Dienstag, 1. März 2016

Geheimtipp in Duisburg: Antico Cantuccio



 Duo culinario: Giuseppe e Giuseppe

Bei einem Restaurant, dessen Standort seit über 30 Jahren als Gastronomie-Adresse bekannt ist, von einem Geheimtipp zu sprechen, mag seltsam klingen. Aber es ist so. Seit Giuseppe I (Nachname Menga) und Giuseppe II (Nachname Guastello) in der Gutenbergstr. 6 unweit der Duisburger City ihr Wesen treiben, ist der Laden unter dem Namen Antico Cantuccio ein Place to Be für alle Freunde der italienischen Küche im niederrheinischen Ruhrgebiet – auch wenn es die vielleicht noch gar nicht wissen!

Wobei Giuseppe II für die Tradition des Hauses zuständig ist. Als Oberkellner hat der Veteran bereits in fast allen Vorläufern des Antico Cantuccio gedient und ist auch weiterhin die Gute Seele des Hauses. Herz und Hirn ist jedoch Giuseppe I, der als Küchenchef die Location erst einmal gründlich entrümpelt hat, sowohl konzeptionell als auch einrichtungstechnisch. War der Laden früher verwinkelt zugebaut, wirkt er nun in levantinischem Weiß gehalten luftig und geräumig. Spielraum für weitere Renovierungen und Umbauten gibt es allerdings noch reichlich, das weiß auch Giuseppe.

Die hausgemachten Nudeln trocknen
an einem besonderen Ständer. 

Keine Trockenpflaumen, keine Trüffeln, keine Eierkohlen:
schwarze Gnocchi mit Lachsfüllung

 Der Stolz des Nudelmachers:
mit Zigenfrischkäse und Spargelspitzen gefüllte Ravioli

So wünscht er sich aus der nun für den Gast offen einsehbaren Küche eine Tür in den Hof, in dem er sich in einer Garage ein Kochlabor einrichten möchte, um seiner Leidenschaft fürs experimentelle Kochen ungestört frönen kann. Seit 30 Jahren arbeitet er als Koch, in Deutschland und auch in Italien, bei Düsseldorfer Nobelitalienern und in eigenen Hotels, und ist jetzt mit einem eigenen Ristorante in Duisburg sesshaft geworden. Schalkhaft sprudeln die Ideen nur aus ihm heraus, wenn er erzählt, dass alles, was er auf der Karte hat, hausgemacht ist, von den Nudeln bis zu den Fonds und Saucen. Ein wenig erinnert er dabei an den italienischen Komiker Roberto Benigni.

Und in der Tat: die Menüfolge, die er bei einem kleinen Pressemenü dem Genießer und zwei Kollegen kredenzte, war ein kreativer, witziger und vor allem delikater Streifzug durch die Klassiker der italienischen Küche. Bei jedem servierten Gang wurde klar: Hier will einer tatsächlich kochen. Und kann es auch.

Übrigens: Antico Cantuccio ist ein Wortspiel, und bezeichnet entweder den „Gemütlichen Winkel“ oder den toskanischen Mandelkeks.

Antico Cantuccio, Gutenbergstr. 6, Duisburg. 0203/393 44 7 44. 11.30-15 Uhr und 17.30-23 Uhr

 Gruß aus der Küche vorweg

Ganz klassisch: Vitello Tonnato

 Schwarze Gnocchi mit Lachsfüllung 
an Taleggio- und Pistaziensuace

 Ravioli gefüllt mit Ziegenfrischkäse
und Spargelspitzen

 Sorbet als Zwischengang

 Skrei im Schinkenmantel
mit Kartoffeln nach Art des Hauses

Erfrischung zwischendurch:
Blaubeeren mit Minze und Orangenschale

Rinderfilet mit Mangold,
Lauchstroh und Cassissauce

 Crème brulée
 
Mandel-Semifreddo

Ende gut, alles gut


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