Der Text erschien erstmals in "Bochum geht aus 2016".
Orazio und Adriana Di Vita sind erneut umgezogen und betreiben seit 2018 eine Pastamanufaktur an der Hattinger Straße in Bochum-Ehrenfeld (klick hier).
Orazio und Adriana Di Vita werden es nicht bereut haben, dass sie vor fast drei Jahren vom trubeligen Kiez an der Hattinger Straße in Bärendorf in die beschaulichen Claudius-Höfe hinter dem Hauptbahnhof gezogen sind. Das nach aktuellen ökologischen und soziologischen Erkenntnissen neugebaute Wohnquartier wirkt immer noch ein wenig steril, doch das Restaurant Di Vita erfüllt, was die Stadtplaner von ihm erwartet haben. Es bringt Leben ins Quartier. Ein bezeichnendes Bild bot sich an der offen stehenden Küchentür, die am Durchgang zur Mauritiusstraße direkt ins Freie führt. Ein Stapel leerer Spankörbchen, in denen wohl Steinpilze gewesen waren, bildeten einen wohltuenden Abfallhaufen, der im romantischen Kontrast zur peniblen Sauberkeit des Verbundpflasters der Straße stand. Noch heute bedaure ich, dass ich nicht gebeten habe, ein paar Exemplare mitnehmen zu dürfen, um darin auf meinem Balkon Basilikum zu pflanzen.
Der neue Laden ist wesentlich großer als der alte und hat Di Vita aus dem Stadium des Geheimtipps in den eines richtigen Restaurants katapultiert. Die Gäste haben es angenommen, freitagabends ist der Laden voll besetzt. Familien mit Kindern, Leute aus der Nachbarschaft und Gäste des Hotels nebenan machen die Kundschaft aus, und man genießt das Ambiente aus italienischem Feinkostladen (ein Regal hält exklusive italienische Spezereien und eine hübsche Auswahl an italienischen Weinen bereit) und unkomplizierter Kita-Einrichtung.
Orazio Di Vitas handgemachte Küche erfüllt die Wünsche seiner Gäste nach ökologisch korrektem Genuss. Nur beste Zutaten verarbeitet er zu unprätentiösen, häufig an seine sizilianische Heimat erinnernden Gerichten. Ossobuco, geschmorte Kalbsbeinscheibe (19,50 Euro) oder Kalbsfilet mit Steinpilzen und Beilagen (23,50 Euro) gehört zu seinen Empfehlungen, und besonders letzteres erklärt wohl die vielen Steinpilzkörbchen an der Küchentür.
Wie bei jedem guten Koch verrät die Tageskarte natürlich den jahreszeitlichen Einfluss auf die Auswahl der Zutaten. Und so bestelle ich Miesmuscheln (8 Euro), die in ihrer Zubereitung so einfach wie schmackhaft sind. Einfach in Weißwein geschmort sind die Meeresfrüchte, ohne viel Brimborium, und eine wahre Delikatesse. Auf niederrheinische Art benutze ich die Schalen einer Muschel als Zange, um die anderen Austern des kleinen Mannes zu vernaschen. So vermählen sich Italien und das Ruhrgebiet beim frugalen Mahl.
Schnitzel wären natürlich auch ein typisches Ruhrgebietsgericht, doch die Scaloppa mit Trüffeln (23,50 Euro) zu garnieren, darauf kommt man wohl nur als Italiener. Die aromatische Kalbs-Variante des heimischen Jägerschnitzels, serviert mit Kartoffelgratin und italienischem Gemüse als Beilage, ist einfach, lecker und dennoch äußerst luxuriös. Dazu nehme ich gern die Weinempfehlung von Adriana Di Vita, eine kräftigen Süditaliener (0,2-l-Glas 4,50 Euro), der die Trüffelaromen ergänzt, den Geldbeutel aber schont.
Den süßen Abschluss des Menüs bildet schließlich ein hausgemachtes Tiramisu (5 Euro) das die Bedienung als diesmal besonders gelungen anpreist. Der erste Löffel ist dann eine Offenbarung. Sie hat recht.
Orazio und Adriana Di Vita sind erneut umgezogen und betreiben seit 2018 eine Pastamanufaktur an der Hattinger Straße in Bochum-Ehrenfeld (klick hier).
Orazio und Adriana Di Vita werden es nicht bereut haben, dass sie vor fast drei Jahren vom trubeligen Kiez an der Hattinger Straße in Bärendorf in die beschaulichen Claudius-Höfe hinter dem Hauptbahnhof gezogen sind. Das nach aktuellen ökologischen und soziologischen Erkenntnissen neugebaute Wohnquartier wirkt immer noch ein wenig steril, doch das Restaurant Di Vita erfüllt, was die Stadtplaner von ihm erwartet haben. Es bringt Leben ins Quartier. Ein bezeichnendes Bild bot sich an der offen stehenden Küchentür, die am Durchgang zur Mauritiusstraße direkt ins Freie führt. Ein Stapel leerer Spankörbchen, in denen wohl Steinpilze gewesen waren, bildeten einen wohltuenden Abfallhaufen, der im romantischen Kontrast zur peniblen Sauberkeit des Verbundpflasters der Straße stand. Noch heute bedaure ich, dass ich nicht gebeten habe, ein paar Exemplare mitnehmen zu dürfen, um darin auf meinem Balkon Basilikum zu pflanzen.
Der neue Laden ist wesentlich großer als der alte und hat Di Vita aus dem Stadium des Geheimtipps in den eines richtigen Restaurants katapultiert. Die Gäste haben es angenommen, freitagabends ist der Laden voll besetzt. Familien mit Kindern, Leute aus der Nachbarschaft und Gäste des Hotels nebenan machen die Kundschaft aus, und man genießt das Ambiente aus italienischem Feinkostladen (ein Regal hält exklusive italienische Spezereien und eine hübsche Auswahl an italienischen Weinen bereit) und unkomplizierter Kita-Einrichtung.
Orazio Di Vitas handgemachte Küche erfüllt die Wünsche seiner Gäste nach ökologisch korrektem Genuss. Nur beste Zutaten verarbeitet er zu unprätentiösen, häufig an seine sizilianische Heimat erinnernden Gerichten. Ossobuco, geschmorte Kalbsbeinscheibe (19,50 Euro) oder Kalbsfilet mit Steinpilzen und Beilagen (23,50 Euro) gehört zu seinen Empfehlungen, und besonders letzteres erklärt wohl die vielen Steinpilzkörbchen an der Küchentür.
Wie bei jedem guten Koch verrät die Tageskarte natürlich den jahreszeitlichen Einfluss auf die Auswahl der Zutaten. Und so bestelle ich Miesmuscheln (8 Euro), die in ihrer Zubereitung so einfach wie schmackhaft sind. Einfach in Weißwein geschmort sind die Meeresfrüchte, ohne viel Brimborium, und eine wahre Delikatesse. Auf niederrheinische Art benutze ich die Schalen einer Muschel als Zange, um die anderen Austern des kleinen Mannes zu vernaschen. So vermählen sich Italien und das Ruhrgebiet beim frugalen Mahl.
Schnitzel wären natürlich auch ein typisches Ruhrgebietsgericht, doch die Scaloppa mit Trüffeln (23,50 Euro) zu garnieren, darauf kommt man wohl nur als Italiener. Die aromatische Kalbs-Variante des heimischen Jägerschnitzels, serviert mit Kartoffelgratin und italienischem Gemüse als Beilage, ist einfach, lecker und dennoch äußerst luxuriös. Dazu nehme ich gern die Weinempfehlung von Adriana Di Vita, eine kräftigen Süditaliener (0,2-l-Glas 4,50 Euro), der die Trüffelaromen ergänzt, den Geldbeutel aber schont.
Den süßen Abschluss des Menüs bildet schließlich ein hausgemachtes Tiramisu (5 Euro) das die Bedienung als diesmal besonders gelungen anpreist. Der erste Löffel ist dann eine Offenbarung. Sie hat recht.
-kopf
44789 Bochum, Claudius-Höfe 16
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