Donnerstag, 17. März 2016
Vernstaltungstipp: Heldenmarkt und ExtraVurst in der Jahrhunderthalle Bochum
Heldenmarkt mit ExtraVurst
Messe für nachhaltigen Konsum
Bochum, Jahrhunderthalle
Infos hier
Mittwoch, 16. März 2016
Aus dem Archiv: Pereira - Portugiesische Noblesse
Der Text erschien erstmals in "Ruhrgebiet geht aus 2016/2017"
Das Restaurant gibt es nicht mehr. José António Pereira betreibt seit 2018 einen portugiesischen Feinkostladen in Mülheim (klick hier).
Eigentlich, so sagte José António Pereira einmal, sehe er sich viel mehr als ambitionierter Koch denn als Vertreter der portugiesischen Landesküche, aber um den Erwartungen des Publikums zu entsprechen, biete er in seinem Lokal die Lebensart seines Herkunftslandes. Und das tut er mit viel Eleganz, Charme und kulinarischer Raffinesse, die das Pereira zu einer der ersten Gastro-Adressen in Mülheim gemacht haben. Die ehemalige Eckkneipe in einem der letzten wilhelminischen Prachtbauten an der vielbefahrenen Mellinghofer Straße ist dafür eine ideale Kulisse. Unaufdringlich im Bistro-Stil eingerichtet, verbreiten Original-Gemälde und sanfte Fado-Klänge eine appetitanregende Urlaubsstimmung. Die sorgsam eingedeckten Tische und die aufmerksame kompetente Bedienung, die Stammgäste mit Handschlag begrüßt, immer Zeit für einen kurzen Plausch hat und überaus kompetent über die Speisen und Weine Auskunft geben kann, unterstreichen den Anspruch von José Antonio Pereiras portugiesisch inspirierter mediterraner Küche.
Neben verschiedenen Mittags- und Menüangeboten umfasst die Standardkarte auch jene Kleinigkeiten, die in Portugal eigentlich Petiscos heißen, hier aber mit dem gängigeren spanischen Begriff Tapas bezeichnet werden. Die Abendkarte wechselt monatlich, und hier stehen ausgewählte Zutaten wie Ibericoschwein, Maishähnchen und natürlich Bacalhau, der portugiesische Stockfisch, im Mittelpunkt. Letzterer unterscheidet sich, gut gewässert und fein gebraten, kaum vom frischen Kabeljau und ist in José Antonio Pereiras perfekter Zubereitung immer eine Sünde wert.
Für mein Testmenü entschied ich mich jedoch für die Tapas-Variante des Stockfischs, drei üppige Bolinhos, das sind wunderbar mit Kräutern abgeschmeckte Bacalhau-Kroketten (5 Euro). Zuvor hatte es zum Einstieg Brot mit einer appetitanregenden Aioli und als Gruß aus der Küche einen kleinen pikanten Cappucino von der Lauchsuppe gegeben, und alles zusammen war ein hübsches Vorspeisen-Ritual. Krönung war dann der Hauptgang, Kaninchenrücken im Spitzkohlmantel auf mediterranem Gemüse mit Chourico-Polenta (24,50 Euro). Selten habe ich einen solch saftigen Kaninchenrücken gegessen. Der Wein des Monats, die rote Cuvée Domini von Fonseca im Dourotal (0,2-l-Glas 7,90 Euro), passte dazu kongenial. Zum Nachtisch gab‘s schließlich die portugiesische Variante des Eiskaffees, den Espresso afagado (4,90 Euro): eine Kugel hausgemachtes Vanilleeis, übergossen mit einem Espresso.
-kopf
Mülheim, Mellinghofer Straße 80
Montag, 14. März 2016
Qual der Wahl? Weinmesse Rheinland-Pfalz in Bochum
Die Wahl zwischen den dem Super-Wein-Samstag und dem Super-Wahl-Sonntag entschied der Genießer ganz pragmatisch. Statt die überwältigenden Angebote der Weinhändler im entfernteren Ruhrgebiet am Vorabend der ProWein wahrzunehmen, besuchte er am gestrigen Sonntag kurzer Hand den in fußläufiger Entfernung stattfindenden letzten Tag der Weinmesse Rheinland-Pfalz. In Anbetracht der Landtagswahlergebnisse am Super-Wahl-Sonntag noch ein kleineres Übel, in Anbetracht des Weingenusses aber eine beglückende Erfahrung.
Die Frühlingssonne, die durch das Oberlicht schien, versetzte die Jahrhunderthalle in ein angenehmes Licht, und die riesigen Foto-Prospekte von den herrlichen Weinlandschaften Rheinland-Pfalz‘ taten ein Übriges, um eine Atmosphäre von freier Natur zu bereiten. So war die Wahl, welche der 400 Weine der über 50 anwesenden Winzer man probieren sollte, keine Qual, sondern eine äußerst angenehme Angelegenheit. Sicher, manches, an dem der Genießer nippte, war durchaus provinziell, anderes hingegen hatte richtig Klasse und war weit mehr als nur ein Geheimtipp. Hier sind drei Aussteller, die den Genießer überzeugten. War es Zufall oder lag es an der diesjährigen Winzerauswahl, alle drei kamen aus Rheinhessen.
Bettina und Ulrich Doll vom Weingut Huff-Doll in Horrweiler überzeugten mit ihren fast klaren Weißweinen. Die helle Farbe des Mostes bleibt erhalten, weil die Trauben durch modernste Keltermethoden so aufbereitet werden, dass sie kaum oxidieren. Die sorgfältige Auslese fauler Trauben und der einzigartige Mineralität der Böden tun ein Übriges dazu. So entstehen optisch überraschend witzige, aromatisch jedoch sehr vielschichtige Weine. Besonders klasse: der Riesling trocken 2014 mit seiner Fruchtigkeit von Pfirsich und Apfel und vor allem der Independent 2014, eine trocken ausgebaute Scheurebe mit exotischen Fruchtaromen. Infos hier.
Auch die Weißweine, die Doris Stauffer vom gleichnamigen Weingut in Flomborn anbot, überzeugten, etwa der Riesling 2014 aus der Lage Feuerberg. Bei den Chardonnays zog der Genießer sogar den ‚normalen‘ 2014er Felsen dem höherklassigen Felsen ‚S‘ vor. Und selbstverständlich hat ein Weingut mit dem Namen Stauffer auch einen Weißwein aus der Rebsorte Staufer im Angebot, eine noch recht junge Züchtung aus Bacchus x Villard Blanc. Aber auch würde der Genießer den Riesling oder den Chardonnay vorziehen.
Mit dem 2014 Frühburgunder wurde der Genießer aber vollends zum Fan von Stauffer. Schon vor zwei Jahren deckte er sich mit ein paar Flaschen des damaligen Jahrgangs ein, die er heute noch mit Genuss trinkt, doch der 2014er überzeugte ihn noch mehr. Die wunderbar würzige Kräuternote wurde durch einen Hauch Vanille ergänzt. Als Solist großartig, als Begleitung für einen Burgunderbraten einsame Spitze. Infos hier
Die Rotweine waren es auch, die am Stand von Klaus Gallé beeindruckten. Der Winzer aus Flonheim bot mit dem 2012 Furioso eine Cuvée aus Cabernet Sauvignon und einigen anderen Sorten einen Wein an, der es mit Fruchtigkeit, Fülle und Mineralität mühelos mit internationalen Roten aufnehmen kann. Geradezu mächtig kamen der 2010 Spätburgunder Uffhofener La Roche und der 2010 Portugieser Flonheimer Rotenpfad daher. Schon angenehm gereift, kleideten die Tannine trotz aller Weichheit die Mundhöhle samtig aus. Infos hier
Freitag, 11. März 2016
Aus dem Archiv: Heiner’s - Linsensuppe, historisch-kritisch
Das Hotel-Restaurant firmiert heute (2025) unter dem Namen "Cloud 7".
Seit vor acht Jahren die ehemalige Selbstbedienungsgastronomie auf dem Bundesgartenschaugelände in Gelsenkirchen aufwändig in das Restaurant Heiner’s umgebaut wurde, strahlt die Stadt gleich zwei Lux heller am kulinarischen Himmel über der Ruhr. Später kam noch ein Hotel dazu, und so rundete sich das beeindruckende Bild des Geländes um die ehemalige Zeche Nordstern zu einem Symbol für den Strukturwandel in der Region ab. Im neugebauten gläsernen Wintergarten-Teil des in einem historischen Magazingebäude untergebrachten Restaurants hat man eine beeindruckende Aussicht auf das denkmalgeschützte Fördergerüst, das seit dem Kulturhauptstadtjahr 2010 mit einer kolossalen Herkules-Statue von Markus Lüpertz um die Aufmerksamkeit der Besucher ringt.
Und auch die Speisekarte des Heiner’s spiegelt verspielt den Spagat zwischen (historischer) Kohle und (moderner) Kultur wider. Sicher, bei der Verpflegung der zahlreichen Hotelgäste setzt man auf die sichere Bank von Steak-Spezialitäten mit den üblichen Saucen und Beilagen, aber bei dem für den Feinschmecker interessanten Mahlzeiten geht es um „Gerichte mit Geschichte“, nicht ohne sie witzig aufzupeppen. So wird beim Entree zum obligatorischen Brot neben Butter und einem Tzatziki-Dip mit Aktivkohle schwarz gefärbtes „Grubensalz“ gereicht, dessen Kristalle verblüffend echt kleinen Steinkohlestückchen gleichen. Ein Gläschen davon lässt sich auch gleich als Souvenir käuflich erwerben.
Die Abteilung „Heiner’s Classics“ gibt sich modern folkloristisch. Neben der unvermeidlichen Currywurst (allerdings vom Iberico-Schwein mit hausgemachter Sauce und Potatoe Fries 13,90 Uhr) gibt es dort auch das Traditionsgericht Himmel und Erde (14,50 Euro). Ich erinnere mich noch gern an die Variante, die es im einmal auf der Gourmetmeile auf Zeche Zollverein in Essen gab, und bei der Kartoffeln, Blutwurst und eine gedörrte Apfelscheibe zu einem Zechenförderturm aufgeschichtet waren.
Für den Test greife ich auf zwei Gerichte zurück, die das historisch-kritische Konzept der Küche besonders schön widerspiegeln. Als Vorspeise verleibe ich mir eine Linsensuppe (6,50 Euro) ein, die ganz traditionell mit grünen Linsen und Suppengrün zubereitet ist und früher von Papa liebevoll „Patrönchensuppe“ genannt wurde. Den modernen Kick bekommt sie durch die Chorizo-Chips, die die klassische westfälische Mettwurst ersetzen.
Und auch der Sauerbraten (24,50 Euro) zum Hauptgang weist gelungene kreative Varianten zum rheinischen Klassiker auf. Die Rosinen aus der angenehme süß-sauren Sauce sind in die Stampfkartoffeln gewandert, als weitere Beilagen gibt es mediterranen Sahne-Mangold und Chips von der blauen Vitelotte-Kartoffel, und das butterzarte Fleisch stammt nicht vom Rind, sondern vom Strauß.
45899 Gelsenkirchen, Am Bugapark 1d
02 09. 1 77 22 22
Mo-Sa 6.30-24 Uhr, So 8-24 Uhr
https://www.heiners-cloud7.de/
Dienstag, 8. März 2016
Kult(ur)-Weinmesse 2016 im Stadtgarten Steele in Essen
Der Super-Wein-Samstag im Ruhrgebiet wirft seine Schatten voraus. Heute lud Thilo Marquaß von der Weinhandlung Rolf Kaspar zu einer kleinen Pressekonferenz in sein Ladenlokal auf der Ruhrallee in Essen, um gemeinsam mit dem Gelsenkirchener Künstler Christian Nienhaus die 6. Kult(ur)-Weinmesse am 12. März 2016 vorzustellen. Nach dem Kulturhausptstadtjahr hat Thilo Marquaß die alljährliche Hausmesse seiner Weinhandlung zu diesem Wein-Kulturevent umfunktioniert und damit die größte Weinveranstaltung am Vorabend der Düsseldorfer ProWein im Ruhrgebiet ins Leben gerufen. Über dreißig Winzer präsentieren ihre Weine von 17 bis 21 Uhr im gediegenen Ambiente des Stadtgarten Steele. Dass bei allem Genuss die Kultur nicht zu kurz kommt, dafür sorgt Christian Nienhaus. Er hat Flaschen mit Weinen des Pfälzer Winzers Christian Nett zu individuellen Kunstwerken umgestaltet, die zu Gunsten der Manuel Neuer Kids Foundation verkauft werden.
Zu allen Infos über die Kult(ur)-Weinmesse hier klicken.
Montag, 7. März 2016
Mittagessen Mythique: Spaghetti alla puttanesca │ Ölsardinen
Gastrotel-Bestenliste 2016 erschienen
Hier geht es zur gesamten Bestenliste.
Insgesamt tauchen 29 Restaurants aus dem Ruhrgebiet in der 901 Positionen umfassende Liste auf. An erster Stelle steht die Résidence in Essen-Kettwig, im Gesamt-Ranking auf Rang 13.
1. (Rang 13) Residence, Essen
2. (Rang 15) Rosin, Dorsten
3. (Rang 21) Haus Stemberg, Velbert
4. (Rang 24) Schote, Essen
5. (Rang 25) Goldener Anker, Dorsten
Palmgarden, Dorsten
6. (Rang 29) Am Kamin, Mülheim
7. (Rang 30) Akazienhof, Duisburg
Hannaappel, Essen
8. (Rang 33) kikillus Restaurant, Dortmund
9. (Rang 37) Hugenpöttchen, Essen
La Grappa
10.(Rang 39) Parkhaus Hügel, Essen
Henschel, Dorsten
Wielandsuben, Hamm
Kurlbaum, Moers
Möllecken’s Altes Zollhaus
11.(Rang 41) Im Eichwäldchen, Duisburg
Eggers, Sprockhövel
12.(Rang 42) Casino Zollverein, Essen
Gasthaus Stromberg, Waltrop
13.(Rang 44) Venus im Schloss Nordkirchen, Nordkirchen
14.(Rang 45) La cuisine Mario Kallweit, Dortmund
15.(Rang 46) Cielo, Dortmund
Rödels Kochlokal, Dortmund
16.(Rang 47) Oase Due, Essen
Achterraths Restaurant, Neukirchen-Vluyn
Hackbarth’s, Oberhausen
ART, Wesel
Freitag, 4. März 2016
Mittagessen Mythique: Perlhuhn │ Pancetta │ Rotwein-Sauerkraut │ Bandnudeln
Update: Léa Linster betreibt den Pavillon seit 2019 nicht mehr.
Für meine Perlhuhnbrust auf Sauerkraut ließ ich mich also von einem Léa-Linster-Rezept inspirieren, das ursprünglich wohl aus der Brigitte stammt. Der größte Unterschied liegt darin, dass ich das Sauerkraut – bei mir war es ein Rest Filderkraut – nicht in Weißwein, sondern in Rotwein schmorte. Geschmacklich war das top, farblich vielleicht etwas strange, und so rührte ich noch ein wenig Ricotta unter. Anstelle des durchwachsenen Specks nahm ich einen italienschen Pancetta, der durch seine pikante Kräuterwürze dem ganzen noch eine besondere Note gab.
Die Perlhuhnbrust war einfach grandios, zart und würzig. Sie stammte von Bontrup auf dem Bochumer Wochenmarkt, und ich frage mich, warum ich dieses wunderbare Geflügel nicht schon öfters gemacht habe.
Fürs Foto stellte ich dann den Teller wähernd einer Regenpause auf meinen Balkontisch. Wenn ich mir das geadezu mythisch anmutende Bild ansehe, frage ich mich, ob die ich die während der Wintermonate ziemlich verwitterte Marmorplatte wirklich für die kommende Frühlingssaison wieder abschrubben soll.
Rezept: Perlhuhn │ Pancetta │ Rotwein-Sauerkraut │ Bandnudeln
2 Portionen
2 Perlhuhnbrüste mit Schlegel
Einige dünne Scheiben Pancetta
1 dicke Scheibe Pancetta
1 Zweig Thymian oder Rosmarin
Butter
Pfeffer, Salz
150 g Sauerkraut, frisch oder küchenfertig
1 kleine Zwiebel
3 Wacholderbeeren
1 Lorbeerblatt
2 Schuss Rotwein
¼ l Hühnerbrühe
2 EL Ricotta
Zucker, Schmalz
Zwiebel in dünne Scheiben schneiden und in einem schweren Topf in Schmalz bräunen. Etwas Zucker dazugeben und karamellisieren lassen. Sauerkraut ausdrücken und mit der dicken Scheibe Pancetta, Gewürzen und einem Schuss Rotwein dazugeben und alles 10 bis 20 Minuten schmoren lassen.
Perlhuhnbrüste pfeffern und salzen. EtwasButter in Pfanne erhitzen und die Perlhuhnbrüste zusammen mit den dünnen Scheiben Pancetta und den Kräuterzweigen goldbraun braten. Eventuell Pancetta vorher wieder aus der Pfanne nehmen.
Gebratene Perlhuhnbrüste auf das Sauerkraut legen, die gebratenen Pancettascheiben daruflegen und alles mit der Hühnerbrühe und etwas Rotwein aufgießen. Aufpassen, dass es nicht zu viel Flüssigkeit wird.
Mit Deckel im Ofen bei 170 Grad 30 bis 40 Minuten schmoren, bis ein schöner Bratenduft bemerkbar ist.
Bandnudeln nach Packungsvorschrift kochen.
Wenn die Perlhuhnbrüste fertig sind, aus dem Schmortopf nehmen. Eventuell etwas Ricotta unter das Sauerkraut rühren, bis es die gewünschte Farbe hat.
Zum Anrichten Bandnudeln auf einen vorgewärmten Teller geben, Sauerkraut darauf verteilen und die Perlhuhnbrüste mit den Pancettascheiben daraufsetzen.
Mittwoch, 2. März 2016
12. März 2016: Super-Wein-Samstag im Ruhrgebiet
Was den Amerikanern der Super Tuesday, ist den Wein-Trinkern im Ruhrgebiet der Samstag vor der Prowein. Am Tag, Bevor die weltgrößte Weinmesse am 13. März 2016 in Dusseldorf beginnt, ist das Große Schlotzen im Ruhrgebiet angesagt. Eine Reihe renommierte Weinhändler nutzt die Gelegenheit, die in der Region weilenden Winzer zu ihren Haussmessen einzuladen.
Trinkfeste Weinliebhaber beginnen um 11 Uhr in der Weinzeche in Essen-Kray oder um 14 Uhr ins BODA Weinhaus nach Wuppertal. Schließt man dort die Pforten, haben sie die Qual der Wahl. Entweder sie begeben sich in den Stadtgarten Essen-Steele, wo die Kult(ur)-Weinmesse der Weinhandlung Rolf Kaspar stattfindet, oder nach Herne zu Julius Meimberg.
Wem das alles zu international und weltläufig ist, kann aber auch die deutsche Weinprovinz entdecken und fahrt ganz einfach in die Jahrhunderthalle Bochum. Dort findet nämlich die Weinmesse Rheinland-Pfalz statt.
11.3.2016 - 13.3.2016
Weinmesse Rheinland-Pfalz
Bochum, Jahrhunderthalle
Infos hier
12.3.2016
Große Internationale Hausmesse
Essen, Weinzeche
11-16 Uhr
Infos hier
12.3.2016
Winzer zum Anfassen
Wuppertal, BODA Weinhaus
14-18 Uhr
Infos hier
12.3.2016
Kult(ur)-Weinmesse
Hausmesse der Weinhandlung Rolf Kaspar
Essen, Stadtgarten Steele
17-21 Uhr
Infos hier
12.3.2016
Große Internationale Weinprobe
Herne, Weinhandlung Julius Meimberg
17-20 Uhr
Infos hier
Dienstag, 1. März 2016
Geheimtipp in Duisburg: Antico Cantuccio
Bei einem Restaurant, dessen Standort seit über 30 Jahren als Gastronomie-Adresse bekannt ist, von einem Geheimtipp zu sprechen, mag seltsam klingen. Aber es ist so. Seit Giuseppe I (Nachname Menga) und Giuseppe II (Nachname Guastello) in der Gutenbergstr. 6 unweit der Duisburger City ihr Wesen treiben, ist der Laden unter dem Namen Antico Cantuccio ein Place to Be für alle Freunde der italienischen Küche im niederrheinischen Ruhrgebiet – auch wenn es die vielleicht noch gar nicht wissen!
Wobei Giuseppe II für die Tradition des Hauses zuständig ist. Als Oberkellner hat der Veteran bereits in fast allen Vorläufern des Antico Cantuccio gedient und ist auch weiterhin die Gute Seele des Hauses. Herz und Hirn ist jedoch Giuseppe I, der als Küchenchef die Location erst einmal gründlich entrümpelt hat, sowohl konzeptionell als auch einrichtungstechnisch. War der Laden früher verwinkelt zugebaut, wirkt er nun in levantinischem Weiß gehalten luftig und geräumig. Spielraum für weitere Renovierungen und Umbauten gibt es allerdings noch reichlich, das weiß auch Giuseppe.
So wünscht er sich aus der nun für den Gast offen einsehbaren Küche eine Tür in den Hof, in dem er sich in einer Garage ein Kochlabor einrichten möchte, um seiner Leidenschaft fürs experimentelle Kochen ungestört frönen kann. Seit 30 Jahren arbeitet er als Koch, in Deutschland und auch in Italien, bei Düsseldorfer Nobelitalienern und in eigenen Hotels, und ist jetzt mit einem eigenen Ristorante in Duisburg sesshaft geworden. Schalkhaft sprudeln die Ideen nur aus ihm heraus, wenn er erzählt, dass alles, was er auf der Karte hat, hausgemacht ist, von den Nudeln bis zu den Fonds und Saucen. Ein wenig erinnert er dabei an den italienischen Komiker Roberto Benigni.
Und in der Tat: die Menüfolge, die er bei einem kleinen Pressemenü dem Genießer und zwei Kollegen kredenzte, war ein kreativer, witziger und vor allem delikater Streifzug durch die Klassiker der italienischen Küche. Bei jedem servierten Gang wurde klar: Hier will einer tatsächlich kochen. Und kann es auch.
Übrigens: Antico Cantuccio ist ein Wortspiel, und bezeichnet entweder den „Gemütlichen Winkel“ oder den toskanischen Mandelkeks.
Antico Cantuccio, Gutenbergstr. 6, Duisburg. 0203/393 44 7 44. 11.30-15 Uhr und 17.30-23 Uhr




























