Donnerstag, 11. August 2011

Gourmetmeilen-Saison 2011: „Bochum kulinarisch“ eröffnet



Start der Parade vorm Rathaus

Pünklich um 17 Uhr zog gestern die Köcheparade unter Führung des Hattinger Varieté-Künstlers Frank Hoffmann alias „François Cambuse“ vom Rathaus zum Boulevard, um zum 23. Mal „Bochum kulinarisch“ zu eröffnen. Das einst als „Kulinarischer Treffpunkt“ gegründete Schlemmerfest gehört damit durchaus zu den älteren Semestern unter den Gourmetmeilen im Ruhrgebiet, hat sich aber durch den Umzug vom Dr.-Ruer-Platz auf den Boulevard im Jahr 2008 noch einmal prächtig fortentwickelt.

"Haus Kemnade"-Chef Heinz Bruns von der IG Bochum kulinarisch (Mitte) startet die Köche-Parade

Die Bochumer Innenstadt-Spitzenrestaurants „Livingroom“, „Altes Brauhaus Rietkötter“, „Orangerie im Stadtpark“, „Herr B.“ und die Stadtteil-Spitzen „Kümmel Kopp“, „Oekey“, „Pablo“, „Strätlingshof“ und „Vitrine“ finden Unterstützung aus Hattingen („Diergardts Kühler Grund“, „Gasthaus Weiß“, „Haus Kemnade“) und Witten („Hoppe’s sinn.esslust“). Für den Genießer ist „Bochum kulinarisch“ der Beweis dafür, dass die Gastronomie der Region auch anders kann als Bermudadreieck und Bochum total. So verlassen anlässlich von „Bochum kulinarisch“ „Tucholsky“ und „Caruso“ die Partymeile im ViktoriaQuartier. Bis zum letzten Jahr war auch noch die japanische Ruhrgebiets-Institution „Sticks“ dabei, die aber vor Kurzem schließen musste. Für Sushi ist bei „Bochum kulinarisch“ jetzt der Caterer „Takeshi“ zuständig, der im Herbst auch ein eigenes Restaurant aufmacht. „Tucholsky“ ersetzt übrigens den „Meistertrunk“ aus Herne.

Wittens stllv. Bürgermeister Hans-Ulrich Kieslbach, Hattingens stellv. Bürgermeistern Margret Melsa, Bochums OB dr. Ottilie Scholz, Prof. Hanns Hatt und Helmut Wicherek von "Oekey" wünschen guten Appetit.

Küchenchef Michael Hau und Betriebsleiterin Heike Sklors
von der "Orangerie im Stadtpark"

Allzu viele Stände konnte der Genießer gestern leider nicht abessen. Denn Küchenchef Michael Hau von der „Orangerie im Stadtpark“ lud ihn und einige Kollegen zu einem kompletten Durchgang durch sein Angebot ein. Freundlicherweise brachte er die conveniencefreien Gerichte in kleinen Degustationshäppchen, die nur halb so groß waren wie die normalen Portionen. Ach, wären doch alle Gerichte auf den Gourmetmeilen im Ruhrgebiet von solch kaloriensparendem Format. Der Genuss, um des es schließlich bei diesen Veranstaltungen geht, wäre umso größer – man könnte viel mehr verschiedene Sachen essen! So schaffte der Genießer anschließend sogar noch zwei Angebote von anderen Ständen. (Dann war aber Oberkante Unterlippe.)

Orangerie im Stadtpark: Unsere Lammbratwürstchen auf Kartoffelknoblauchpüree. Das in der „Orangerie“ hausgemachte Brät war fein gewürzt, die Würstchen schön scharf angebraten. Das aromatische Püree ersetzte auf elegante Art einen wie immer gearteten Senf. Ein Entree, das Maßstäbe setzte.


Orangerie im Stadtpark: Hausgemachte Maultaschen mit Zwiebelschmelze. Deftige schwäbische Hausmannskost. Die kräftige, ein wenig feste Füllung wirkte wie eine von zartem Nudelteig umhüllte Pastete. Nahrhaft.

Orangerie im Stadtpark: Thunfisch vom Grill mit eingelegten Tomatenbeeren, Olivenpesto und Bruschetta. Ein Ausflug ins Mediterrane vom Feinsten. Der wunderbar glasig gebratene Thunfisch zerging auf der Zunge. Die Beilagen mit verbreiteten die den Aromen des Südens.

Orangerie im Stadtpark: Kalbshaxe frisch aus dem Ofen mit Pfifferlingsragout und Serviettenknödel. Ein Klassiker bayerischer, löffelzart wie ein italienisches Ossobuco und dennoch mit Biss. Gerade das Richtige bei diesem Herbstwetter im Sommer.

Orangerie im Stadtpark: Warme Apfelküchlein mit Zwetschgeneis. Ein wunderbares Dessert mit saisonalen Zutaten, kreiert von der Patisserie in der „Orangerie“.

Gasthaus Weiß: Getrüffeltes Carpaccio vom Weiderind in einem Balsamico-Olivendressing mit gehobeltem Parmesan. Gutes, zartes Rindfleisch arbeitssparend serviert, nämlich roh. Der Trüffelduft wurde leider vom Abendwind davon geweht bzw. vom Dressing übertönt.

Strätlingshof: Scharfes Känguru aus dem Wok mit Eiernudeln, Gemüse, Pilzen und Tandoori-Chili-Sauce. Kanguru ist mittlerweile eine exotische Spezialität des „Strätlingshof“ auf „Bochum kulinarisch“. Es hat leichten Wildcharakter und erinnerte den Genießer von der Konsistenz her an zu lang gebratene Kalbsleber. Diese Zubereitung machte es einem skeptischen Esser leicht. Der eventuelle Eigengeschmack ging im scharfsüßsauren Asia-Einerlei unter.

"Bochum kulinarisch" geht noch bis Sonntag, den 14. August 2011. Infos hier.

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