Mittwoch, 7. Dezember 2011

Authentisches China: Maham Imbiss in Bochum

Den Imbiss gibt es leider nicht mehr.

„Es gibt keinen Chinesen in Bochum und dem ganzen Ruhrgebiet, der uns nicht kennt“, meint der freundliche Manager des "Maham Imbiss" an der Dorstener Straße. Ein Leser hatte den Genießer auf den kleinen Laden im Bochumer Norden aufmerksam gemacht, der so gar nichts mit dem Trödel-Pomp eines klassischen China-Restaurants gemein hat. Vielmehr erinnert er an eine Garküche im chinesischen Hinterland, das noch auf die Segnungen des Wirtschaftswunders wartet. Karge weiße Resopaltische, wenig dazu passenden braune Polsterstühle, eine kleine Vitrinentheke mit Computer und ein Lagerregal, in dem chinesisches Bier, ein paar Fiege-Flaschen und Softdrinks in Plastik-Bomben stehen. Die Gemütlichkeit von ein paar quietschbunten Lichterketten ist gewöhnungsbedürftig.

Hinter eine Trennwand wird das Essen gekocht, und das ist einzigartig, wie der Manager meint. Sichuan-Küche gäbe es erst in Düsseldorf oder Köln wieder. Die zweisprachige Speisekarte (nein, nicht deutsch-englisch, sondern deutsch-chinesisch) gibt Auskunft, was man darunter zu vesrtehen hat: „Die Sichuan-Küche ist unter den 8 chinesischen Hauptküchen weltweit am weitesten verbreitet. Bei den Speisen mit ihrem einzigartigen Geschmack wird großer Wert auf Farbe, Geruch, Geschmack und Form gelegt. Insgesamt kann man die Sichuan- Speisen sieben verschiedenen Geschmacksrichtungen zuordnen. Mit geschickter Zusammenstellung und Variabilität können bei einem Essen mehrere Geschmackskomplexe zusammengefügt werden. … Dieser Küche gilt als weltweit die einzige, die alle verfügbaren pfefferartigen Gewürze in einer Speise kombiniert. Das typische Kennzeichen der Sichuan-Küche ist das Gleichgewicht beim Würzen. Deshalb sind die Sichuan-Speisen einerseits von einem vielfältigen, scharfen und intensiven Geschmack geprägt. Andererseits bleiben sie aber auch frisch, schlicht, leicht und fein.“

Der Blick auf die umfangreiche Spezial-Karte verheißt in der Tat kulinarische Abenteuer, etwa die Geschmackskategorie „betäubend scharf“ – und zahlreiche Gerichte, deren Hauptzutat Innereien sind: 夫妻肺片 (Fu Qi Fei Pian), ein Salat mit Rinderpansen und Schweinezunge bzw. -herz (6,80 Euro) oder 孜然羊肉 (Schweinedickdarm mit Pepperoni, 9,80 Euro).

Doch von diesen Spezialitäten musste der Genießer leider Abstand nehmen (ihr wisst schon, die leidige Gicht). Und so stellte er sich folgendes kleines Menü zusammen. Eigentlich hatte er vor, den Zwei-Euro- Gutschein einzulösen, den man sich in der Vorweihnachtszeit im Internet herunterladen kann. Es gelang ihm nicht. Der Gutschein gilt bei einem bestellwert von 20 Euro, doch die drei Gänge kosteten inkl. Bier nur um die 15 Euro.

Suppe mit Süßkartoffel-Nudeln mit Entenfleisch sauer scharf (2,50 Euro): Beim ersten Löffel ziemlich scharf, dann entwickelt sich eine komplexe Aromatik. Appetitanregend.


Roter Schweinebauch mit frittierten Wachteleiern (9,80 Euro): Ein Riesenberg Fleischwürfel, manche zart, manche saftig, die in einer erstaunlich sanften Paprikasauce geschmort waren. Dazwischen die frittierte Wachteleier. Der Genießer dachte, die Eigelbe wären weich, doch sie hatten eine Konsistenz wie hartgekocht. Dazu gab es eine Schale Reis.

Gekochte Reiskugeln mit süßer Füllung (1,60 Euro): Die zarten Kugeln mussten aus dem dampfenden Wasser gefischt werden. Die Füllung bestand aus einer süßen Erdnusszubereitung, die an Saté-Sauce erinnerte.



Maham Imbiss
Dorstener Straße 93
44809 Bochum
Di-So 11.30-22 Uhr
Mo Ruhetag

Dienstag, 6. Dezember 2011

Erstmals erschienen: „Bochum geht aus 2012“

Symbol der Bochumer Kulinarik:
"Die Echte" Currywurst von Dönninghaus

Was für ein Nikolausabend: Gestern fand die Release-Party für den neuen Restaurantführer „Bochum geht aus 2012“ statt. Nach Dortmund und Essen ist dieses Heft die dritte Ausgabe der Gastro-Guides aus dem wiedergegründeten Überblick Verlag, die in diesem Jahr erschienen ist. Und so war das Ritual fast schon business as usual, das Chefredakteur Peter Erik Hillenbach und Verlagsleiter Sven Merten auf der Bühne der rewirpower-Lounge des Bochumer Stadions abzogen. Angekündigt von den grauen Eminenzen der Bochumer Gastro-Szene, Bierbrauer Hugo Fiege und Gastro-Grosso Herwig Niggemann, stellten sie das in VfL-Blau gehaltene, 180 Seiten pralle Heft vor.

VfL-Blau: Hugo Fiege, Herwig Niggemann, Peter Erik Hillenbach, Sven Merten

Mit „Bochum geht aus“ wurde der Stadt eine Ehre zuteil, nie bisher nicht für möglich gehalten wurde. Ein zwanzigköpfiges Testerteam schwärmte in diesem Herbst aus, um über 160 Restaurants, Kneipen und Cafés zu testen und in 10 Top-Tens von „Gourmetrestaurants“ bis „Mittags in…“ zu werten. Dazu kommen noch zwei Listen mit Neueröffnungen und Weinrestaurants ohne Wertung. Herzstück des Heftes sind dann die nach Stadtteilen geordneten ausführlichen Kritiken. Ergänzt wird dieses kulinarische Kompendium durch einen Einstieg mit Meldungen aus der Szene und einem Schlusskapitel mit den Shopping-Adressen der Stadt.
Dass man sich dieses zum ersten Mal an ein Bochum-Heft gewagt habe liege daran, dass sich in der Gastro-Szene der Stadt in den letzten Jahren viel getan habe, so Chefredakteur Hillenbach. Dennoch kam man nicht darum herum, den Einzugsbereich des Heftes auf den ganzen IHK-Bereich Mittleres Ruhrgebiet mit Herne, Hattingen, Sprockhövel und Witten zu erweitern. So liegen drei der sowieso nur sieben Plätze umfassenden Top-Ten „Gourmetrestaurants" in Herne (1) und Sprockhövel (2). Umso wichtiger scheint dem Genießer, dass es „Bochum geht aus“ gibt, denn diese jährlich geplante, öffentlichkeitswirksame Bestandsaufnahme der Gastro-Situation wird sich inspirierend auf die Szene auswirken und vielleicht einen ganz neuen Ehrgeiz jenseits des Kneipenviertels Bermudadreieck entwickeln. Wobei die Redaktion von „Bochum geht aus“ natürlich auch noch einiges lernen kann. So erscheint es beim ersten Durchblättern kurios, dass etwa das Herner Restaurant „Mediterran“ nicht in der gleichnamigen Top-Ten auftaucht, sondern unter „Von Tunis bis Tokio“, und der „Landgasthof Auf dem Brink“ nicht in der Top-Ten „Landgasthäuser“, sondern unter „Gourmetrestaurants“ – was aber gar nicht übel ist.

Daniel "Herr B." Birkner, Perik Hillenbach und andere Köche präsentieren das Heft.

Zur Feier des Abends lieferten einige Bochumer Restaurants mit verschiedenen Häppchen einen Überblick über die Fähigkeiten der Gastro-Szene der Stadt, den der Genießer am liebsten mit „heiter bis wolkig“ überschreiben möchte. Die obligatorische Currywurst von Dönninghaus durfte natürlich nicht fehlen. Von den „Würstchen vom Pfälzer Saumagen mit Rahmkraut und Senfschaum“ aus der Küche des Livingroom bekam er leider nix ab – es waren zu wenig da.

Terrine vom Perlhuhn
Dennis Schwind, Strätlingshof

Capuccino vom bretonischen Hummer & Trüffel
Johannes Große, Parkrestaurant Herne

Langoustines – Blumenkohl
Daniel Birkner, Restaurant Herr B. in der Gesellschaft Harmonie

Falscher „Falscher Hase“ auf Ingwer-Möhren-Eintopf
Thomas Staretschek/Friedhelm Berghoff, Diergardt’s Kühler Grund

Tonkabohnencreme mit Gewürzorangen
und Schokoladen-Altbierschaum
Michael Hau, Orangerie im Stadtpark

Limetten-Joghurtcreme mit geflämmtem Ziegenfrischkäse
Heinz Bruns, Haus Kemnade

„Bochum geht aus“ kostet 6,90 Euro und ist im Zeitschriftenhandel und hier erhältlich.

Montag, 5. Dezember 2011

Herbstvergnügen VII: Barolo – Birne – Trüffelkäse


Heute Mittag, auf dem Balkon. Der Herbst dringt in die Vorweihnachtszeit. Der Genießer hat Spaß.
Gestern war ich auf dem Nikolausmarkt von Schloss Hugenpoet, in der spätnachmittägliche Finsternis eine abenteuerliche, letztendlich aber gemütlich Angelegenheit. Dort erstand ich recht preiswert ein schönes Stück Trüffelkäse, das heute Mittag seinem nahrhaften Zweck zugeführt wurde. Zusammen mit einer reifen Birne und einer saftigen Scheibe Pumpernickel ergab er einen großartigen, herbstliche Snack. Dazu wurde der letzte Rest des Barolo l’Acciano 2001 ausgetrunken. Eigentlich hatte ich den Supermarkt-Barolo des piemontesischen Großabfüllers F.M.S.L. S.p.A. vor ein paar Tagen als Saucenwein für das Kalbsherz aufgemacht, doch der Billig-Wein (vor vier Jahren für 7,99 Euro im Boni-Center in Witten gekauft, aktuelle Jahrgänge kosten heute gerne 15 Euro) erwies sich als Bursche von Charakter. Die Barolo-typischen Aromen der Nebbiolo-Traube waren voll und kräftig da und verbreiteten in der Nase und am Gaumen den Geschmack von Leder und Tabak. Der Wein gefiel mir besser als der 25 Euro teure Barolo „Leon“ 2001 von Luisin, eine Empfehlung Martin Kösslers von der renommierten Weinhandlung K&U in Nürnberg, die eigentlich als Tischwein getrunken wurde. Der L‘Acciono stellte die Faustregel, dass der bessere Wein meistens auch der teurere ist, gründlich auf den Kopf.

 Stimmungsvolle Kulisse für den Nikolausmarkt:
Schloss Hugenpoet in Kettwig

Sonntag, 4. Dezember 2011

Gestern bei Mama: Schnitzel mit Rosenkohl, Kartoffeln und Sauce.


Gestern habe ich für Mama ganz was Traditionelles gemacht: Schnitzel mit Rosenkohl, Kartoffeln und Sauce. Das kam gut an, forderte aber kaum. Ich weiß gar nicht, warum ich das poste. Vermutlich der Vollständigkeit wegen. Für die Sauce wagte ich ein Experiment und probierte die neue, geleeartige Rinderbouillon von Knorr. Damit kochte ich den Satz los, der beim parallelen Frikadellenbraten entstand. Naja, es nützte nix, dass ich auch noch je einen Schuss Rotwein und Sahne dran tat. Mir schmeckte es nicht besonders. Mama war überglücklich. Endlich mal ein Essen, wie es sich gehört.

 Schmeckt nicht: Bouillon pur von Knorr. 
Gab's leider nur im Achterpack.

Freitag, 2. Dezember 2011

Weinseminar: Bordeaux – Heimat der großen Weine?

Axel Biesler moderiert das Weinseminar

Bereits letzten Freitag schloss die Essener "Wein- und Spirituosenhandlung Rolf Kaspar" ihren diesjährigen Reigen mit Weinseminaren ab. Der Sommelier und Weinjournalist Axel Biesler referierte im Hotel „Essener Hof“ vor knapp 30 Interessierten über das Thema: „Bordeaux - Heimat der großen Weine?“. Das Bordelais ist das größte zusammenhängende Weinanbaugebiet der Welt mit über 50 Appellationen auf über 120.000 ha. Von hier stammen die roten Rebsorten Merlot und Cabernet Sauvignon, aber auch Cabernet franc, Malbec und Petit Verdot, aber auch weiße wie Sauvignon blanc, Sémillon und Muscadelle. Die Region umfasst die verschiedensten Terroirs, so dass sehr unterschiedliche Weine entstehen.


Damit die Ausführungen nicht zu trocken blieben, wurden weiße und Rote Bordeaux-Weine aus dem Sortiment von „Rolf Kaspar“ verkostet.
  • Die Weißweine:
  • 2010 Domaine des Graves d’Ardonneau, Côtes de BlayeRebsorte: Sauvignon Blanc. Ein fischer, jung zu trinkender Wein mit Grapefruit-Aroma
  • 2007 Grand Enclos du Château de Cérons, GravesRebsorten: Sémillon, Sauvignon Blanc, Sauvignon Gris. Ebenfalls mit Grapefruit-Aroma, aber durch den Barrique-Einsatz komplexer. Honig- und Vanille-Töne.
  • 2009 Domaine des Graves d’Ardonneau Moelleux, Côtes de Blaye
    Rebsorte: Sauvignon Blanc. Süß ausgebaute Rarität.

  • Die Rotweine:
  • 2007 Château Cissac, Haut-Médoc
    Rebsorten: Cabernet Sauvignon, Merlot, Petit Verdot. Das Weingut liegt in nachbarschaft zu Mouton-Rothschild. Typischer Bordeaux mit Cassis- und Paprika-Tönen. Noch etwas jung.
  • 2006 Château Lamouroux , Graves
    Rebsorten: Cabernet Sauvignon, Merlot.
    Noch etwas schruppiger Zweitwein von Château de Cérons.
  • 2005 Grand Enclos du Château de Cérons, Graves
    Rebsorten: Cabernet Sauvignon, Merlot. Immer noch jung, aber schöne Nase nach Schokolade. Eleganz aus einem großen Jahrgang.
  • 2007 Le Petit Lousteau, Médoc
    Rebsorten: Merlot, Cabernet Sauvignon. Schweißigs, dominate Gerbsäure.
  • 2008 Étoiles de Mondorion, St. Émilion
    Rebsorten: Merlot, Cabernet Franc. Trinkfertiger Bordeaux.
Weinverkosten macht hungrig. So gab es zwischendurch eine kleine mahlzeit aus der Küche des "Essener Hofs".

Passend zu den Weißweinen: Meeresfrüchtesalat mit Fenchel, Orangen und Chicorée

Passend zu den Rotweinen: Coq au Vin au chocolate mit Gratin dauphinoise.

Zum Dessert: Mousse au chocolat

 Axel Biesler und Thilo Marquaß von "Rolf Kaspar"

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Kulinarische Veranstaltungen im Dezember 2011

Weitere Termine in der Info-Spalte rechts.

2.12. - 4.12.2011
3. Hugenpoeter Nikolausmarkt
Geschenkideen und Köstlichkeiten aus der Schlossküche
Essen, Schloss Hugenpoet
Info hier

2.12.2011
Weinseminar
Festtagsweine - edle Tropfen zur Weihnachtszeit
Essen, TresoRath
Infos und Anmeldung hier

4.12.2011
Literarische Nikolausmatinée
Literarisches und Kulinarisches
Essen, Schloss Hugenpoet
Infos und Anmeldung hier

8.12.2011
Kulturkochtopf - Talente des Ruhrgebiets
Kleinkunst und Kulinarik
Kai Magnus Sting & Oliver Steiner vom Stadtgarten Steele
Essen, Stadtgarten Steele
Infos und Anmeldung hier

10.12.2011
Wir ernten
Gemüse und Früchte aus dem Arbeitergarten
Rosenkohl
Dortmund, LWL-Industriemuseum Zeche Zollern
Infos hier

10.12.2011
Weinprobe: Festtagsweine
Essen, Weinzeche

10.12.2011
Slow Food Bergisches Land
Vorweihnachtliches Gänseessen
Sprockhövel, Landgasthof "Auf dem Brink"
Info und Anmeldung hier

10.12.2011
Trüffelgala mit Ralf Bos
Essen, Schloss Hugenpoet
Infos und Anmeldung hier

11.12.2011
High Tea
British Tea Time
Essen, Schloss Hugenpoet
Infos und Anmeldung hier

18.12.2011
High Tea
British tea Time
Essen, Schloss Hugenpoet
Infos und Anmeldung hier

25.12. - 26.12.2011
Christkindl Büffet
Bochum, Kolpinghaus Wattenscheid
Infos und Anmeldung hier

25.12. - 26.12.2011
Weihnachtsbüffet oder Menü
Bochum, Orangerie im Stadtpark
Infos und Anmeldung hier

25.12. - 26.12.2011
Weihnachten auf Hugenpoet
Mittagsmenü und Abendmenü
Essen, Schloss Hugenpoet
Infos und Anmeldung hier

25.12. - 26.12.2011
Weihnachten im Hugenpöttchen
Essen, Hugenpöttchen auf Schloss Hugenpoet
Infos und Anmeldung hier

31.12.2011
Silvesterparty 2011
Bochum, Kolpinghaus Wattenscheid
Infos und Anmeldung hier

31.12.2011
Silvestergala
Bochum, Gastronomie im Stadtpark
Infos und Anmeldung hier

31.12.2011
Silvester auf Hugenpoet
Gala-Menü
Essen, Schloss Hugenpoet
Infos und Anmeldung hier

31.12.2011
Silvester im Hugenpöttchen
Essen, Hugenpöttchen auf Schloss Hugenpoet
Infos und Anmeldung hier

Weitere Termine in der Info-Spalte rechts.

Topfgucker: Entdeckungen im Netz 102

Wirtschaft: Starbucks plant 50 Filialen für Autofahrer
Wissenschaft I: Studie über Anwendung von Antibiotika bei Nutztieren
Wissenschaft II: Ringvorlesung zur amerikanischen Food-Bewegung
Wein I: Tinte aus Wein
Wein II: Ist Deutschland ein Billig-Weinland?
Restaurantführer: Interview mit Bernd Matthies
Die Bahn: Demokratie im Speisewagen
Fernsehen I: Rosin dreht auf 
Fernsehen II: Horst Lichter plaudert
Fernsehen III: RTL II im Wiener Café in GE-Schalke
Internet: Schuhbeck gegen Schuhbeck
Kanada: Neuer Kaffee-Kult in Toronto
USA: Resozialisierung im Restaurant
Weihnachten I: Emotionaler Hunger vor Weihnachten
Weihnachten II: Gänse werden teurer
Weihnachten III: Kekse backen für 5 Euro

Ruhrgebietsgastronomie
Bochum: Umfrage - Livingroom ist beliebtestes Restaurant
Duisburg: Dreigiebelhaus
Essen: Heimliche Liebe
Essen: Sapori d'Italia
Herne: Elsässer Stube
Schwerte: Rohrmeisterei

Mittwoch, 30. November 2011

Genießers Kochkurs: Kochen für Männer Herbst 2011, zweiter Abend

Präzises Arbeiten an der Nudelmaschine

Auf Wunsch der Teilnehmer sollte am zweiten Abend des Kochkurses für Männer an der VHS Herne italienisch gekocht werden. Also stellte der Genießer ein entsprechendes Menü zusammen, das die Kochmänner mit gewohnter Leidenschaft zubereiteten. Lediglich das Dessert war französisch inspiriert.

Crostini ai funghi (Pilz-Croutons mit Ei)
Der erste Gang erforderte einiges Fingerspitzengefühl. Auf eine mit Pilzcrème bestrichene Scheibe Toast musste ein Schlag Eierschnee gesetzt werden, in den eine Vertiefung gedrückt werden musste, in die ein Eigelb gefüllt wurde. Das Eiertrennen und die folgende Bastelarbeit wurde mit Bravour gelöst. Das Ganze wurde im Ofen kürz überbacken (Rezept hier).

Ravioli mit Schinkenfüllung
Kein italienisches Menü ohne Pasta-Gang. Der Genießer forderte die Kochmänner damit heraus, dass sie den Nudelteig selbst kneten und ausrollen mussten (Rezept hier). Im Schweiße ihres Angesichts erledigten sie diese aufwändige Arbeit. Die Füllung aus Schinken, Schweinebraten und Marsala gelang prächtig (Rezept hier).

Schweinskarree mit Fenchel
Der Hauptgang war da fast die leichteste Übung. Für einen einfachen Schweinebraten würde ein Schweinskarre zwichen den Rippen eingeschnitten und mit einer Würzpaste aus Fenchelsamen, Rosmarin und Knoblauch gefüllt. Das Fleisch wurde in der Pfanne angebraten und kam dann in den Ofen, bis es eine Kerntemperatur von 85 Grad hatte und gar war. Damit das in der Kurszeit innerhalb von 1 ½ Stunden möglich war, wurde die relativ hohe Temperatur von 200 Grad gewählt. Bei einer niedrigeren Temperatur wäre der Braten etwas saftiger geblieben. Dennoch war er vorzüglich. Das Biofleisch konnte die hohe Temperatur ab (Rezept hier).
Als Gemüsebeilage gab es mit Mozzarella und Tomatensauce überbackenen Fenchel (Rezept hier).

Schokoladen-Birnen-Kuchen
Zum Nachtisch gab es den bewährten Schokoladen-Birnen-Kuchen (Rezept hier). Obwohl der Mürbeteige etwas kletschig war, gelang der Kuchen sehr gut. Besonders schön war es, dass es den Kochmännern gelang, die Birnenhälften wie die Blätter einer Blüte auf dem Teig anzuordnen. Optisch und geschmacklich ein Genuss.

 Zutaten für die Crostini

Einfühlsame Bastelarbeit

Ausstechen der Ravioli

Das Bratenthermometer gibt die genaue Kerntemperatur an

Der gefüllte Braten

Überbackener Fenchel als Beilage

Auch optisch ein Genuss: Schoko-Birnen-Kuchen

Dienstag, 29. November 2011

Geburtstagsmahl: Ein Herz für den Genießer

Kalbsherz

Die Fleischtheke von Metzger Gläser ist doch immer eine Inspration. So lag da neulich zwischen allerlei Leckerem von Rind, Schwein und Lamm auch ein Kalbsherz. Da konnte der Genießer nicht widerstehen. Es gibt Leute, die verfüttern so etwas an ihren Hund, dabei verbirgt sich unter dem Fett ein fantastisches straffes Muskelfleisch, das in Süddeutschland als Delikatesse geschätzt wird. Als kaufte der der Genießer die Innerei, ohne zu wissen, was er eigentlich damit machen sollte. (Essen sollte er sie wegen der Gichtgefahr eigentlich nicht, aber toi toi toi, es ging schließlich gut.) Bei der Internetsuche stieß er auf ein einfaches Rezept von Vincent Klink, und danach bereitete der Genießer am Sonntag ein kleines betörendes, aber verspätetes Geburtstags-Dinner zu.

Rosa gebratenes Kalbsherz: pure Energie

Dafür befreite er das Kalbsherz von allem äußeren Fett und halbierte es. Eine Hälfte kam für später in den Tiefkühler, die andere wurde gesalzen und gepfeffert, scharf angebraten und dann für eine Viertelstunde bei 170 Grad in die Röhre gesteckt, bis sie schön rosa war. Im Mund hatte sie eine seltene Konsistenz, mürbe und fest zugleich, die pure Energie.
Für die Sauce wurden Schalotten und Knoblauch angeschwitzt, mit schwarzer Johannisbeermarmelade verfeinert und mit Balsamico abgelöscht. Dazu kam der Bratensatz, der mit einem Schuss Rotwein losgekocht war.

Rosenkohl mit Hütchen von der Schwarzen Walnuss

Als Beilage geb es Gnocchi, Petersilienwurzel-Püree und Rosenkohl – letzterer so, wie ihn der Genießer neulich im Restaurant von Herrn B. in der Gesellschaft Harmonie in Bochum gegessen hatte. Die Röschen wurden mit Scheiben von unreif eingelegten, sog. Schwarzen Walnüssen gekrönt eine wunderbar nussig-süße Ergänzung. (Die leckeren Dinger gibt es übrigens beim Aromafänger).

2001 Barolo "Leon" von Luisin

Ob der burgundische 2001er Barolo „Leon“ von Luisin wirklich der ideale Wein-Begleiter zu dem Gericht war, sei einmal dahin gestellt. Vermutlich wäre ein cassisbetonter Bordeaux zur Schwarze-Johannisbeer-Sauce passender gewesen, doch der rosenduftige kühle Norditaliener füllte den Mund mit samtweichen Tanninen – ein schöner Kontrast zu dem taffen, muskelspielfreudigen Kalbsherz.
Hinterher gab es dann den Schoko-Birnen-Kuchen von der Loire.

Montag, 28. November 2011

Geburtstagskuchen: Tarte aux Poires et Chocolat

Wenn man schon mal Geburstag hat, sollte es auch einen Kuchen geben. Also backte der Genießer einen Schokoladen-Birnen-Kuchen, wie er im Loiretal gern gegessen wird. Denn da sind ungedeckte Obstkuchen die große Spezialität, und die Stadt Blois war früher Sitz einer der größten Schokoladenfabriken Frankreichs. Das passt.
Hier das Rezept, übrigens aus Anne Willans Kochbuch „Frankreichs ländliche Küche“.

Rezept: Schokoladen-Birnen-Kuchen

Mürbeteig:
175 g Mehl
3 EL Zucker
¼ TL Salz
100 g kalte Butter

Weitere Zutaten
125 g Halbbitter-Schokolade, am besten 75 Prozent Kakaoanteil
6 reife Tafelbirnen
1 EL Butter zum Einfetten der Form
Zucker oder Semmelbrösel zu Ausstreuen der Form.

Für die Eiercrème:
1 Ei
1 Eigelb
125 ml Sahne
1 TL Kirschwasser
Crème fraîche zum Servieren.

Zutaten für den Mürbeteig miteinander verkneten, Frischhaltefolie einschlagen und eine halbe Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.
Backofen auf 200 Grad vorheizen. Schokolade fein hacken.
Birnen schälen, längs halbieren, Kerngehäuse entfernen. Wenn die Birnen noch nicht ganz reif sind, in Zuckerwasser kochen, bis sie nicht allzu weich sind.
Zutaten für die Eiercrème miteinander verquirlen.

Eine Springform ausbuttern und mit Zucker oder Semmelbrösel ausstreuen. Teig ausrollen und die die Form damit auskleiden. Den Teig mit der gehackten Schokolade bestreuen.
Birnenhälften mit der Schnittseite auf ein Brett legen und quer in dünne Scheiben schneiden, aber die Birnenform dabei erhalten. Leicht flach drücken und mit einem Messer oder einer Palette hochheben und mit der Spitz zur Mitte auf die Schokobrösel legen.
Den überschüssigen Rand des Teiges nach innen drücken und alles mit der Eiercrème begießen.
10 Minuten bei 200 Grad backen, auf 175 Grad herunterschalten und so lange backen, bis die Eiercrème gestockt und wie der Teig gebräunt ist.
Am besten lauwarm mit etwas Crème fraîche servieren.





Fotos vom 26.11.2019



Bilder vom 18.10.2021