Montag, 15. Juli 2019

Gourmetmeilen 2019: Zum „Kulinarischen Treff an der Ruhr“ nach Mülheim, zu „Food, Wine & Music“ in den Stadtgarten nach Essen


Der Gourmetmeilen-Reigen im Ruhrgebiet geht weiter. Am Donnerstag, 18.7.2019, startet der „Kulinarische Treff an der Ruhr“ in Mülheim, am Freitag, 19.7.2019, das Stadtparkfest „Food, Wine & Music“ im Stadtgarten Essen.

Renato hobelt Trüffel auf die Pasta
Kulinarischer Treff an der Ruhr Mülheim

Die schöne Wiese am Mülheimer Ruhtufer zwischen Schlossbrücke und Schleuseninsel verleiht dem „Kulinarischen Treff am der Ruhr“ die zauberhafte Atmosphäre eine großen Picknicks. Obwohl viele führende Restaurants der Stadt nicht dabei sind, ist der „Kuli-Treff“ eine der Lieblingsgourmetmeilen des Genießers, denn die, die dabei sind machen ihre Sache sehr gut. Renato etwa hobelt die üppigsten Trüffel über die Pasta, „Die Mausefalle“ hat als Slow-Food-Restaurant Schnecken aus der Grafschafter Zucht in Moers auf der Karte, und der der Spitzencaterer Hüftgold überzeugt mit Hauptgerichten und Eiskreationen. Für Kaffee und Kuchen ist erstmals die Rösterei pottschachwrz aus Saarn dabei. Sie und fünf weitere Betriebe werden von Schloss Hugenpoet und Gummersbach aus Essen und dem Kochkursanbieter Frank Schwarz aus dem Duisburger Hafen unterstützt.
Kulinarischer Treff an der Ruhr, 18.-21.7.2019. Mülheim, Ruhranlage zwischen Schlossbrücke und Schleuseninsel. Do-Fr ab 16 Uhr, Sa-So ab 12 Uhr. Infos hier 


Stadtparkfest Food, Wine & Music Essen

Eigentlich ist „Food, Wine & Music“ gar keine Gourmetmeile, meint Veranstalter Rainer Bierwrth., sondern ein Weinfest, trotzdem passt das Stadtparkfest im Essener Stadtgarten hinter dem Sheraton Hotel in den Veranstaltungsreigen des Essener Gastronomenvereins „Essen genießen e.V.“ . Hauptberuflich beliefert Bierwirth mir seinem Getränkegroßhandel Restaurants und Supermärkte in ganz NRW mit Wein, und für die siebte Auflage des Stadtparkfest hat er wieder 12 Winzer aus seinem Portfolio eingeladen. Neben Klassikern wie Schloss Johannisberg im Rheingau und das Juliusspital in Würzburg u.a. ist erstmals die Südtiroler Kellerei Bozen dabei. Die Champagner kommen von Jacquart und Montaudon. Für das Essen sorgen die Restaurants Da Vinci, La Turka und natürlich das Sheraton Hotel. An allen drei Tagen gibt es ein großes Live-Musikprogramm mit insgesamt sieben Künstlern.
Stadtparkfest Food, Wine & Music. 19.-21.72019. Essen-Südviertel, Stadtgarten am Sheraton Hotel. Fr ab 16 Uhr, Sa-So ab 12 Uhr. Infos hier

Samstag, 13. Juli 2019

Auf dem Balkon: Erdbeer-Tomaten-Basilikum-Salat mit marinierten Tropea-Zwiebeln nach Ottolenghi auf Minz-Couscous (vegetarisch)

Es ist Mitte Juli. Die letzten vier oder fünf Erdbeeren baumeln aus den Töpfen auf dem Balkon, im Supermarkt gegenüber gibt es schon gar keine mehr – die Erdbeersaison geht zu Ende. Wie schön, dass der Genießer auf dem Markt, ausgerechnet beim Geflügelhändler seines Vertrauens, noch ein Schälchen bekommen konnte. Vollends ausgereift, tiefrot, fast schwarz und trotzdem mit Biss, voller Aroma und kräftigem Süß-Säure-Spiel. Gerade recht, um ein Rezept des israelisch-britischen Meisterkochs Yotam Ottolenghi auszuprobieren, das die Werbung auf Facebook vorbeigespült hatte (klick hier).

 Vollreife sommerliche Zutaten: Erdbeeren, Kirschtomaten, Tropea-Zwiebeln, Zitrone, Basilikum

Marinierte Tropea-Zwiebel 

Sonnenuntergang bei Tropea, aufgenommen in vordigitalen Zeiten.

Bis auf die Erdbeeren hatte ich alles im Haus, an roten Zwiebeln sogar die wunderbaren Tropea-Zwiebeln aus dem gleichnamigen kalabresischen Badeort mit dem beeindruckendsten Steilküsten-Strand und den kitschigsten Sonnenuntergängen Italiens. Damit aus dem Beilagensalat auch ein sättigendes leichtes Sommergericht wurde, setzte ich ihn einfach auf mit Minze aromatisiertes Couscous - und machte ihn so zu einer Art Taboulé.

Fast ein Taboulé. Die Zitronenzesten sind ein wenig dick geraten. 

Rezept: Erdbeer-Tomaten-Basilikum-Salat mit marinierten Tropea-Zwiebeln nach Ottolenghi auf Minz-Couscous

1 Tropea-Zwiebel
1 ungespritzte Zitrone, Schale und Saft
1 ½ EL Apfelessig
1 TL Puderzucker
300 g Kirschtomaten
150 g Erdbeeren
5 g Basilikumblätter
1 EL Olivenöl
Pfeffer, Salz
2/4 Tasse Couscous
½ TL gekörnte Gemüsebrühe, vorzugsweise hausgemacht (Rezept hier)
1 TL Nane (getrocknete türkische Minze)

Marinierte Tropea-Zwiebel
Von der ungespritzen Zitrone sehr dünne Streifen Schalen (nur das gelbe) abschälen. Zitrone auspressen.
1 ½ EL Apfelessig, 1 EL Zitronensaft mit 1 TL Puderzucker und ½ TL Salz und zu einer Marinade verrühren.
Zwiebel schälen und auf der Mandoline in hauchdünne Scheiben schneiden. Zwiebelscheiben und Zitronenschalen mit der Marinade übergießen und mindestens 1 Stunde, am besten über Nacht, marinieren lassen.

Minz-Couscous
¾ Tasse Couscous in eine Schüssel geben, ½ TL gekörnte Brühe und 1 TL Nane untermischen. Mit 1 Tasse kochendem Wasser aufgießen und quellen lassen, bis alle Flüssigkeit aufgesogen ist.

Salat anrichten
Kurz vor dem Anrichten die Kirschtomaten vierteln und in einem Sieb 5 Minuten abtropfen lassen. Austretenden Saft auffangen.
Erdbeeren in 3 Millimeter dicke Scheiben schneiden.
Marinierte Zwiebeln und Zitronenschalen ebenfalls abtropfen lassen und die Marinade auffangen. Zwiebeln und Zitronenschalen voneinander trennen. Zitronenschalen in sehr dünne Zesten schneiden. Tomatensaft zur Marinade geben.
Basilikumblätter grob hacken.
Tomaten, Erdbeeren, ¾ der Zwiebeln und ¾ des Basilikums in eine Schüssel geben , 2 EL Marinade, 2 EL Olivenöl und eine gute Prise Salz darüber geben und alles vorsichtig mit einander mischen.
Couscous auf Teller verteilen, den Salat darauf geben, mit den restlichen Zwiebeln und Basilikumblättern sowie den Zitronenzesten anrichten. Mit schwarzem Pfeffer aus der Mühle bestreuen.  


 Als die Erdbeeren auf dem Balkon noch nicht ganz reif waren.

Mittwoch, 10. Juli 2019

10 Jahre Genussbereit!


Vor 50 Jahren: Der Genießer 1969 mit 14 Jahren
melonenessend auf der Rialtobrücke in Venedig.


Fischerfest in Caorle an der Adria. Auf den Grills Sardinen und Polenta.

Dauernd dran gedacht, dann den Jubeltag doch verpasst: Vor zehn Jahren, am 6. Juli 2009, erschien der erste Post in diesem Blog. Er ist ohne Bild und handelt von einem Bio-Metzger in Bochum, den es längst nicht mehr gibt. Also lohnt es sich nicht, diesen Post noch einmal zu bringen.

Deshalb gibt es etwas verspätet zur Feier des Tages Bilder von frühen kulinarischen Erfahrungen des Genießers vor 50 Jahren.

Sonntag, 7. Juli 2019

Essen verwöhnt 2019: Die Burger-Challenge zum Abschluss


Hugenpoeter Hirschburger

Eigentlich, so der Geschmack des Genießers, gehören Burger nicht auf eine Gourmetmeile wie „Essen verwöhnt“. Dafür sind Street Food Märkte da. Die Meilenbesucher, die allerdings im wahrsten Sinne des Wortes dazu aufgefordert sind, mit den Füßen über das Essen abzustimmen, schert das wenig. Die wollen einfach ihr Lieblingsessen. Bestes Beispiel auf „Essen verwöhnt“ ist dafür der Hugenpoeter Hirschburger, der sich im Laufe der Jahre quasi zum Signature Dish des noblen Schlosshotels Hugenpoet in Essen-Kettwig etabliert hat, das immerhin das Sternerestaurant „Laurushaus“ in seinen barocken Mauern beherbergt - und der wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln über die Theke geht. Da der Erfolg die Mittel heiligt, hat sich der Veranstalter „Essen genießen e.V.“ entschlossen, sich in diesem Jahr auch insgesamt mehr der Burger-Kultur zu öffnen.

Essen verwöhnt: Kulinarik trifft Spiritualität

Als machte sich der Genießer zum Abschluss von Essen verwöhnt“ an eine kleine Burger Challenge. Unterstützt wurde er dabei von der Gourmetmeilen-erfahrenen Silke von der Facebook-Gruppe „Mein (kulinarisches) Dortmund“ (klick hier) nach dem Motto: geteilter Burger ist doppelter Burger.


Leckere Burger für freie Bürger!
Die Burger Challenge

Platz 1
Schlosshotel Hugenpoet
Hugenpoeter Hirschburger
Röstzwiebeln, Preiselbeeren und Rosmarinmayonnaise
(9 Euro)
Auf Platz 1 unseres subjektiven Tests landete der Burger-Klassiker von „Essen verwöhnt“. Auf dem Teller trotz seiner barocken Herkunft zwar etwas unprätentiös wirkend, verbindet er wenige Zutaten zu einem runden Geschmackserlebnis.

Platz 2
Der Löwe
Leberkäsburger
mit Röstzwiebeln, Feldsalat und Dressing vom süßen Senf im Laugenbrötchen
(5,50 Euro)
Das bayerische Brauhaus „Der Löwe“ ist in diesem Jahr einer der vielen Neuzugänge auf „Essen verwöhnt“ und bringt bajuwarische Folklore auf die Gourmetmeile des Ruhrgebiets-Metropole. Der Leberkäsburger ist eine perfekte Interpretation der traditionellen Leberkässemmel – für uns Löwensenf-sozialisierte Bergmannskinder schien die Würzpastenzugabe allerdings etwas zu süß.

3. Platz
Dr. T Burger Labs
Konfuziane Harmonie
Brioche Bun | sous-vide Beef Patty oder homemade Veggypatty | Grillgemüse | herzhaft-süße Teriyaki-Reduktion
(7,90 Euro)
Dr. T Burger Labs ist ebenfalls ein Neuzugang auf „Essen verwöhnt“ und spiegelt wider, dass sich das Ruhrgebiet in den letzten Jahren zum Homemade-Burger-Paradies Deutschlands entwickelt hat.
Allerdings stürzte uns die Konfuzianische Harmonie erst einmal in kulinarische Konfusion. Eigentlich wollen wir die Veggie-Variante testen, gaben das aber bei der Bestellung versehentlich nicht an. So bekamen wir das sous-vide zubereitet Beef Patty – und das war herrlich saftig, innen rosa und außen schön angebraten. Die üppigen Gemüsebeilagen und auch die Teriyaki-Reduktion hätten wir uns jedoch ein wenig würziger gewünscht – oder wäre hier mehr einfach mehr gewesen?

Was es sonst noch gab

F&B by FrischeParadies
Bouillabaisse
Rouille/Baguette (10 Euro)
Die Bouillabaisse ist ja der Signature Dish im Bistro des FrischeParadieses, und Berthold Bühler und Heinz Furtmann bieten an ihrem Stand eine wunderbare Gourmetmeilenvariante an. Safran macht normalerweise den Kuchen „gel“, bringt hier jedoch die provencalische Sonne in die Suppen-Bowl. Klasse auch die üppige Fischeinlage.

Schote
Panna Cotta
Kandiszucker | Joghurteis
(5 Euro)
Bei Nelson Müller ein wenig Flitter zum Dessert. Beim Sozialpreis lohnte es sich fast, mehrere Portionen des Desserts zu bestellen und das Blattgold als Wertanlage mit nach Hause zu nehmen. Ansonsten galt: mehr Glanz als Aroma.


„Essen verwöhnt“, Kettwiger Straße, geht noch bis heute Abend. Infos hier.

Samstag, 6. Juli 2019

Gourmetmeilen 2019: Kleines Nachmittagsessen bei „Dortmund à la carte“

Je später der Nachmittag, desto trubeliger wurde es

Zum 35. Mal findet in diesem Jahr die Gourmetmeile „Dortmund à la carte“ statt, und seitdem vor ein paar Jahren ein optisches und inhaltliches Lifting stattgefunden hat, stellt sie sich im Ruhrgebiet als ziemlich einzigartig dar. Die elf teilnehmenden Betriebe bauen nämlich richtige Restaurants auf dem Hansaplatz auf, mit Terrassen, auf denen der Gast auf richtigen Stühlen und nicht nur auf Bierbänken Platz nehmen kann. Und vor allem: auf denen er von richtigen Servicekräften am Tisch bedient wird. (Ob das im abendlichen Trubel dann immer funktioniert, ist vielleicht eine andere Sache.)

Er kann's nicht lassen:
Der Genießer beim Austern-Schlürfen

Jedenfalls waren das genau die richtigen Rahmenbedingungen für den Genießer , in Begleitung von Silke von der Facebook-Gruppe „Mein (kulinarisches) Dortmund“ (klick hier) einen kleinen Nachmittagslunch einzunehmen, der als Vorgriff auf seinen bevorstehenden Kuraufenthalt gelten konnte. Für die Hauptgerichte begaben wir und ins EMIL, sicherlich das beste Haus am Platze. Den Einstieg gab’s bei Matenaar’s, den Nachtisch im Pferdestall.

Zu Beginn war es auf dem Hansaplatz auch noch richtig gemütlich – im Laufe des Nachmittags füllte sich die Veranstaltung jedoch zusehend – ein Indiz dafür, wie beliebt „Dortmund à la carte“ bei den Gästen ist. Der Genesung suchende Genießer indes suchte zu diesem Zeitpunkt das Weite.


Nachmittagslunch auf „Dortmund à la carte“

Matenaar’s
3 Austern und 1 Glas Prosecco (10,50 Euro)
In memoriam seines Bretagne-Aufenthalts im Februar konnte es der Genießer nicht lassen, drei Austern als Vorspeise zu schlürfen. Das dazu gehörende Glas Prosecco überließ er seiner reizenden Begleitung.

EMIL
Gebratene rote argentinische Garnele
Pikantes Bohnencassoulet | Guacamole junge Romana Salatherzen | krosses Ciabatta (10,50 Euro)
Knackige auf den Punkt gebratene Garnelen auf buntem Salat, genau das Richtige für den genesenden Genießer. Das Bohnencassoulet hatte ich mir anders vorgestellt, schmeckt aber hervorragend.

EMIL
Gegrilltes Flanksteak vom getreidegefütterten Black Angus Rind
Pikantes Bohnencassoulet | gebratene Pfifferlinge | Barolojus (14,50 Euro)
Schön rosa gebratenes Fleisch mit fantastischen Pfifferlingen und der Zweitauswertung des Bohnencassoulets. Gerade richtig für hungrige Damen.

Pferdestall
„Semifreddo“ mit frischen Erdbeeren (5 Euro)
Üppiges süßes Sahnedessert, das für zwei reichte.

 Alkoholfreier Cocktail für den Genießer

Prosecco wird in Wein- und nicht in Sektgläsern ausgeschenkt.
Ist ja auch kein Sekt.

Restaurant-Feeling auf der Gourmetmeile


Dortmund à la carte geht noch bis Sonntag, 7.7.2019. Dortmund, Hansaplatz. Ab 11 Uhr. Infos hier.

Donnerstag, 4. Juli 2019

Neu in Essen-Rüttenscheid: Roque’s Deli

Geschlossen

Enthält unbezahlte WERBUNG
Art Déco meets Casual Dining 

Noch keine zehn Jahre alt ist das große Büro- und Arztpraxenhaus RÜ 199 auf der Rüttenscheider Straße an der Girardetbrücke, doch die nicht minder große Gastronomie-Location im Erdgeschoss hat jetzt schon eine wechselvolle Geschichte. Zuerst brachte hier eine Filiale des Eigelstein, das es geschafft hatte, ausgerechnet in der Alt-Stadt Düsseldorf erfolgreich Kölsch unter die Leute zu bringen, rheinischen Frohsinn in den hippen Essener Stadtteil und stieß bei den Rüttenscheider Frohnaturen überraschenderweise sogar auf Gegenliebe. Doch als man versuchte, den rheinischen Frohsinn auch noch ins westfälische Münster zu transferieren, kam alles ins Rutschen. 2016 musste das Eigelstein in Rüttenscheid anmelden.

In die Bresche sprang dann der Bochumer Gastronom Christian Bickelbacher, der die Kölsch-Kneipe abwickelte und durch ein ehrgeiziges Projekt ersetzte. Er eröffnete mit DAS SCHÖN den Traum einer Brasserie, so wie man sich im Bochumer Bermudadreieck eine kultiviertes, zwangloses Speiselokal vorstellt (klick hier). Doch er hatte die Rechnung ohne die Rüttenscheider gemacht, die den schönen Laden nicht annehmen wollten, und so war Ende 2017 schon wieder Schluss mit schön. Seitdem stand die Location leer.

Patron Cristian Roque und Anna, der gute Geist des Hauses

Bis in den Räumlichkeiten jetzt „Roque’s Deli“ aufmachte. Roque hat dabei nichts mit dem Star Wars-Spin Off „Roque One“ zu tun, sondern ist ganz einfach der Familienname von Patron Cristian, der hier gemeinsam mit seiner Geschäftspartnerin und „grauen Eminenz im Hintergrund“ Sabine Koegel, eigentlich Betreiberin der beiden Vapiano-Filialen in Dortmund, seine Version eines Inhaber-geführten Restaurants realisiert hat. Bis vor Kurzem war Cristian Betriebsleiter jener Filiale der in Schieflage geratenenen Restaurantkette in Dortmund, die als erste in Deutschland schließen musste.

Liebevoll werden die Kikok-Hähnchen mariniert

Die Erfahrungen der beiden in der Casual Dining-Kette ist im „Roque’s Deli“ sehr deutlich. Cristian geht es um eine effektive, frische Verarbeitung von qualitativ hochwertigen Zutaten. Wie einst im Wienerwald, der Mutter aller Systemgastronomien in Europa, ist das Hähnchen das zentrale Produkt seiner Küche. Doch bei ihm handelt es sich um das Kikok-Hähnchen, einem durchaus industriell produzierten Geflügel aus Delbrück bei Paderborn, das jedoch unter artgerechten und aufs Tierwohl bedachten Bedingungen erzeugt wird und auch Sterneköche wie Nelson Müller begeistert.

Roque's All Time Favorite: 1/2 Piri-Piri-Hähnchen

Cristian Roque hat mit dem Kikok-Hähnchen eine ganze Reihe von Gerichten entwickelt die die ganze Bandbereite von Burger bis Pita, Wings bis Sandwich und Bratwurst bis Hähnchenbrustfilet umfasst. Der Roque’s All-Time-Favorite ist das halbe Hähnchen mit Piri-Piri-Marinade (850 Gramm, 8,90 Euro, gibt’s auch als viertel oder ganzes Hähnchen), deren Geheimrezept Cristian als Verbeugung vor seinen portugiesischen Wurzeln natürlich selbst kreiert hat. Frittiert wird nichts, sogar die Pommes frites werden in heißer Luft knusprig gebacken.

Der Dampfer nimmt Fahrt auf

Verzehren kann der Gast seine Kikok-Hähnchen in einem imponierenden Ambiente. Für die Einrichtung der Räumlichkeiten, die gegenüber dem Eigelstein und dem SCHÖN verkleinert wurden, konnte der Dortmunder Architekt Dortmunder Innenarchitekt Andreas Georg Hanke gewonnen werden, der schon den legendären Golden Cage des Grillhouse-Spezialisten Hohoff in Hagen ausgestattet hat. Die Kulisse erinnert an Ozeandampfer der Streamline-Ära. Große Tische und lange Tafeln wechseln ab mit intimen Nischen, elegante Baratmosphäre mit maßgefertigter Lichtinszenierung.

Pommes frites, nicht frittiert sondern heiß gebacken

 Kein teures Mineralwasser, sondern selbst aufbereitet und gezapft

 Köstliche Fruchtsäfte und Cocktails

 Portugiesisch inspirierte Torten und Kuchen

 Pasteis de Nata zum Kaffee



Der Genießer bedankt sich für die Einladung zum Pressemenü.

Roque‘s Deli. Rüttenscheider Str. 199. 45131 Essen. 0201/45 87 98 16. So-Do 11–23 Uhr, Fr, Sa 11 –24 Uhr. ww w.roques.de

Mittwoch, 3. Juli 2019

„Essen verwöhnt 2019“: Auf der Straße der Sterne

Signature Dish auf der Kettwiger Straße:
Berthold Bühlers Halber Hummer mit Dicken Bohnen in Thymianrahm

Punkt 12 Uhr startete auch diesem Jahr der Marsch der der Köche vom Willy-Brandt- zum Burgplatz, um „Essen verwöhnt 2019“ zu Eröffnung. Neben Essens OB Kufen waren auch seine Kollegen aus Mülheim und Gladbeck mit von der Partie, denn aus beiden Städten hatte Veranstalter Rainer Bierwirth vom Verein „Essen genießen e.V.“ erstmalig Gastronomen zu Unterstützung der Gourmetmeile herangezogen, weil es in Essen zu viele Veränderungen gab, um wie bisher allein mit Restaurants aus dieser Stadt die Qualität der Meile aufrecht zu erhalten (klick hier).

Kaiserwetter auf der Königin der Gourmetmeilen

Leider konnte der Genießer an dem offiziellen Eröffnungsakt nicht teilnehnmen, weil er ein wenig kränkelte, doch am Nachmittag beschloss er, dennoch nicht die „Essen verwöhnt“ zu schwänzen. Er dachte, gutes Essen könne der Genesung nur förderlich sein, und so raffte er sich auf und begab sich auf die Straße der Sterne, die „Essen verwöhnt“ immerhin den Beinamen „Königin der Gourmetmeilen“ eingebracht hatte. Anfang des Jahrzehnts kochten immerhin drei Sterne-Restaurants auf der Kettwiger Straße, einzigartig für solche Veranstaltungen, im Ruhrgebiet allemal.

Kulinarisches vorm spirituellen Zentrum des Ruhrgebiets:
Sauternes von Nelson Müller

Doch in den letzten Jahren hab es in der Essener Sternegastronomie einige Veränderungen. Konstant hielt in der Zwischenzeit hielt nur Nelson Müller mit seiner „Schote“ das Michelin-Banner hoch, die auch nach dem Umzug in sein Bistro am Rüttenscheider Stern immer noch zum erlauchten Kreis der Sternerestaurants gehört. Erika Bergheim hatte mit dem „Nero“ im Schlosshotel Hugenpoet einst einen Stern erkocht, verlor ihn wegen eines Betreiberwechsels und gewann ihn schließlich mit dem „Laurushaus“ wieder. Und das mit zwei Michelin-Sternen am höchsten dekorierte Essener Restaurant „Résidence“ schloss vor zwei Jahren sogar komplett die Pforten.

Doch in diesem Jahr sind alle drei wieder auf „Essen verwöhnt“ alle drei wieder vereint, denn Berthold Bühler von der „Résidence“ kam aus dem Ruhestand zurück, um gemeinsam mit Heinz Furtmann vom „Kölner Hof“, ebenfalls ein in den Ruhestand gegangener Veteran der feinen Gastronomie auf der Meile, gemeinsam einen Stand zu machen. Und so konnte sich der Genießer auf der Straße der Sterne ein Menü zusammenstellen, das auch Kranke gesund machen kann.


Das Genesungsmenü auf der Straße der Sterne

Schlosshotel Hugenpoet
Anis gebeizter Lachs auf Limettenjoghurt mit Wildkräutersalat und Staudensellerie (6 Euro)
Leider firmiert das Schlosshotel Hugenpoet auf der Meile nicht mit dem Sternerestaurant „Laurushaus“, sondern nur mit seinem nicht besternten „Hugenpoettchen“. Der mit Anis gebeizte Lachs zeigte mit seinem wunderbaren Aroma deutlich, dass er aus einer Küche kommt, die auch Michelinstern kann. Auch wenn der Teller
recht unprätentiös angerichtet ist.

Schote
Gänseleber Terrine und Mousse | Rote Grütze | Champagnereis (18 Euro)
Mit diesem Gourmet-Gericht zeigt Nelson Müller, was er seinem Publikum als Sterne- und Fernsehkoch schuldig ist. Eine dekadente Zutat perfekt zubereitet; ich musste bei dem bitter-süßen Gericht irgendwie an Mamas Buttercrèmetorte denken. Im Glas dazu ein Sauternes (7 Euro).

F&B by FrischeParadies
Heinz Furtmann Signature Dish
Lammnüsschen mit Sommer-Wirsing, Kartoffel-Sellerie-Püree und Paprika Espuma (10 Euro)
Für Heinz Furtmann und den „Kölner Hof“ waren die Lammnüsschen lange Zeit das Erkennungs-Gericht, oder international ausgedrückt, das Signature Dish. So bringt der Gastro-Veteran den Klassiker noch einmal auf die Meile, eine recht üppige Portion samtweiches, rosa gegartes Lammfleisch mit einem Wirsing zum Reinlegen.

F&B by FrischeParadies
Berthold Bühler Signature Dish
Halber Hummer auf dicken Bohnen in Thymianrahm (18 Euro)
Auch Résidence-Patron Berthold Bühler wird nostalgisch und lässt mit seinem Halben Hummer große kulinarische Zeiten in Essen wieder aufleben. Das ausgelöste Krustentiere ist von 1a-Qualität, doch um ehrlich zu sein, der Genießer wollte das Gericht
wegen der Dicken Bohnen haben.

Hüftgold Catering
Eis-Kugel von weißer Valrhona-Schokolade mit Himbeer-Crunch
(2,50 Euro)
Hüftgold ist eines der Unternehmen, die aus Mülheim zu „Essen verwöhnt“ gestoßen sind. Stefan Böhme hat dieses Eis exklusiv für die Meile kreiert. 

Der Genießer bedankt sich für die Presse-Einladung

„Essen verwöhnt“ geht noch bis zum 3. Juli 2019. Essen, Kettwiger Straße. Tägl. Do, Fr, So ab 12 Uhr, Sa ab 11 Uhr. Infos hier.

Montag, 1. Juli 2019

Zweites langes Gourmetmeilen-Wochenende 2019: Dortmund, Essen und Schermbeck kochen auf der Straße

Das kommende Wochenende bringt die Gastronomen im Ruhrgebiet dazu, fast flächendeckend auf die Straße zu gehen und dort zu kochen. Von Dortmund im Osten über Essen in der Mitte bis nach Schermbeck im Westen werden die ambulanten Küchen auf Plätzen und Straßen aufgebaut.

Foto: Essen genießen
Essen verwöhnt
Bereits zum 21. Mal findet auf der Kettwiger Straße in der Essener Innenstadt die „Königen der Gourmetmeilen“ statt. Einstmals waren drei Essener Sternerestaurants mit dabei, doch mit dem Ausscheiden des 2-Sterne-Hauses Résidence vor ein paar Jahren wurde ein grundlegender Wandel in der Spitzengastronomie der Stadt deutlich. So kommt es in diesem Jahr zu einem großen Revirement. Erstmal sind Gastronomen von außerhalb dabei, aus Mülheim und Gladbeck. Und zwei Gourmetmeilen-Veteranen konnten für einen gemeinsamen Stand reaktiviert werden: Berthold Bühler von der Résidence und Heinz Furtmann vom Kölner Hof. Insgesamt tischen 22 Gastronomen vom 3. bis zum 7.7.2019 auf
3.7. - 7.7.2019. Essen verwöhnt. Essen, Kettwiger Straße. Infos hier


Dortmund à la carte
Die traditionsreiche Gourmetmeile auf dem Dortmunder Hansaplatz kann man getrost die „Mutter der Gourmetmeilen“ im Ruhrgebiet bezeichnen. 2019 findet sie zum 35. Mal statt. Nachdem man sich vor ein paar Jahren in Angebot und Ambiente deutlich verjüngt hat, gehört „Dortmund à la carte“ zweifellos zu den Spitzen-Gourmetmeilen in der Region. 11 Gastronomen sorgen von Mittwoch, 3.7., bis Sonntag, 7.7.2019, für ihre Gäste.
3.7. - 7.7.2019. Dortmund à la carte. Dortmund, Hansaplatz. Infos hier


Schermbeck genießen
Vor zwei Jahren musste das Gourmetfest an der Grenze Westfalen-Niederrhein ganz ausfallen, doch dann bekam man den Dreh wieder und stellte sich wieder neu auf. Acht Gastronomen laden vom 5.7. bis zum 7.7.2019 vor das Rathaus der hübschen Stadt an der Grenze zwischen Westfalen und dem Niederrhein.
5.7. - 7.7.2019. Schermbeck genießen. Schermbeck, Am Rathaus. Infos hier

Sonntag, 30. Juni 2019

Neu in der Dortmunder Gartenstadt: Athos

Update: Das Restaurant hat seit Juli 2023 einen neuen Besitzer.

Griechisch in der Gartenstadt:
Ein Glas Rosé mit der Callas

Die Dortmunder Adresse Winkelriedweg 53 kennt er Genießer schon seit den frühen 90-er Jahren des letzten Jahrhunderts, als er die Gastro-Seiten des seligen MARABO MAGAZINS und den Restaurantführer „Ausgehen im Ruhrgebiet“ betreute. Damals beherbergte der Neubau in der Gartenstadt-Nord das italienische Restaurant Salute von Leonardo d’Arelli und galt als einer der besten Italiener in NRW, später kam es unter andere Leitung, hieß auch mal Salue Örtken oder Conca d‘Oro.



 So stellt man sich Griechenland vor.

Seit neustem befindet sich hier das griechische Restaurant Athos von Loredana-Petruta Tudor, und die Anwohner in dem dichtbesiedelten Gebiet zwischen den Nobeladressen „Der Schneider“ und „La Cuisine: MARIO KALWEIT“ werden sich freuen, ein alltagstaugliches Restaurant mit durchaus eleganten Ambiente in der Nachbarschaft zu haben. Küchenchef Babis präsentiert die Klassiker der griechischen Küche wie Gyros überbacken mit Metaxasauce, Grillspezialitäten von Lamm und Schwein oder Moussaka und Pastizio handwerklich gekonnt und lecker. Das Pressemenü mit den Dortmunder Kollegen geriet bei schönstem Sommerwetter auf der von Weinreben überrankten Terrasse jedenfalls zu einem kleinen Urlaubserlebnis.

Das Pressemenü 

 Gemischte Mezedes

 Gefüllte Calamari

 Unter der Weinpergola:
Olympiakos, Sardinen aus der Pfanne

 Grüße aus der Plaka

Gegrilltes Lammkarrée



Kennzeichnung: Der Genießer bedankt sich für die Einladung zum Pressemenü.

Athos. Winkelriedweg 53. 44141 Dortmund-Gartenstadt. Tel. 0231/53490230. Mo-Sa 17-23 Uhr, So 12-15 und 17-23 Uhr.