Mittwoch, 8. Dezember 2010

Im Supermarkt entdeckt: San Marzano und Gelbe Tomaten bei Rewe



Aktualisierung 5.3.2016: Beide Tomatensorten gibt es schon lange nicht mehr.

Soll man jetzt lachen oder weinen? Da war man bislang stolz, als Slowfoodie der Welt von den San-Marzano-Tomaten als (durchaus teuren) Geheimtipp zu empfehlen, und jetzt stehen sie unter der poetischen Bezeichnung „Lava des Vesuvs“ bei Rewe im Regal. Zwar nicht von einem Slow-Food-Presidio zertifiziert, aber mit der Ursprungsbezeichnung „Pomodoro San Marzano dell‘ Agro Sarnese Nocerino“ DOP. „Die San Marzano Tomate stammt aus Kampanien, vom Fuße des Vesuvs, und ist eine besondere, traditionsreiche und pflegeintensive Sorte“, wird der Kunde auf einem Dosenaufkleber informiert. Seit über 25 Jahren widmen sich kleine Familienbetriebe liebevoll dem Anbau von San Marzano Tomaten. Da die vollreife, sehr schmackhafte Frucht für das Tomatenkraut zu schwer ist, muss jede Pflanze einzeln an einem Stock befestigt werden.“ Und wird von Hand geerntet. Da sind wohl die 1,99 Euro, die die 400-Gramm-Dose kostet, durchaus gerechtfertigt, im Vergleich zu den 35 bis 39 Cent, die eine normale Dose geschälte Tomaten kostet, jedoch ganz schön happig. Aber der Geschmack ist einmalig. (Es sei allerdings drauf hingewiesen, dass es bei Real in Wattenscheid San Marzano Tomaten von der Fa. Mutti für 1,79 Euro gibt – ebenfalls mit geschützter Ursprungsbezeichnung und sogar mit Jahrgangsangabe.)

Der Einsatz von Slow Food für die Tomatenspezialität hat sich anscheinend gelohnt. Doch hoffentlich geht das Bewusstsein, mit diesem Produkt etwas Besonderes auf dem Teller zu haben, jetzt nicht im banalen Überfluss des Supermarkt-Alltags unter.

Übrigens: Die von Feinschmeckern ebenfalls geschätzten gelben kampanischen Flaschentomaten gibt es bei Rewe auch, unter der Bezeichnung „Gold des Vesuvs“.


Kommentare:

  1. Und hast du die Rewe-Tomaten schon probiert? Ich nehme ja auch die von Mutti, die hol ich mir in der Metro.

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  2. Ich habe beide Sorten schon verkocht. Ich finde, dass sie durchaus der teuren zertifizierten Sorte vom Slow-Food-Presidio, ebenbürtig ist.

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  3. Rewe feine Welt - die Tomaten hatte ich noch nicht, kann ich nichts zu sagen. Vieles von den anderen Sachen ist aber aufgepimte Massenware mit Goldverzierung und Preisaufschlag. Hat mich angeregt zu einem Post zum Aldi Chateauneuf.
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  4. Die ganze Sache ist tatsächlich eher ein Problem des Marketings als der Produkte selbst. Wenn sich die Prodzenten der San-Marzano-Tomaten an ihre DOP-Richtlinien halten, wovon ich ausgehe, sind alle San-Marzano-Tomaten gleich gut, egal ob es die sündhaft teuren von Manufactum, dei weniger teuren von den exklusiven Fachhandlungen, die z.B. Slow Food verpflichtet sind, oder die auch nicht viel billigeren aus dem Supermarkt sind. Bei Rewe stört mich der Goldaufdruck. Gefühlsmäßig ziehe ich die San-Marzano-Tomaten des Großkonzerns Mutti, die man bei Real bekommt, vor. Allein deshalb, weil man bei Real in Wattenscheid anscheinend gar nicht weiß, was für einen Schatz man anbietet. Die Dosen stehen bei den normalen Tomatenkonserven und nicht im Sonderregal für italienische Spezialitäten, wo ich sie mit meinen Loha-Bewusstsein eigentlich verorten würde. Oder stecken da auch schon wieder Absprachen dahinter, die man als Kunde gar nicht durchschaut?

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  5. Woher kommt eigentlich dieser unglaublich überhebliche Ton? Sollte man vielleicht mal nachdenken, in wie weit das angebracht ist.

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  6. Bei welchem Real denn in WAT? :)

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