Freitag, 24. Januar 2014

2014: Menue- und Restaurant-Karussells im Ruhrgebiet kommen in Schwung

 Auf einer Pressekonferenz in der Fiege-Brauerei stellten die Bochumer Köche ihr Menue-Karussell vor.

Nachdem das Restaurant-Karussell des Vereins „Essen genießen e.V.“ in Essen und im westlichen Ruhrgebiet bereits am 31. Januar 2014 startet, nehmen tags darauf am 1. Februar die Menue-Karussells der Initiatoren Niggemann und Fiege im östlichen und nördlichen Ruhrgebiets Fahrt auf.

Neben den Klassikern in Bochum (mit Hattingen und Sprockhövel), Dortmund (mit Witten) und dem Vest (Recklinghausen und Dorsten, Haltern, Datteln, Marl, Oer-Erkenschwick, Castrop-Rauxel) haben Herwig Niggeman (Niggemann Food Frischemarkt) und Hugo Fiege (Privatbrauerei Moritz Fiege) ihren Menue-Karussell-Claim im nördlichen Revier neu abgesteckt und um den Raum Emscher-Lippe mit Bottrop, Gelsenkirchen, Gladbeck und Herne erweitert. Insgesamt nehmen in den vier Gebieten 116 Restaurants teil. Zusammen mit den 44 Restaurants des Restaurant-Karussells drehen also insgesamt 160 Ruhrgebietsrestaurants mehr oder weniger gemeinsam am gastronomischen Rad und präsentieren Menüs inkl. Getränken zum Aktionspreis. Darunter sind viele gutbürgerliche Adressen, aber auch die Sternerestaurants „Résidence“ und „Schote“ in Essen und „Rosin“ und Goldener Anker“ in Dorsten. „Was die Theater im Ruhrgebiet nur zum Teil geschafft haben, erfüllen die Gastronomen lässig: einen Tourismus zwischen den Städten zu etablieren“, freute sich Herwig Niggemann auf der Pressekonferenz zum Bochumer Menue-Karussell.

Die Menüs und den genauen Umfang der Angebote sowie wie Sie reservieren können, erfahren sie hier:

31.1. - 30.3.2014
Restaurant-Karussell
Essen genießen & friends
Essen und westl. Ruhrgebiet
Infos hier

1.2. - 31.3.2014
Menue-Karussell Bochum
Bochum, Hattingen, Sprockhövel, versch. Restaurants
Infos hier

1.2. - 31.3. 2014
Menue-Karussell Dortmund
Dortmund und Witten, versch. Restaurants
Infos hier

1.2. - 31.3.2014
Menue-Karussell Vest & Co.
Recklinghausen, Dorsten, Haltern, Datteln, Marl, Oer-Erkenschwick, Castrop-Rauxel, versch. Restaurants
Infos hier

1.2. - 31.3. 2014
Menue-Karussell Emscher/Lippe
Bottrop, Gelsenkirchen, Gladbeck, Herne, versch. Restaurants
Infos hier

Freitag, 17. Januar 2014

Genießers Kochkurs: Kochen mit Kita-Damen

Dessert: Gefüllte Birne mit Schokoladensauce
Rezept hier

Das war ein Novum für den Genießer. Eigentlich gibt er ja an der VHS Herne die Kochkurse für Männer (klick hier), doch gestern kochte er aus ausschließlich mit Frauen. Die Betreiberinnen einer Kita hatten bei der Volkshochschule angefragt, ob sie ihre verspätete Weihnachtsfeier in Form eines Kochkurses in der Lehrküche des Kulturzentrums veranstalten könnten – natürlich konnten sie.
Also stellte der Genießer ein festliches Menü aus bewährten Rezepten zusammen, das die Vorgabe, auch für Vegetarierer und Muslime (ohne Schweinefleisch) geeignet zu sein, erfüllte. Die Damen, die mit charmanter Untertreibung meinten, zu Hause nur wenig zu kochen, erwiesen sich am Herd jedoch als versierte Routiniers. Obwohl am Anfang über den reichlichen Einsatz von Ziegenkäse etwas irritiert, sprachen sie den fertigen Gerichten schließlich gehörig zu und waren erpicht darauf, die ausgedruckten Rezepte mitzunehmen, um sie zu Hause nachzukochen.
Denn lecker war’s, besonders die mit Schokoladensauce überzogene, gefüllte Birne als Dessert (Rezept hier). Vorher gab es folgende Gerichte.

Vorspeise:
Sesam-Gurken-Tagliatelle mit gebratener Jakobsmuschel
bzw. gebratenem Ziegenfrischkäse
Das Rezept stammt vom ehemaligen Küchenchef Frank Heppner des Restaurants „Vincent & Paul“ im Essener Museum Folkwang. Für die vegetarische Variante ersetzte der Genießer die panierte und gebratene Jakobsmuschel durch einen ebenfalls panierten und gebratenen Taler aus Ziegenfrischkäse. Rezepthier.

Vegetarischer Hauptgang:
Tarte Tatin „Surprise“ und
Chicoree--Salat mit Mandarinen und Datteln
Für diesen Gang kombinierte der Genießer einen feinen Salat „aus der Gichtküche“ (Rezept hier) mit einem raffinierten Kartoffel-Tomaten-Auflauf des Kult-Kochs Yotam Ottolenghi  (Rezepthier), der schon einmal in einem Kochkurs zubereitet wurde (klick hier).

Hauptgang mit Fleisch
 Honig-Hähnchen auf Zimtcouscous mit Granatapfelkernen
Für diesen Gang ersetzte der Genießer nach einem Rezept der Fernsehköchin Jacqueline Amirfallah (Rezept hier) die Wachtel durch einen etwas rustikaleren Hähnchenschenkel, der nach einem Rezept „aus der Gichtküche“ zubereitet wurde (Rezept hier). Dadurch ergaben sich beim Kochen etwas andere Abläufe. Zum neuen Rezept hier klicken.

Montag, 13. Januar 2014

Gerolsteiner Restaurant-Bestenliste 2014: Die 10 besten Restaurants im Ruhrgebiet


Wie jedes Jahr wertet die Essener Gastro-Beraterin Uta Bühler und ihr Team von der Zeitschrift „Sternklasse“ die sieben wichtigsten deutschlandweit erscheinenden Restaurantführer Guide Michelin, Feinschmecker, Gault-Millau, Schlemmer-Atlas, Gusto, Varta-Füher und Der große Restaurant & Hotel Guide aus und stellt die Gerolsteiner Restaurant-Bestenliste zusammen. Nach einem nachvollziehbaren System bringt sie die unterschiedlichen Bewertungsarten der einzelnen Führer auf ein Punkteraster, so dass es ein gemeinsames Ranking gibt. So entsteht eine informative „Genuss-Landkarte" Deutschlands.
Hier die zehn besten Restaurants im Ruhrgebiet in den Grenzen des RVR zzgl. Velbert. Zum Vergleich wird auch der Platz im deutschlandweiten Ranking mit insgesamt 4502 Plätzen angegeben.

1 Résidence, Essen (421,1 Punkte, deutschlandweit Platz 18)
2 Rosin, Dorsten (388,5 Punkte, deutschlandweit Platz 54)
3 Haus Stemberg, Velbert (339,65 Punkte, deutschlandweit Platz 111)
4 Landhaus Köpp, Xanten (333,56 Punkte, deutschlandweit Platz 131)
5 Schote, Essen (319,43 Punkte, deutschlandweit Platz 167)
6 Goldener Anker, Dorsten (310,64 Punkte, deutschlandweit Platz 189)
7 Hannappel, Essen (292,17 Punkte, deutschlandweit Platz 221)
8 Palmgarden, Dortmund (289,11 Punkte, deutschlandweit Platz 227)
9 Kölner Hof, Essen (261,78 Punkte, deutschlandweit Platz 284)
10 La Grappa, Essen (244,08 Punkte, deutschlandweit Platz 324)

Zu allen Bewertungen der Gerolsteiner Restaurant-Bestenliste bitte hier klicken. Als Büchlein gibt es die Liste für 9,90 Euro im Buchhandel.

Freitag, 10. Januar 2014

Neu in Bochum: Victor’s an der Viktoriastraße

Das Restaurant ist dauerhaft geschlossen.

Küchenchef André Becker verarbeitet nur bestes US-Beef

Gleich zwei Bochumer Spitzenläden fordert das Victor’s, das heute Abend am östlichen Ausläufer des Bermudadreieicks eröffnet wird, heraus. Einmal den Livingroom, weil die extravagante Innenausstattung mit schwarzen Wandverkleidungen, lila Polstern und einer Bar, deren himmelhohe Rückwand mit tausendundeins Spiegelfliesen aus Indien das indirekte Licht reflektiert, wahrhaft internationale Metropolenatmosphäre hat. Und zweitens den Strätlingshof, denn das Victor’s verfügt ebenfalls über einen 800 Grad Southbend Grill, auf dem teures Fleisch auf besonders exklusive Art zubereitet werden kann.

Fleisch ist dann auch die Hauptattraktion des Victor’s, betonen die Betreiber Michael Nehring und Mike Seydock, die mit verschiedenen Diskotheken und mehreren Filialen der Fabbrica Italiana in Bochum am Kemnader See und in Gelsenkirchen eine Menge Gastronomie-Erfahrung gesammelt haben. Vorbild ihres neuen Restaurants ist das Bistecca in Essen-Rüttenscheid. Von dort kommt auch der Küchenchef André Becker, der aber auch auf Stationen etwa im legendären Baiersbronner Sternelokal Traube Tonbach in seiner Kochlaufbahn zurückblicken kann. Nur bestes US-Beef ist im Angebot und natürlich auch Wagyu, doch mit der Speisekarte passt man sich den Gepflogenheiten des Bochumer Publikums an. Es wird auch gutbürgerliche Gerichte geben, und sogar Vegetarier werden fündig. Ob die sich aber in einen Laden, der wie eine Mischung aus Disco und texanischem Cattlemen’s Club aussieht, verirren werden?

Mit der Doppelfunktion des Victor’s als Fleisch-Restaurant (50 Plätze) und Bar-Lounge (60 Plätze) wollen Michael Nehring und Mike Seydock ein gehobenes und nicht so junges Publikum wie im umliegenden Bermudadreieck ansprechen. Wenn nach der Essenszeit der Bar-Betrieb gegen 22 oder 23 Uhr losgeht, werden nur Gäste ab 25 eingelassen. Gewissermaßen ist das Victor’s auch eine Investition in die Zukunft. Zuspruch erhofft man sich von den Gästen des Musikzentrums, das auf der gegenüberliegenden Seite der Viktoriastraße allerdings noch gebaut werden muss.

Dass Küchenchef André Becker mit dem 800 Grad Southbend Grill umgehen kann, bewies er gestern bei einem Pressetermin, auf dem er neben einigen Häppchen, wie sie als Gruß aus der offenen Küche vorgesehen sind, auch ein tadellos gegrilltes Steak mit dem typischen Karamellgeschmack serviert wurde.

Perfekt: Bei 800 Grad gegrilltes Steak
mit Pfefferfersauce und fruchtigem Risotto

Tatar auf Rotweinschalotten
mit Wachtelei und Parmesancräcker

Miniburger von der Garnele

Weltläufig: Lachs-Sashimi
vor der glitzernden Bar

Gutbürgerlich: Dessert im Weck-Glas

Victor's grill & bar. Viktoriastr. 43-45. 44787 Bochum
Tel. 0234/ 38877640.Mi-So 17 Uhr, Bar ab 22 Uhr
Mo und Di geschlossen

Sonntag, 5. Januar 2014

Aus dem Archiv: Pegasos - Löffelweiches Fleischvergnügen

Der Text erschien erstmals in "Duisburg geht aus 2014/2015"

Am Endes des Gastraumes sieht man den Namensgeber des Restaurants auf einem Wandbild leibhaftig: Pegasos, das geflügelte Pferd aus der griechischen Mythologie. Die zahlreichen Gäste, die unter seinen Hufen speisen, sind jedoch ganz reale Menschen aus dem Ruhrgebiet. Sie mögen die Urlaubsatmosphäre in dem Lokal (und die besonders im Sommer auf der großen Terasse), die üppigen Fleischportionen und vor allem das fantastische Preis-Leistungsverhältnis. Seit 2001 leitet Georgios Drakos das traditionsreiche Familienunternehmen nahe dem Oberhausener Hauptbahnhof, seit 2011 betreibt er auch das Kulturcafé im nahen Bert-Brecht-Haus.

Mit seinem Angebot hat sich das Pegasos den Ruf eines der beliebtesten griechischen Lokale im Ruhgebiet erobert. Klassische Gerichte wie Juwezi Spezial (Lammkoteletts und Kritharaki überbacken, 14,90 Euro) oder Souvlaki (Schweinefleisch-Spieße mit Metaxasauce und Käse überbacken, 12,90 Euro) werden mit besonderer Sorgfalt zubereitet. Gyros gibt es gleich in vier Variationen, u. a. als Bauern- Gyros mit Zaziki (11,90 Euro) oder mit Sahnesauce und Champignons (14,50 Euro).

Neben kalten und warmen Vorspeisen findet man auch noch ,,Mesedekia“, eine Reihe von kleineren Tellergerichten, die etwa mit den spanischen Tapas zu vergleichen sind und in letzter Zeit das Angebot von griechischen Restaurants in der Metropole Ruhr ziemlich umgekrempelt haben. Man kann sich herrlich abwechslungsreiche Probiermenüs daraus zusammenstellen. Im Pegasos gehört z. B. Riganato dazu, Schweinefiletspitzen mit Kräutern gebraten (5,90 Euro) oder Garides Sakanaki, Scampi mit Tomatensauce, Schafskäse; Peperoni und Knoblauch (8,50 Euro).

Bei meinem Testbesuch probierte ich Arnaki, zartes Lammfleisch mit Kräutern gebraten und Retsina verfeinert (5,90 Euro), und war überrascht, wie üppig die Portion war- und wie lecker sie schmeckte. Etwas irritiert war ich, als ein gemischter Salat dazu serviert wurde, doch der gehörte dann doch nicht zu der preiswerten Vorspeise, sondern zum Hauptgang. Da hatte ich mich für einen der ganz großen Klassiker der griechischen Küche entschieden, ein Stifado. Das ist löffelweich im eigenen Saft mit Zimt und Zwiebeln geschmortes Fleisch. Im Pegasos war es, wie so häufig, vom Lamm und zerging im wahrsten Sinne des Wortes auf der Zunge. Dazu gab es die geschmorten Zwiebeln, die aromatisch süß waren, und eine Portion Bratkartoffeln, die jeder Ruhrgebiets-Mutter Ehre gemacht hätten. Und dieser Genuss kostete gerade einmal 14,50 Euro !

Der Nachtisch, den ich mir dann noch genehmigte, war von fast türkischer Süße: Eis, ein Strudel, Sahne und griechischer Joghurt, garniert mit Honig (4,50 Euro). Das Pegasos hat übrigens auch eine kleine, sorgsam zusammengestellte Weinkarte, die leider nicht im Internet zu finden ist. Da war mir, wenn ich mich recht erinnere, ein griechischer Merlot empfohlen worden (0,2 l , 4,50 Euro), der fantastisch war. Leider habe ich mir den Namen nicht notiert, weil ich dachte, er stünde auf der Rechnung. Doch da stand nur ,,diverse Getränke“! Hm.

-kopf

46045 Oberhausen, Paul-Reusch-Str. 22
Fon 02 08. 6 20 05 88
Di-Sa 17-23, So 12-14.30 & 17-22 Uhr. Mo geschlossen
https://pegasos-oberhausen.de/

Freitag, 27. Dezember 2013

Weihnachtsessen: Enten-Terrine mit Äpfeln

Schwuppdiwupp, und Weihnachten ist vorbei. Zu essen gab’s bei uns am ersten Feiertag das traditionelle Menü, dass ich an dieser Stelle schon längst gepostet habe: Kastaniensuppe, Sauerbraten und einen Nachtisch, diesmal ein Orangen-Trifle.

Heiligabend war dann Zeit für ein Experiment. Anstelle der Bockwürstchen gab es zum Kartoffelsalat eine Enten-Terrine mit Äpfeln. Das Rezept stammte aus dem goldenen „Weihnachtskochbuch“ von GU.

Man sollte die Terrine früh genug zubereiten und drei Tage im Kühlschrank ziehen lassen. Dann entwickelt sie ihr feines Aroma. Dennoch sollte man sie kräftig würzen, denn die Terrinenmasse schluckt eine Menge Salz und Pfeffer. Für die Masse werden gewürfelte Entenbrust und Schweinebauch durchgedreht: damit alles gut bindet, vorher angefroren. Dafür sollte man die Fleischwürfel zwei Stunden ins Tiefkühlfach geben. Ich hatte hat sie drei Stunden drin. Da waren sie schon zu einem Block gefroren, den ich mit dem Beil wieder zerteilen musste.

Ich könnte mir vorstellten, dass die Masse in einen Darm gefüllt, auch eine tolle Entenbratwurst gegeben hätte.


Rezept: Enten-Terrine mit Äpfeln
Aus: „Weihnachten. Das Goldenen von GU“, München 2013

2 Entenbrustfilets (700 g)
250 g Schweinebauch ohne Schwarte
2 Schalotten
2 säuerlichee Apfel
2 EL Sahne
4 EL Calvados
1 TL Ingwer
1 ½ TL gemahlene Koriandersaat
1 ½ TL zerstoßene Macis (Muskatblüte
Salz, Pfeffer
200 g fetter Speck, z. B. Lardo, in dünnen Scheiben
2 Eier

Haut von den Entenbrüsten abziehen. Entenfleisch und Schweinebauch würfeln. Ein Drittel der Entenwürfel beiseite stellen. Den Rest aller Würfel in einen Gefrierbeutel tun und 2 Stunden ins Gefrierfach geben.
Backofen auf 180 Grad vorheizen.

Schalotten schälen und fein würfeln. Den Apfel schälen, vierteln und vom Kerngehäuse befreien. Drei Viertel des Apfels klein würfeln, ein Viertel in Spalten schneiden.

Das angefrorene Fleisch zweimal durch die feien Scheibe des Fleischwolfs drehen. Sahne, Calvados, Schalotten und Apfelwürfel dazu geben und gut unterrühren. Mit den Gewürzen, Salz und Pfeffer herzhaft abschmecken. Eier verquirlen und unter den Fleischteig mischen.

Eine 22 cm lange Terrinenform mit den dünnen Speckscheiben auslegen, so dass die Streifen überlappen. Die Hälfte des Fleischteiges einfüllen, die restlichen Entenfleischwürfel darauf verteilen. Den restlichen Fleischteig darüber geben. Mit den Apfelspalten belegen, den überlappenden Speck darüber schlagen und restliche Speckstreifen auflegen. Mit Alufolie schließen.

Terrinenform in eine Bratreine stellen. Die Reine 4 cm mit kochendem Wasser füllen und in den heißen Ofen stellen. 70 Minuten garen lassen, bis der hochköchelnde Saft in der Terrinenform klar ist. Aus dem Ofen nehmen. Folien abheben und abkühlen lassen. Mindestens 1 Tag, besser länger, im Kühlschrank ziehen lassen. Die Terrine ist 1 Woche haltbar.

Freitag, 13. Dezember 2013

Kochbücher Ruhrgebietsküche, Teil 13: Ruhrgebiet – Rezepte und Lebensart

Ruhrgebiet – Rezepte und Lebensart. 176 Seiten, Festeinband, Fadenheftung, zahlreiche Abbildungen. Droste Verlag. ISBN 978-3-7700-1407-1. 24,50 Euro

Das in diesem Herbst im Düsseldorfer Droste Verlag erschienene Kochbuch über das Ruhrgebiet ist sicherlich eines der schönten und informativsten, das in letzter Zeit auf den Markt gekommen. 130 Rezepte, 35 Städteporträts mit Sehenswürdigkeiten und zahlreiche Einkaufstipps für regionale Produkte geben einen Überblick über das kulinarische Ruhrgebiet, der die 24,50 Euro mehr als lohnt. Dabei ist noch nicht mal ein Autor oder eine Autorin genannt, lediglich als Redakteurin steht die Düsseldorferin Barbara Maassen im Impressum.

Als wichtigem Schwerpunkt der Ruhrgebietsküche kreisen die Rezepte zum großen Teil um die Produkte aus dem Arbeitergarten. Im Kapitel „Aus der Siedlung – Kohle, Kolonie und Kappes“ wird Einfaches aus eigener Ernte vorgestellt. Das sind in der Regel Eintöpfe wie Kohlsuppe mit Wurst, Linseneintopf oder Schlabberkappes. Das Kapitel „Im Schrebergarten – Kuchen, Kompott und Aufgesetzter“ bringt Nachtische und andere süße Verführungen wie Stachelbeer-Marmelade, Buttermilchsuppe oder Möhren-Rhabarber-Soße und natürlich den heißgeliebten Streuselkuchen.

Schön ist die Unterteilung in die Kapitel „Auf Schicht – Kumpel, Zechen und Maloche“ und „Über Tage – Halden, Parks und Industriekultur“. Wird dort die Eintopfkultur des Ruhrgebiets weitergeführt und werden historische Henkelmanngerichte wie Weißkohleintopf mit Kassler, Steckrübenragout oder auch Deftiges wie Sauerbraten vorgestellt, kommen hier moderne Gerichte, wie sie häufig in den Restaurants in den Denkmalen der Industriekultur angeboten werden, zum Zuge. Etwas paradox, aber historisch richtig ist, dass im Kapitel „An der Ruhr – Stauseen, Flüsse und Kanäle“ viele feine Fisch-Rezepte gebracht werden, die sich aber kaum um Süßwasserfische, sondern hauptsächlich um Heringe oder Miesmuscheln drehen. Das Kapitel „Wie bei feinen Leuten“ dreht sich – inspiriert von den Schlössern, Burgen und Sternerestaurants des Reviers – um die moderne, feine Festtagsküche wie Fasanenbrust im Brotmantel oder „Täubchen mit Obst-Nuss-Füllung.

Ohne ein unvermeidliches Gericht geht es aber auch in diesem Kochbuch nicht: Die Currywurst. Rund um die Imbissküche, die sich, ob das dem Genießer gefällt oder nicht, zum kulinarischen Symbol des Ruhrgebiets entwickelt hat, dreht sich das Kapitel „Im Herzen des Reviers – Buden, Bier und König Fußball“. Da gibt es u.a. auch ein Rezept für die Currywurst, obwohl die, wie jeder weiß, eigentlich nicht zu Hause, sondern an der Bude gegessen wird. In diesem Kapitel ist mit gerade einmal sechs Rezepten auch die Gastarbeiter-Küche der Einwanderer versteckt, die allerdings die Essgewohnheiten (nicht nur) im Ruhrgebiet in den letzten Jahrzehnten grundlegend verändert hat.

Doch neben den Rezepten bietet das Buch mit seinen zahlreichen, z.T. historischen Bildern auch fundierte Informationen über das Ruhrgebiet, die auch den Einheimischen noch Neues bieten. Besonders die kulinarischen Einkaufstipps, die im ganzen Buch verstreut auftauchen, sind mit viel Sachverstand zusammen gestellt. 

Hier geht's zur Leseprobe.

Montag, 9. Dezember 2013

Exklusives Weihnachtsgeschenk: Kulinarischer Spaziergang in Essen

Appetitlicher Starter: Ziegenkäsemousse mit
Feigensenf und Walnusskrokant

Wer einem heimatverbundenen Essener Feinschmecker ein besonderes Weihnachtsgeschenk zukommen lassen möchte, dem sei ein exklusives Angebot ans Herz gelegt: ein Spaziergang am 26. April 2014 unter fachkundiger Führung durch die südliche Essener Innenstadt bis nach Rüttenscheid. Halt gemacht wird dabei in vier Restaurants, die sich in wichtigen historischen Bauten befinden und in denen jeweils ein Gang eines insgesamt viergängigen Menüs eingenommen wird. Start ist im Central im Grillo-Theater, dort gibt es als Starter Ziegenkäsemousse mit Feigensenf und Walnusskrokant. Dann geht es weiter zum ersten Gang, einer Terrine von gegrilltem Gemüse mit Orangenvinaigrette und gebratener Garnele, ins Mövenpick Hotel Essen Handelshof, das einst den Eltern des Volksschaupielers Heinz Rühmann gehört hat. Im Restaurant Wallberg in der Philharmonie Essen, dem einstigen Essener Saalbau, gibt es schließlich als Hauptgang ein Medaillon vom Kalbsrücken in leichter Zitronenmelissen-Sauce mit Morcheln, Brokkoli und Tagliatelle. Das Dessert, Crema Catalana an Feigenfruchtspiegel und Eis von der Tahiti-Vanille, wird im Zizou im Essener Szeneviertel Rüttenscheid eingenommen. Samt Getränken kostet der Kulinarische Spaziergang 99 Euro.

Veranstalter Carsten Westheide und
Central-Küchenchef Benny Jacobs

Veranstalter Carsten Westheide ist u.a. auf Touren mit kulinarischer Begleitung im Ruhrgebiet spezialisert, etwa der Bustour „Kultur trifft Kulinarik“ am 15. März 2014 durch Gelsenkirchen. „Das Interessante am Kulinarischen Spaziergang durch Essen ist, dass die Restaurants tatsächlich fußläufig voneinander entfernt sind“, erklärte er auf einer Pressekonferenz. Gemeinsam mit Benny Jacobs, dem Küchenchef des Central im Grillo, präsentierte er die ersten beiden Gänge des Spaziergangs.

Buchungen unter Westheide Tours & Events 

So ähnlich kann der erste Gang aussehen:
gebratene Garnele mit Gemüse und Schäumchen

Donnerstag, 5. Dezember 2013

Topfgucker Spezial: Schloss Hugenpoet kämpft gegen Insolvenz

Die Schließung des Sternerestaurants NERO im Schlosshotel Hugenpoet im Sommer war nur der Vorbote. Wie die WAZ berichtet, hat Geschäftsführer und „Hotelier des Jahres“ Michael Lübbert jetzt ein sogenanntes Schutzschirmverfahren beantragt, das eine Insolvenz in Eigenverwaltung für das luxuriöse Hotel im Essen-Kettwiger Ruhrtal ermöglicht.

Zum Artikel in der WAZ bitte hier klicken.

Dienstag, 3. Dezember 2013

Livingroom & friends: Die Résidence zu Gast in Bochum

Jugend kocht: Eric Werner, Boris Geigenmüller und Erik Arnecke

Am 1. Advent fand zum siebten Mal die Küchenparty „Livingroom & friends“ statt, bei der sich immer andere prominente Gastköche in dem Bochumer Spitzenlokal am Herd bewegen. Mit diesem zwanglosen Veranstaltungsformat, bei dem sich die Gäste das Essen selbst in der Küche und verschiedenen Ausgabestationen im Saal abholen müssen, haben die Livingroom-Betreiber Lukas Rüger und Seran Bahtijari anscheinend den Nerv des Bochumer Publikums getroffen – das große Lokal war auch jetzt wieder bis auf den letzten Platz ausgebucht und schien wie eine Fortsetzung des Weihnachtsmarkt-Trubels in der Innenstadt mit kulinarischen Mitteln.

Bekanntgabe des Publikumsfavoriten

Diesmal hätte das Motto der Veranstaltung „Jugend kocht“ heißen können, denn der seit dem Ausscheiden von Ralph Curanz noch ziemlich frisch gebackene alleinige Küchenchef des Hauses, Boris Geigenmüller (30), zauberte gemeinsam mit den beiden Küchenchefs des Kettwiger 2-Sterne-Tempels Résidence, Erik Arnecke (30) und Eric Werner (28) acht Gänge und zwei Dessert, die es in sich hatten. Außerdem gab es frische Austern. Die beiden Eri©ks wurden ihrem Haus als höchstdekoriertes Restaurant im Ruhrgebiet mehr als gerecht. So war es kein Wunder, dass ihr gebratener Heilbutt mit Nussbutterschaum und Pot au feu von Spinat und La Ratte Kartoffel vom Publikum zum besten Gang des Abend gekürt wurde. Im Lauf des Menüs wurde die Unterschiede zwischen dem Essener und dem Bochumer Spitzenrestaurant deutlich. Während die dem ersten Eindruck nach dezent gewürzten Gerichte der Résidence-Köche ein hintergründiges, perfekt ausbalanciertes Aromengemälde lieferten, feuerten die Livingroom-Gerichte  einen kräftigen Geschmackseffekt nach dem anderen ab.

Und die Bochumer langten mit einer Lust zu, die erstaunte. Bereits nach drei Viertelstunden konnte Livingroom-Chef Lukas Rüger vermelden, dass sage und schreibe 250 Portionen verschlungen worden seien. Der Genießer ist jedenfalls der Meinung, dass die große kulinarischen Oper, die geboten wurde, mehr Muße und Würde verdient hatte als diese Bochumer Rollschuh-Musical-Geschwindigkeit.

Hier die einzelnen Gänge

Gebratener Heilbutt mit Nussbutterschaum und
Pot au feu von Spinat und La Ratte Kartoffel

Bergisches Maishähnchen mit
weißem Zwiebelkompott und zweierlei Schwarzwurzel

Raviolo von der Gans
mit Marone, Röstzwiebel und Orange

Hirschrücken mit Haselnuss,
Petersilienwurzel und Preiselbeere

Thunfischbauch mit Knoblauch,
Chili und Ghoa-Kresse

Wildbratwurst mit Kartoffelpüree und Trüffeljus

Geräucherter Tofu und Jakobsmuschel mit Winterapfel

Süppchen mit Zander und Olivenöl

Mandarinen-Tartes mit Süßholz und Granatapfel

Glühwein Crème Brûlée mit Limoneneis

Für den Wein sorgte
die Weinhandlung Der Franzose

Im Ausschank war auch das
Jahrgangsbier Moritz Fiege Charakter