, wenn man das italienische Restaurant „La Gioconda“ betritt. In dem Streifen des preisgekrönten Regisseurs Fatih Akin geht es um die erste Pizzeria im Ruhrgebiet, und auch in dem Ristorante fühlt man sich sofort ins letzte Jahrhundert versetzt. Die naturhölzernen Sitznischen verbreiten 1980-er Jahre-Gemütlichkeit, und Inhaber Luigi Cichello betont, die Einrichtung sei noch vom Vorbesitzer übernommen.

Ins Auge fallen sofort die vielen Weinflaschen mit unüblichem Etikett, die neben dem Holz fürs Dekor sorgen. Dabei handelt es sich um den Hauswein, den die Inhaber-Familie in Kalabrien aus Greco Nero bzw. Calabrese, wie die Rebe Nero d’Avola dort heißt, produziert. So ein individuelles Angebot muss ich natürlich probieren, und die 6 Euro für 0,25l den Ökowein scheinen mir durchaus angebracht.

Die Lektüre der Speisekarte überfordert mich ein wenig. Mit ihrer Unzahl an Pizza, Pasta, Scallopine, Antipasti, preiswerten Mittagsgerichten etc. erinnert sie mich an so manchen Chinamann. Also greife ich zu dem alten Trick zurück, ein Gericht aus der kleinen Tageskarte und eins aus der Hauptkarte zu bestellen.

Der Koch erweist sich als ein Meister des Speise-Versteckens unter Sahnesaucen. Die hausgemachten Ravioli (10,50 Euro) fühlen sich aber recht wohl unter der sämigen Steinpilzsauce, deren Reste ich voller Appetit mit dem übrig geblieben Brot vom Entrée auftunke. Dann kommt der Hauptgang, „Gamberoni Amalfi“ von der umfangreichen Fischkarte (21,50 Euro). Auch die drei riesigen Garnelen finde ich kaum unter dem üppigen Überzug aus Sahne-Orangensauce und ich muss aufpassen, dass ich beim Auspuhlen der Schwänze aus dem Panzer nicht zu sehr herumspritze. Die übriggeblieben Sauce bleibt aber nicht auf dem Teller, denn die dazugehörige Folienkartoffel und das mit Käse überbackene Spinatgratin eigenen sich hervorragend als Saucenträger. Eine leckere, aber mächtige Sache.

Ohne Nachtisch ist ein Testessen kein Testessen, und so bestelle ich noch Tiramisu, schließlich sei das hausgemacht, wie mir versichert wird. Nein, hier gibt es keine Sahnesauce. Die drei dicken Ballen der Biskuit-Mascarpone-Crème (7 Euro) sind ‚nur‘ mit Kakao bestäubt. Was ein Glück!
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47051 Duisburg, Dellplatz 1-3
Fon o203. 2 72 02
tägl. 12-22 Uhr
https://ristorante-la-gioconda-duisburg.eatbu.com/

Aus dem Archiv: Casa Toscana - Das Klacken der Kräuterbutter

Der Text erschien erstmals in "Duisburg geht aus 2023/2014".
Das Restaurant gibt es nicht mehr.


Wenn ein Tourist den Duisburger Stadtteilnamen Altstadt hört, mag er sich etwas anderes vorstellen als die vielbefahrene Gutenbergstraße. Doch der Bau mit den extravaganten modernen Kolonaden aus den 1970er Jahren, in dem sich hier das „Casa Toscana“ befindet, hat mittlerweile ebenfalls historischen Charme, und das Ristorante der Familie Billeci gehört zu den alteingesessenen Italienern der Stadt. Einstmals war hier die Kneipe „Flotte Theke“, und in Erinnerung daran steht noch immer der gleichnamige Schmortopf mit drei kleinen Schweinefilets (14 Euro) auf der Karte.

Wenn man den Laden betritt, scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Die gepflegte Einrichtung mit ihren in dunklem Holz gehaltenen Nischen versetzt einen atmosphärisch in die Zeit vor der Jahrtausendwende. Zeitlos aktuell scheint dagegen die Vorspeisenvitrine mit ihren zahlreichen Verlockungen, und ich muss schmunzeln, als ich das Klacken höre, mit dem der Kellner die darin gut gekühlten Kräuterbutter-Bällchen in die Servierschälchen plumpsen lässt. Die Butter ist Teil des umfangreichen Entrées, zu dem neben dem obligatorischen Brot eine Bruschetta, Sardellen in Öl, Oliven und eine Olivenpaste gehören.

Die Lektüre der umfangreichen Karte erfordert etwas Zeit. Neben der Pizza-Parade, den hausgemachten Tortellini und anderen Nudelgerichten bestimmen Fleischgerichte das Angebot, Schwein von „Scaloppine al Limone“ (17 Euro) bis Cordon bleu (14 Euro), Rind von Rump- bis Filetsteak mit den verschiedensten Beilagen (17,50-25 Euro).

Doch ich bestelle von der handschriftlichen kleinen Sonderkarte, die Extravaganteres bietet. Als Vorspeise nehme ich „Feldsalat mit gebratenen Entenbruststreifen“ (8,50 Euro). Der Salat war ohne Irritation angemacht, die Entenbrust hätte etwas zarter ausfallen können, war aber eine ordentliche Portion. Genauso wie der Hauptgang, „Schwertfisch Steinpilzen Trüffelsauce und Reis“ (19,50 Euro). Das feste, durchgebratene Fleisch des Schwertfischs hätte fast als Schweineschnitzel durchgehen können, zumal es unter der sämigen Pilzsauce und den darüber gehobelten schwarzen Trüffelscheiben kaum zu erkennen ist. Zu dieser deftigen Zubereitung passt der rote Barbera (0,25l 4,70 Euro) hervorragend. Gut gesättigt gönne ich mir zum Abschluss des üppigen Mahls eine Zabaione, in der eine dicke Kugel Eis schwimmt. (6,20 Euro).
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47051 Duisburg, Gutenbergstr.6

Mittwoch, 17. April 2013

Bochum: Abschied von Daniel Birkner beim „Erlebnis Gourmetmetropole Ruhr“

Die zwei vom Bochumer Stadtpark, noch:
Daniel Birkner und Michael Hau.

Ende letzten Jahres hatte es ja schon Probleme mit der Gesellschaft Harmonie gegeben, doch dann entschloss man sich, die Villa am Bochumer Stadtpark nicht zu verkaufen und den Bestand des Restaurants „Herr B.“ zu sichern. Dennoch ist es jetzt soweit. Ende Juli verlässt der Daniel „Herr. B.“ Birkner Bochum, und die Stadt wird um eine kulinarische Attraktion ärmer. 

Feinschmeckern bleibt jedoch ein Trost. Weiterhin präsentiert Birkners Kollege Michael Hau in der „Orangerie im Stadtpark“ seine Spitzen-Küche und sorgt dafür, dass Bochum auch weiterhin in überregionalen Restaurantführern präsent bleibt.

Erika Bergheim von Schloss Hugenpoet

Bevor Birkner geht, starten die zwei vom Stadtpark noch einmal kulinarisch durch. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Erlebnis Gourmetropole Ruhr“ tischen sie Ende Mai in ihren Häusern exklusive Menüs auf und blicken dabei über den Tellerrand ihrer eigenen Stadt hinaus. Denn die Dritte im Bunde ist Erika Bergheim vom Sternerestaurant Nero im Essen-Kettwiger Schloss Hugenpoet. 

Am 30. Mai 2013 kreiert Michel Hau in der Orangerie fünf exquisite Gänge kreiert von Michael Hau zu Weinen des südafrikanische Ausnahmewinzers Miles Mossop. Der weinverliebter Individualist, Surfer und Familienvater wird seine Weinfamilie vorstellen. Reservierung unter Tel. 0234 507090. www.stadtpark-gastronomie.de

Tags darauf am 31. Mai 2013 gibt es im Restaurant Herr B. am Bochumer Stadtpark ein 4-Gang–Menü begleitet von Weingut Peth-Wetz. Infos und Reservierung unter Tel. 0234 507650. www.restaurant-herrb.de

Und zum Abschluss lädt am 1. Juni 2013 lädt das Nero im Schloss Hugenpoet zu einem 5-Gang-Sterne–Menü ein. Infos und Reservierung unter Tel. 02054 12040. www.hugenpoet.de

Sonntag, 14. April 2013

Jetzt buchbar: Westfalen Gourmetfestival 2013

Moderator Peter Großmann und Gerhard Besler vom
Westfalen Institut stellen das Programm vor.

Am 5. September 2013 startet das vierte „Westfalen Gourmetfestival“. 2011 initiierte das „Westfalen Institut“ zum ersten Mal diese kulinarische Veranstaltungsreihe, denn Westfalen verfügt seit Jahrzehnten über hervorragende Restaurants, Landgasthäuser und auch derzeit sieben Sternerestaurants. Das Festival ist keine Veranstaltung, die zentral an einem Ort stattfindet, sondern alljährlich mit teils wechselnder Besetzung und an ca. 10 bis 14 Spielorten in der ganzen Region.
Etwa zwei Drittel aller teilnehmenden Betriebe sind von Anfang an dabei und zählen zu den Eckpfeilern dieses Festivals, zwei bis drei Betriebe rotieren jeweils. Zu den Veranstaltungen werden auch Gastköche aus ganz Deutschland eingeladen.

Wie immer, liegt ein regionaler Schwerpunkt der teilnehmenden Häuser im westfälischen Ruhrgebiet. Die Eröffnungsgala, dsie von Sternekoch Björn Freitag (Goldener Anker, Dorsten), Sternekoch Elmar Simon (Restaurant Balthasar, Paderborn) , Manfred Kobinger (Sternekoch von 1989 – 2002, Rohrmeisterei Schwerte), Stefan Manier (Sternekoch von 2001 – 2005, Gasthaus Stromberg, Waltrop), Thomas Hartz (Waldhaus Ohlenbach, Schmallenberg) bestritten, wird findet am 5. September traditionsgemäß im Brauersaal der Dortmunder Brauereien statt, die Abschlussgala mit Léa Linster und Alfred Biolek am 5. November in der Rohrmeister Schwerte.

Hier die Termine der Teilnehmer aus dem Ruhrgebiet:

Overkamp, Dortmund: 19.9.2013 Festivalmenu mit Axel Schmidt (Bochum)und Dirk Eggers (Sprockhövel)
Haus Gerbens, Wickede: 26.9. 2013 Festivalmenü mit Björn Freitag (Dorsten)
L’Arrivée Hotel & Spa, Dortmund: 2.10.2013 Kochseminar mit Heiko Antoniewicz. 17.10.2013 Festivalmenü mit Stefan Manier (Waltrop)
Rohrmeisterei Schwerte: 24.10.2013 Janka Thiemann Savoir vivre libre. 25.10.2013 Weinmenü mit Weingut Kühn. 28.10.2013 Festivalmenü mit Jens Bomke. 25., 26.20 und 2.11. 2013 Whisky Tasting

Informationen zu allen Veranstaltungen aus ganz Westfalen und die Möglichkeiten zu buchen unter www.westfalen-gourmetfestival.de

 Pressekonferenz zum Westfalen Gourmetfestival 2013
Fotos: Westfalen Institut