Freitag, 4. März 2011

Neu in Dortmund: Veganer Supermarkt „Vegilicious Veggie Shop“



Frontfrau der Veganer: Kim Kalkowski in ihrem Supermarkt

Ende Februar hat im Dortmunder Brückstraßenviertel Deutschlands erster veganer Supermarkt eröffnet. Auf 90 Quadratmetern verkauft Kim Kalkowski Lebensmittel und andere Waren des täglichen Bedarfs, die nicht tierischen Ursprungs sind.

Ein wenig überrascht war der Genießer schon, dass das erste, was der Genießer in den Regalen des „Vegiliciuos Veggie Shop“ fand, Fix-Fertigsaucen für Hähnchen, Chili con Carne und Lachs-Gratin zu finden. „Stimmt“, meint Kim Kalkowski und lächelt verständnisvoll, „das sieht etwas seltsam aus. Aber es gibt kaum solche Fix-Produkte, die auf den Verpackungen nicht mit Fleischzubereitungen werben. Die Produkte selbst sind aber völlig vegan und können selbstverständlich auch zum Würzen von fleischlosen Gerichten benutzt werden.“ Und Alternativen zum Fleisch gibt es in vielfältiger Form, als Soja-Präparate, die in Marinaden eingeweicht und dann gebraten jedes Menü vervollständigen können.

Veganer Fleischersatz

Kim Kalkowski ist in der Veggie-Szene keine Unbekannte. Die 26-jährige Frontfrau des „Vegilicious Veggie Shop“ sieht mit ihren Piercings und Tattoos zwar eher aus wie die Sängerin einer Punkband, ist mit ihrem selbstsicheren Auftreten und Argumentieren eine überzeugendes Beispiel für jemanden, für den das Veganertum ein selbstverständlicher Lebensstil ist. Und damit ist sie nicht allein. In Deutschland gibt es nach Auskunft der Veganen Gesellschaft in Berlin 600.000 Veganer, und es werden immer mehr – auch aufgrund der steigenden Anzahl von Allergikern. „Missonieren wollen wir aber nicht“, meint sie. „Letztendlich muss jeder für sich selbst entscheiden, was er essen und wie er leben will.“ Bekannt wurde Kim als Torten-Designerin und „Vegan Cake Artist“ und mit ihrem Backbuch „Vegan Wondercakes“. So gehört zum Supermarkt ein kleines Café, in dem Torten ohne Ei und Sahne angeboten werden.

Die Eröffnung des Supermarktes ist das Resultat einer konsequenten Entwicklung. Seit fünf Jahren betreibt Kim Kalkowski mit ihren mittlerweile 16 Mitarbeitern den Internet-Versand „Vegan Wonderworld“, der die Basis des Supermarktes ist und auf den Angebotsseiten man auch das Sortimentdes Supermarktes kennen lernen. Und da gibt es nicht nur Lebensmittel, sondern auch Hundefutter und Kondome aus garantiert tierfreien Grundstoffen.

Kommentare:

  1. Was es nicht alles gibt, worauf Veganer acht geben. Ich ziehe den Hut vor so viel Konsequenz. Auch wenn das für mich nicht in Frage kommt.

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  2. Ich bin da zuerst einem Missverständnis erlegen. Mein erster Eindruck war nämlich: Bäh, nur verpacktes Zeug, wer braucht das schon? Zum Beispiel vegane Mayonnaise oder vegane TK-Pizza - in meinem Normalo-Leben als Nicht-Veganer lasse ich ja auch die Finger von so'm Zeug. Ich habe hier die Frischeabteilung vermisst - bis ich drauf kam, dass man sein frisches Gemüse ja schon vom Markt oder Biobauern nach Hause geschlört hat und nun on top noch ein paar besondere Dinge braucht. In dieser Hinsicht ist Kims Supermarkt wirklich für etliche Überraschungen gut. Da ist bestimmt auch was für Frau Kampi dabei.

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  3. Das Eine oder Andere ist sicher interessant, aber an anderen Stellen läuft man Sturm gegen Analogkäse, hier wird er verkauft.
    Übrigens im Februar gab es die erste Vegetarier Messe in Wiesbaden, etwas ähnliches soll es auch noch in Berlin geben. Ich lass mich überraschen.
    Dieser Artikel ist auch interessant:
    http://www.op-online.de/wirtschaft-lokal/vegetarier-messe-wiesbaden-1114406.html

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  4. @ Gourmet-Büdchen: Du darfst Analogkäse keinesfalls mit veganen Käsealternativen gleichsetzen. Nur zur Info: Der Analogkäse, der immer in den Schlagzeilen war, ist nicht einmal vegan!!!
    Und veganer Käse wird auch nicht als Kundentäuschung eingesetzt, um Geld zu sparen. Der Analogkäse ist etwas ganz anderes - das sind zwei paar Schuhe.

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  5. Ein fantastischer Laden! Hier ein paar mehr Bilder auf meinem Blog:

    http://unserdortmund.blogspot.com/2011/02/vegilicous-und-cafe-cakesntreats-fur.html

    lg
    Nat

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  6. @Norbert, mir ist der Unterschied schon bekannt. In dem Bio Cheezly Cheddar Style Rubrik im Shop: Käsealternative
    http://www.vegan-wonderland.de/catalog/pural-bio-cheezly-cheddar-style-p-2445.html

    Zutaten: Wasser, ungehärtete pflanzliche Öle* und Fette*, Weizenstärke*, Tofu*, Sojaeiweß*, Hefeextrakt, Verdickungsmittel: Carrageen, Johannisbrotkernmehl*; natürliche Aromen, Kalziumkarbonat
    * = aus kontrolliert biologischem Anbau)

    Bitte nicht mißverstehen, ich finde den Laden als Alternative super klasse, nur finde ich es eine Zumutung was manche Hersteller den Verbrauchern unterjubeln, die sich einfach nur "gesund" ernähren wollen.

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  7. @Norbert: ich bin sicher, daß es in der Veganer-Welt auch genügend Analogkäse-Verfechter gibt.

    @Genießer: danke für den Bericht.
    Soweit ich weiß, liegen bestimmte Arten von Rockmusik und Veganismus gar nicht soo weit auseinander. Also stimmt Frau Kalkowskis Optik schon.

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  8. Schön. Seh dich gerade beim perfekten Diner. Viel Glück :D

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