Donnerstag, 26. August 2010

Heute gestartet: Gourmetmeile „Giro d’Italia“ in Essen



Regnerischer Auftakt:
Alfred Krupp wacht über den "Giro d'Italia"

Was die Edelitaliener wie „La Grappa“, „Trattoria Trüffel“ oder „Lucente“ im Rahmen der Gourmetmeile „Essen verwöhnt“ können, können wie schon lange, mochte sich Angelo Capobianco vom gleichnamigen Essener Ristorante gedacht haben. Also trommelte er dreizehn „echte“ italienische Gastronomen aus Essen, Bochum und Mülheim zusammen, um den „kulinarischen „Giro d’Italia – Eine Gourmetreise durch Italien“ zu organisieren: Capobianco (Essen), Dolce Vita (Mülheim), Gallo (Essen), Locanda San Lorenzo (Essen), Mona Lisa (Essen), Oase (Essen), Gastronomia Officina (Essen), Trattoria Pizzeria Paolo (Essen), Picinno (Essen), Trattoria und Eiscafé San Marco (Bochum), Eiscafé Toscani (Essen), Vecchia Roma (Essen) und das Walkmühlenrestaurant (Mülheim). Eine gute Idee, denn diese Läden repräsentieren die Mittelklasse der italienischen Restaurants, deren Angebot weit größer ist als nur Pizza, Pasta und Salat. Der kulinarische „Giro d’Italia“ ist zweiteilig angelegt. Vom 26. bis zum 29. August findet er als Gourmetmeile auf der Kettwiger Straße zwischen Dom und Marktkirche statt (neckischerweise fast parallel zur Gourmetmeile Metropole Ruhr auf Zollverein), vom 1. September bis 31. Oktober bieten die Restaurants nach dem Vorbild des Menü-Karussells besondere Menüs an. Infos über die Menüs und die Restaurants finden Sie hier.

Veranstalter Angelo Capobianco (Foto: Giro d'Italia)

Leider mochte zum Start der Gourmetmeile heute Mittag die italienische Stimmung nicht so recht aufkommen, denn Petrus schickte düstere Wolken und Regenschauer nach Essen. Trotzdem machte sich der Genießer auf, das Angebot zu testen, kapitulierte aber bald vor den gehörigen Portionen und vor allem vor dem schlechten Wetter, zumal es nur wenige überdachte Essplätze gab. Hoffentlich hat der Wettergott in den nächsten Tagen ein Einsehen, denn das, was die italienischen Gastronomen anbieten, hätte Sonnenschein verdient, genauso wie die italienischen Künstler, die am Freitag und Samstag auftreten. In der Tat kann man an den Ständen eine kulinarische Reise durch ganz Italien machen. Ein wenig verwirrend ist nur, dass jedem Stand eine italienische Region zugewiesen ist, die jeweiligen Gerichte des Standes aber aus allen Regionen stammen.

Mit den beiden Vorspeisen, die der Genießer probierte, markierte er den Norden und den Süden Italiens. Die mit Ziegenkäse gefüllten Röllchen aus Südtiroler Speck vom Ristorante Mona Lisa in Essen-Rellinghausen waren eine mächtige, wärmende Sache, wie man es aus der italienischen Alpenregion kennt.


Der ganze Zauber des Mittelmeers lag im „Insalata di Polipo alla Taormina“ von der Locanda San Lorenzo, die sich seit einiger zeit im ehemaligen „Am Kamin“ in Essen-Werden befindet. Die zarten Oktopus-Stücke waren mit Stangensellerie gemischt auf Radicchio-Blättern angerichtet (wobei der Genießer allerdings eher an Venedig als an Taormina denken musste) und wurden auf sizilianische Art nur mit Zitronensaft beträufelt.

Italien wie aus dem Bilderbuch erlebte der Genießer beim Capobianco. Hier probierte er „Orechietti agli Scampi“, eine süditalienische Nudelspezialität mit (etwas wenig) Scampi-Fleisch und einer farbenfrohen Sauce aus Cherrytomaten und gewürzt mit recht großen Knoblauchstücken.

Zum Höhepunkt hatte sich der Gneißer „Ossobuco moi Polenta“ aufgespart, eine Piemonteser, also norditalienische Spezialität bei der „Oase“. Und das zu Recht. Die Kalbshaxen waren wunderbar weich geschmort und zergingen aus der Zunge, und auch das butterweiche Mark, das amn aus den Konchen löffeln konnte, war ein Genuss. Die Polentascheiben, die es dazu gab, waren einfach und authentisch – hätten aber sicher gewonnen, wenn man sie noch kurz angebraten hätte.

1 Kommentar:

  1. Toller Beitrag!
    Die Fotos sind klasse und mir gefällt die Stimmung des Beitrags sehr.

    AntwortenLöschen