Sonntag, 13. März 2022

Slow Food Bochum: Arbeitsessen in der Trattoria Momo

Nach getaner Arbeit: Der INI Kreis im Momo

Am 10. März 2022 traf sich der INI-Kreis von Slow Food Bochum zum monatlichen Arbeitsessen in der Trattoria Momo am Stadionring. Besprochen wurde, wie nach der Zwangspause durch Corona wieder ein ansprechender Veranstaltungsbetrieb aufgenommen werden kann. Erstes Ergebnis ist der gemeinsame Besuch der Demeter-Gärtnerei Werkhof in Dortmund am 9. Mai. Wer mitgehen möchte, kann sich hier anmelden. Auch über weitere Projekte wie eine Veranstaltung zum 30-jährigen Jubiläum von Slow Food Deutschland wurde gesprochen. Wenn sich etwas konkretisiert, gibt es weitere Informationen.


Doch was wäre eine Slow-Food-Sitzung ohne kulinarischen Genuss. Die Trattoria Momo ist eine traditionsreiche gute Adresse für italienisches Essen in Bochum. Seit ein paar Jahren residiert sie in dem Neubaukomplex am Kreisverkehr am Stadionring. Das Ambiente verbreitet moderne Großstadtatmosphäre. Die Gerichte von Pizza über Risotto und Pasta bis hin zu schön gebratenem Skrei waren solide mit Ausflügen ins Elegante. Über ein größeres vegetarisches Angebot hätten wir uns gefreut. Vielleicht hätten wir auch aufhorchen sollen, als wir gefragt wurden, ob wir noch Salz wollten, bevor wir überhaupt gekostet hatten. Tatsächlich hätte das ein oder andere Gericht entschiedener gewürzt sein können, was dann aber individuell geregelt werden konnte.

Das Slow Food Arbeitsessen
10. März 2022



Hausgemachtes Sauerteigbrot mit Aioli


Vermentino des Hauses

Antipasti Misto nach Momo’s Art für zwei Personen

Pizza Calabrese mit Salami

Saisonsalat mit Lachs und Croutons

Risotto mit Rucolapesto, Gemüse und Cherrytomaten


Rigatoni mit Entenbrust und Thai-Curry


Gegrillter Oktopus mit Pankokruste
auf gelber Paprika-Crème mit Gemüse
und Fenchel-Orangen-Salat


Gebratenes Skrei-Filet à la Ciruela (gekochte Pflaumen und Minze)
mit frischem Spinat und Gemüse



Erdbeer-Panna Cotta

Vegane Crème brûlée


Hausgemachter Wildfruchtsrudel mit Crema Pasticcera


Trattoria Momo, Stadionring 9, 44791 Bochum. Tel. 0234/500776. Di, Do, Fr 17-23 Uhr, Sa 12-15 & 17-23 Uhr, So 11.30-14 & 16-23 Uhr, Mo geschlossen. www.momo-bochum.de

Mittwoch, 9. März 2022

Zwei neue Michelin-Sterne im Ruhrgebiet: THE STAGE in Dortmund und MOD in Duisburg

Heute wurden die Bewertungen 2022 des Guide Michelin bekannt gegeben. Das Ruhrgebiet kann sich über zwei neue Sterne Restaurants freuen, deren Küchenchefs schon vorher für Sternenglanz im Ruhrgebiet gesorgt hatten. Die Neueröffnungen MOD in Duisburg von Sven Nöthel, bis 2019 Küchenchef im Mülheimer „Am Kamin“, und THE Stage in Dortmund von Michael Dyllong, zuvor Küchenchef im Palmgarden auf der Hohensyburg, wurden jeweils mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet. Der Palmgarden hat damit seinen Stern verloren.
Alle anderen Sterne-Restaurants im Ruhrgebiet konnten ihre Position behaupten.

2 Michelin-Sterne
Rosin, Dorsten

1 Michelin-Stern
Goldener Anker in Dorsten
der Schneider in Dortmund
Grammons Restaurant in Dortmund
luma in Dortmund
The Stage (neu) in Dortmund
Mod by Sven Nöthel (neu) in Duisburg
Hannappel in Essen
Schote in Essen
Ratsstuben in Haltern am See
Haus Stemberg in Velbert
Landhaus Köpp in Xanten

Bib Gourmand
Der Lennhof in Dortmund
Diergardts Kühler Grund in Hattingen
Gasthaus Stromberg in Waltrop

Zur kompletten Liste klick hier.

Dienstag, 8. März 2022

Kulinarisches Impro-Theater: Geschnetzeltes nach Genießerart mit Champignons, Spitzkohl und Ziegenfrischkäse


So gut und nachhaltig das Fleisch beim Biometzger auch sein mag, es muss auch handwerklich tadellos behandelt sein. Jedenfalls ärgerte ich mich ziemlich, als ich die beiden Schnitzel aus der Oberschale, die ich neulich gekauft hatte, ausgepackt hatte. Eines war extrem schief zugeschnitten, auf der einen Seite wie bestellt einen Zentimeter dick, auf der anderen Seite aber mindestens zweieinhalb. Das in der Pfanne gleichmäßig zu braten schien mir unmöglich, auch wenn ich noch so lange mit dem Fleischhammer darauf herumkloppen würde. Also disponierte ich kurzerhand um und beschloss, eine Art Schweizer Pfannen-Gyros daraus zu machen. Sprich: Geschnetzeltes nach Züricher Art.



Leider hatte der die nervöse Verkäuferin beim Biometzger
das eigentlich schöne Schnitzel so unegal zugeschnitten,
dass man es nicht am Stück braten konnte.

Das klassische Züricher Geschnetzelte besteht aus Kalbfleisch in einer Wein-Sahne-Sauce mit Champignons; benutzt man Schweinefleisch, ist es hur nach Züricher Art, genauso wie ein paniertes Schweineschnitzel auch nur ein Schnitzel Wiener Art ist und kein Wiener Schnitzel. Als Angebot im Restaurant mag dieser Unterschied von Bedeutung sein, für den Hausgebrauch halte ich ihn für relativ gleichgültig - zumal wenn man ein an sich ganz wunderbares Stück Bio-Fleisch vom Schwein hat wie ich in diesem Fall.


Doch auch ein Geschnetzeltes nach Züricher Art wollte mir mit dem verschnittene Schnitzel nicht so richtig gelingen. Champignons hatte ich zwar noch im Gemüsefach, doch keine Sahne im Haus. Da begann die Improvisation und es musste also mein heißgeliebter Ziegenfrischkäse für die Sauce herhalten. Auch hatte ich keine Lust, extra eine Flasche Weißwein aufzumachen, sondern ich wollte den letzten Schuss Sherry verbrauchen, der noch vom letzten Kochkurs übrig war. Und dann hatte ich noch einen halben Spitzkohl, der auch verbraucht werden musste. Dazu gab's kein klassisches Rösti, sondern die bewährten Casarecce, Makkaroni aus Sizilien.

So kam dieses Geschnetzelte nach Genießerart zustande. Ziegenfrischkäse und Sherry verbanden sich zu einer schönen nussigen Säure, die mit dem Spitzkohl und dem kernig-zarten Schweinefleisch ganz wunderbar harmonierte. Etwas Ingwer, Chili und Senf brachte auch noch ein pikante Schärfe ins Spiel – und der Ärger über das dilettantische zugeschnittene Schnitzel war mehr als verflogen.


Rezept: Geschnetzeltes nach Genießerart

2 Portionen

1 Schnitzel aus der Oberschale vom Schwein (150 g)
Speisestärke
Rapsöl
1 mittelgroße Zwiebel
150 braune Champignons
½ Spitzkohl
1 Stück Ingwer
1-2 Knoblauchzehen
0,1 l Gemüsebrühe
0,1 l Sherry
1 Msp Chilipulver
1-2 TL scharfer Senf
75 g Ziegenfrischkäse
Pfeffer, Salz
Gehackte Petersilie
200 g kürze Makkaroni, Casarecce o.ä. Nudeln

Schnitzel in 3 Millimeter dicke Streifen schneiden und in Speisestärke wenden.
Zwiebel fein würfeln. Champignon putzen und blättrig schneiden. Spitzkohl in hauchdünne Streifen schneiden oder hobeln. Ingwer hacken. Knoblauch schälen und ggf. halbieren.

Nudeln in Salzwasser nach Packungsanweisung gar kochen.

Rapsöl in einer großen Pfanne erhitzen und die Schnitzelstreifen darin scharf anbraten, bis sie schön braun sind. Salzen, aus der Pfanne nehmen und warm stellen.
Evtl. etwas Öl nachgießen und die Zwiebelwürfel darin glasig schmorene. Champignons, Spitzkohl, Knoblauchzehen, Chilipulver und Ingwer dazu geben und eine Zeitlang mitschmoren lassen. Mit Gemüsebrühe und Sherry ablöschen und zugedeckt 15 Minuten schmoren lassen, bis Champignons und Spitzkohl gar sind. Darauf achten, dass genug Flüssigkeit in der Pfanne ist. Ziegenfrischkäse unterrühren.

Gebratene Schnitzelstreifen unterheben und kurz mitziehen lassen. Senf unterrühren und alles mit Pfeffer und Salz abschmecken. Gekochte Nudeln unterheben. Auf vorgewärmte Teller geben und mit gehackter Petersilie bestreuen.

Mittwoch, 2. März 2022

Rosenmontagsessen: Georgisches Tapas-Menü in Babuschkas Kitchen in Dortmund

Babuschkas Kitchen: Ein Herz aus Knoblauch

Es sind schon seltsame Gedanken, die einen nachdem Beginn von Putins Eroberungskriegs in der Ukraine sogar beim Verfassen eines Kulinarikblogs befallen. Die Einladung zu einem Rosenmontagsessen in Babuschkas Kitchen im Dortmunder Kreuzviertel war schon ein paar Tage vor dieser aggressiven „Zeitenwende“ eingegangen, und das erste was ich dachte, war damals: Warum nicht mal Karneval auf Russisch? Doch als dann an Weiberfastnacht Schluss mit lustig war, kamen mir doch Zweifel, die allerdings sofort wieder verflogen, als ich mir die Einladung noch einmal genauer ansah. Es handelte sich schließlich um einen Georgischen Tapas Abend, und Irina Poljatchek, die Betreiberin von Babuschkas Kitchen, stammt aus Odessa an der ukrainischen Schwarzmeerküste.


Vielseitige Gastronomin: Irina Poljatchek

Anfang der 1990-er Jahre war Irina mit ihren Eltern nach Dortmund gekommen, die erst eine deutsche Kneipe übernahmen und dann das Restaurant Odessa eröffneten, das heute noch als Event-Location existiert. Irina studierte Psychologie, entdeckte aber ebenfalls die Lust am Kochen, als sie einmal das Catering für das Juicy Beats Festival ausgerichtet hatte. Daraus entwickelte sich das Cateringunternehmen Doppeltsolecker, zu dem mittlerweile auch ein Bistro gehört. Gemäß der Gepflogenheiten in der Punk-Rock-Szene gibt es hier vegane Kost. In Babuschkas Kitchen, das Irina Mitte letzten Jahres eröffnete, kommen aber auch traditionelle Fleischgerichte auf den Tisch.


Kneipenatmosphäre im Dortmunder Kreuzviertel

Irinas Großvater stammt ursprünglich aus Georgien, und so wundert es nicht, dass neben der ukrainischen auch die Küche dieser Kaukasusrepublik die Speisekarte von Babuschkas Kitchen inspiriert. Als uraltes Weinland ist Georgien eng mit dem antiken griechischen Kulturkreis verbunden, und die vielfältigen Gerichte erinnern stark an die dortige Mezedes-Kultur, aber auch an die türkisch-osmanisch-orientalische oder asiatische Küche. Bis hin zu den italienischen Antipasti und den spanischen Tapas geht diese Verwandtschaft.

So erinnerten die Gerichte, die Irina auf der Vorspeisenplatte und als Hauptgänge servierte, stark an die Urlaubsküche aus dem östlichen Mittelmeerraum. Dass sie dennoch anders waren, liegt an den typisch georgischen Gewürzen, die zum Einsatz kamen. So überraschten mit Dill aromatisierte Tomaten, Bockshornklee und die Gewürzmischung Chmeli Suneli sorgten für besondere Noten. Der dekorative Einsatz von Granatapfelkernen ließ mich die persische Küche denken. Und über allem thronte der unvermeidliche Knoblauch.

Üppiger Hauptgang

So war das georgische Tapasmenü ein ziemlich deftiges und überaus üppiges Vergnügen in rustikaler Kneipenatmosphäre. Beim Fleisch hätte ich mir allerdings mehr Sorgfalt gewünscht. Die Lammkoteletts waren zwar schön rosa, doch das Schaschlik vom Schwein erwies sich unter dem Messer als etwas widerspenstig. Auch hätte es die delikate Aromatik des zur Kalten Küche gehörenden Hühnchens in Walnusssauce verdient, wenn es früher aus der Kühlung genommen worden wäre.


Georgien ist ein uraltes Weinland

Was wäre ein georgisches Menü ohne georgischen Wein? Den hatten übrigens Cristina und Max von Iulian’s Wein in Bochum (klick hier) geliefert. Der rote Pirosmani vom Weingut Khareba war aus der Rebsorte Saparavi gekeltert, die auch die Grundlage für den legendären Krim-Sekt ist und mich nicht nur wegen seiner tiefroten Farbe an die süditalienischen Sorten Negroamaro oder Primitivo erinnerte.



Georgischer Tapas Abend
in Babuschkas Kitchen
Rosenmontag 2022

Vorspeisenplatte
 
Maisbrot mit Pkhali und Dip und
Brotfladen gefüllt mit Schafskäse

Auberginen-Walnuss-Salat
mit Granatapfel und Koriander

Chatschapuri
Rote-Beete-Salat mit Walnüssen, Granatapfel,
Pflaumen und Tkemali 
 
Lobio – Bohnensalat 
Kupati - hausgemachte georgische Wurst (ohne Bild)

Hauptgänge

Satsivi
Huhn an Walnusssauce

Khinkali
Teigtaschen gefüllt mit Geflügelfarce

Chakapuli
Lamm an Kräutersauce

Schaschlik vom Schwein


Torte Napoleon
Torte aus hauchdünn aufgebackenem Blätterteig mit Vanillecreme

Babuschkas Kitchen. Kreuzstraße 69, 44139 Dortmund. Tel. 0231 13743896. Mo-Fr 12-21 Uhr, Sa, So 10-21 Uhr, Di Ruhetag. www.babuschkas.kitchen

Der Genießer bedankt sich für die Einladung.

Freitag, 25. Februar 2022

Resteessen: Tarte Tatin von der Jakobsmuschel mit Lauch und Shiitake-Pilzen


Beim Aufräumen des Tiefkühlfaches meines Kühlschranks fielen mir neulich ein paar Überbleibsel von verschiedenen Kochaktionen im letzten Herbst in die Hände: zwei Blätterteigplatten von den Apfelröschen, die ich im Oktober das erste Mal und dann zu Weihnachten noch einmal mit Blätterteig gebacken hatte (klick hier), und vier Jakobsmuscheln von der Zubereitung in Whisky-Ponzu-Butter im Dezember (klick hier). Diese Reste wollte ich jetzt verbrauchen und suchte nach entsprechenden Gerichten im Internet.

Tatsächlich fand ich auch einige Rezepte für Jakobsmuscheln im Blätterteig, doch keines wollte mir so richtig gefallen. Bei dem einen wurde aus dem Blätterteig eine Art Schale gebacken, in denen separat gegarte Jakobsmuscheln und andere Zutaten dann serviert wurden; das war nicht so ganz, was mir vorschwebte. Bei anderen wurden die ebenfalls vorgebratenen Jakobsmuscheln in Pastetenförmchen gefüllt, mit Blätterteig zugedeckt und dann gebacken. Das schien mir logisch, denn dadurch war das Muschelfleisch vor der Hitze geschützt und blieb zart und saftig. Allerdings sah das fertige Gericht sehr beliebig aus, denn unter der Blätterteighaube konnte sich schließlich alles Mögliche verbergen.


Die Zutaten

Also beschloss ich, die ganze Sache wie eine Tarte Tatin zu stürzen, so dass der gebackene Blätterteig auf dem Teller den Boden bildete und die Jakobsmuscheln darauf die Auflage. Um diese zu ergänzen, ließ ich mich durch die Füllung einer klassischen Quiche Lorraine inspirieren (klick hier), die ich allerdings etwas asiatisch interpretierte. Die Jakobsmuscheln wurden in Panko gewälzt und dann in ein paar Spritzern Sesamöl angebraten. Dazu kamen noch Lauch, Zwiebeln und Shiitake-Pilze, die ich in einem Schuss Sherry und Sojasauce schmorte. Angedickt wurden sie mit Crème fraîche, und damit die Sauce beim Stürzen nicht herauslief, kam noch ein Ei zur Bindung dazu.


Eine kleine Glasform wurde
mit Backpapier ausgeschlagen..
.


...dann mit den Zutaten gefüllt...


...mit Blätterteig abgedeckt...


...gebacken und gestürzt.

Da ich nur vier relativ kleine Jakobsmuscheln, genauer gesagt Kammmuscheln, hatte, brauchte ich eine entsprechend kleine Form. Die fand ich im Deckel einer Glasauflaufform von 15 cm Durchmesser, von der ich gar nicht mehr wusste, dass ich sie hatte. Damit die Muscheln darin nicht anbackten, schnitt ich mir ein Stück Backpapier zurecht, das ich mit einem Tropfen Öl in dem Deckel fixierte. Da hinein füllte ich die Muscheln samt Sauce, deckte sie mit dem Blätterteig ab und buk das Ganze dann im Ofen. Nach dem Stürzen konnte man das Backpapier ganz einfach von den Muscheln abziehen.


Jakobsmuschel und Lauch

Die Tarte Tatin von der Jakobsmuschel war für eine Person genau richtig und hatte einen sehr feinen und doch würzigen Geschmack, und das Muschelfleisch war zart und saftig. Ob sie optisch genauso überzeugend war, mag jeder für sich entscheiden.


Rezept: Tarte Tatin von der Jakobsmuschel mit Lauch und Shiitake-Pilzen

1 Portion

4 Jakobsmuscheln
½ Stange Lauch
4-5 Shiitale-Pilze
1-2 Schalotten
1 Knoblauchzehe
½ Becher Crème fraîche
1 Ei
1 Schuss trockener Sherry
1 Schuss Sojasauce
1-2 Spritzer Sesamöl
Rapsöl
1 EL Panko oder Paniermehl
Zitronensaft
Muskatnuss, Weißer Pfeffer, gemahlene Koriandersaat
2 Platten TK Blätterteig (10x10 cm)
Dillspitzen

Ziefgekühlte Jakobsmuscheln und Blätterteigplatten vorsichtig auftauen.
Shiitake-Pilze putzen und halbieren.
Die Hälfte der Lauchstange in vier bis fünf zwei Zentimeter dicke Scheiben schneiden. Den Rest der Stange in feine Juliennestreifen schneiden. Schalotten sehr fein würfeln.
In einer Pfanne Rapsöl erhitzen, Knoblauchzehe und Shiitakepilze dazugeben, mit etwas Zitronensaft beträufeln und anschmoren. Etwas Wasser dazu geben, zudecken und 15 Minuten schmoren lassen, bis die Pilze weich sind. Pilze aus der Pfanne nehmen. Knoblauch entsorgen.

Jakobsmuscheln leicht pfeffern und salzen und in Panko wälzen. In der gleichen Pfanne noch einmal etwas Rapsöl mit ein paar Spritzern Sesamöl erhitzen. Jakobsmuscheln und Lauchscheiben darin scharf anbraten, bis sie gebräunt sind. Die Jakobsmuscheln herausnehmen, Lauchscheiben drin lassen. Lauchjulienne und Schalottenwürfel dazugeben, anschwitzen. Mit Sherry und Sojasauce ablöschen und auf kleiner Flamme mit geschlossenem Deckel weich schmoren. Crème fraîche unterrühren, und vom Herd nehmen und abkühlen lassen. Ei unterrühren und abschmecken.

Ein Stück Backpapier im Durchmesser der Form zurechtschneiden. Einen Tropfen Öl in die Form geben, das Backpapier hinein legen und fixieren. Gebratene Jakobsmuscheln, Pilze und Lauchscheiben hineingeben und mit der zwiebel-Julienne-Sahne-Sauce auffüllen. Alls mit den Blätterteigplatten abdecken. Überstehenden Teig abschneiden und damit evtl. Lücken abdecken.
Im vorgeheizten Backofen bei200 Grad in 15 Minuten goldbraun backen.
Fertige Tarte aus dem Ofen nehmen, etwas abkühlen lassen. Sen gebackenen Teig am Formrand lösen. Auf einen Teller stürzen, Form abheben und das Backpapier abziehen. Tarte Tatin von der Jakobsmuschel mit Dillspitzen garnieren.

Montag, 21. Februar 2022

Neu im Essener Südviertel: Mezebar Eleon

Das Restaurant ist geschlossen.

Alex Minas ist mit seinem Eleon von Rüttenscheid ins Südviertel gezogen.
 
Es war noch in vordigitalen Zeiten, als der Genießer alljährlich zur Weihnachtszeit für das Ruhrgebietsmagazin MARABO und später das „Wirtschaftmagazin Ruhr“ Weinproben organisierte, gehörte der Besuch der Weinläden im Essener Südviertel zur regelmäßigen Routine. An der Hohenzollernstraße liegt der traditionsreiche „Weinhandel Bürgerheim“, und biegt man kurz danach in die Von-Schmoller-Straße ab, kommt man rasch zu dem von außen so unscheinbaren, vom Angebot aber äußerst exklusiven Geschäft „Vino Grande“ von Thomas Kierdorf (klick hier). Diese vielbefahrene Straßeneinmündung gegenüber des Essener Stadtgartens steht aber auch noch für eine weitere Erinnerung noch aus der Vor-Genießerzeit. In dem großen Eckhaus hinter dem busch- und baumbestandenen kleinen Parkplatz befand sich jahrzehntelang ein jugoslawisches bzw. Balkan-Restaurant, das Anfang der 1980-er Jahre der Verein der Essener Filmemacher um den Filmproduzenten und WAZ-Redakteur Michael Lentz zu seinem Vereinslokal erkoren hatte und im Rahmen der sich etablierenden Kulturellen Filmförderung des Landes NRW am Aufbau einer Filmwerkstatt in Essen arbeitete. Die bestand später schließlich in Schloss Borbeck. Als Filmkritiker von MARABO und gelegentlicher Super-8-Filmer) war ich in dem Verein sogar Mitglied.





Traditionsreiche Location in neuem Look.

Umso überraschter war ich, als der rührige Gastro-Promoter Michael Alisch jetzt mitteilte, er habe genau an dieser Adresse ein kleines Presse-Essen organisiert. Denn vor ein paar Wochen ist Alex Minas mit seinem griechischen Restaurant Eleon von Rüttenscheid in diese größere Location gezogen, um hier das Konzept einer Mezebar auszubauen. Die Mehrzahl von Meze lautet Mezedes, und das sind jene kleinen Tellergerichte, in denen sich die Vielfalt der griechischen Küche. Ursprünglich stammt diese Darreichungsform aus dem vorderen Orient, hat aber den gesamten Mittelmeerraum erobert. Etwa als Mezze im Libanon, als Tapas in Spanien oder als Antipasti in Italien. Sogar die vielgängigen Degustationsmenüs in der Sterne-Gastronomie sind davon inspiriert.


Präsentieren neuen griechischen Wein zu neuer griechischer Küche:
Alex und seine Winzer Thomas Boskos und Kati Sakka-Boskos

Die griechische Gastronomie hat die Mezedes in den letzten Jahren wieder entdeckt, um sich besonders in Deutschland vom Image der besseren Imbissküche mit riesigen Gyros- oder Souvlaki-Fleischbergen zu befreien. Alex Minas, von Haus aus studierter Archäologe, war einer ersten, der das Mezedes-Konzept im Rüttenscheider Eleon in Essen etablierte. Diese gastronomische Erziehungsarbeit begleitete er durch ein Angebot jener neuen Weine aus Griechenland, die zeigen, dass die Wiege der Weinkultur wesentlich mehr Potential hat, als nur Imiglykos oder Retsina zu produzieren. Die modernen Kreszenzen, die sich an internationalen Qualitäten orientieren, stammen von Thomas Boskos und Kati Sakka-Boskos vom nordgriechischen Weingut Vegoritis, das seinen Ruhrgebiets-Sitz in Dortmund-Hörde hat.



Rocken die Küche: Niko Reneres und seine Frau Paulina

Alex‘ größter Coup ist allerdings, dass er für die Küche Niko Reneres und seine Frau Paulina gewinnen konnte. Niko arbeitete von 2011 bis 2018 im Yamas (klick hier) in der Bochumer Innenstadt, das mittlerweile eines der innovativsten griechischen Restaurants in Deutschland ist. Für unser Pressemenü fuhren Niko und Paulina eine Mezedes-Parade auf, die nichts zu wünschen ließ.


Das Mezedes-Menü im Eleon
17.2.2022


Oliven
Eleon bedeutet schließlich Olivenhain


Platte mit griechischen Käsespezialitäten


Gebackene Zucchini-Puffer mit Tzatziki


Dolmadakia

gefüllte Weinblätter mit Reis & frischen Kräutern,
serviert mit Minze-Dip


Bohnenpüree mit Oktopus, Tomaten und Rucola 


Rote Bete Salat


Überbackene Auberginen

gefüllt mit Feta-Käse, Paprika, Kräutern & Tomatensauce


Garnelen aus der Pfanne mit Aioli


Oktopus-Spieß
vom Grill mit gebratenen Gemüsespieß


Gavros
kleine Sardellen frittiert mit Zitrone

Spanakopita
Blätterteig mit Spinat & Feta-Käse-Füllung

Panna Cotta mit Fruchtsauce


Galaktoboureko

Blätterteig mit Grieß-Creme, Vanille Eis, Honig & Zimt


Dessert Joghurt

mit Biskuit, Honig & Walnüssen

Mezebar Eleon. Hohenzollernstraße 34 45128 Essen. 0201 8778191. Die-Do 12-22.30 Uhr, Fr, Sa 12-23.30 Uhr, So 12-22 Uhr. Mo Ruhetag. www.mezebar-eleon.de

Der Genießer bedankt sich für die Einladung.