Montag, 6. Juni 2011

Sonntagsessen: Provençalischer Rinderschmortopf mit Steinpilzen, Orange und Tomaten-Muffin


Die ursprüngliche französische Bistro-Küche hat nur wenig mit dem zu tun, was man unter diesem Label hierzulande in Kaufhaus-Restaurants oder System-Gastronomien vorgesetzt bekommt. Es geht dabei nicht um die Salätchen für magere Mädchen, sondern um ein ordentliches Mittagessen, das ein ernstzunehmender Ersatz für die selbstgekochte Mahlzeit zu Hause ist.
Ein beliebtes Bistro-Gericht besonders in Südfrankreich ist die Daube, ein Rinderschmortopf aus der Provence. Dem, was man in Deutschland Gulasch nennt, ist die Daube nicht unähnlich, allerdings sind die Fleischstücke wesentlich größer. Geschmort in Rotwein, lässt sie sich im Kühlschrank ein paar Tage gut aufbewahren. Einmal ein Kessel voll zubereitet, kann es über mehrere Tage serviert werden.

Fantastisches Fleisch vom Schultenhof

Eigentlich hatte der Genießer vorgehabt, beim Slow-Food-Ausflug auf den Hattinger Schultenhof ein Stück Auerochsenfleisch zu kaufen, doch hat das zur Zeit keine Saison. So entschied er sich für ein Stück aus der Keule eines der normalen Weiderinder von Bauer Schulte-Stade. Das war eine Entscheidung, die er nicht bereuen sollte. Als er das Stück in etwa anderthalb Zentimeter dicken Scheiben für die Daube schnitt, zeigte sich schon die Qualität des gut abgehangenen Fleisches. Es war weit verästelt mit feinen Fettadern durchzogen. Das versprach eine wunderbare saftige Zartheit, die sich beim sanften Schmoren auch tatsächlich einstellte.

Extravaganter Schmorwein

Fürs Schmoren opferte der Genießer einen 2003er Côtes du Rhône von Guigal, ebenfalls eine Entscheidung, die er nicht bereute. Eine Besondere Note bekam der Schmortopf durch die Beigabe von abgeriebener Orangenschale und ein paar Raspeln dunkler Schokolade. Als Beilage gab es dicke kurze Makkaroni und als Extra ein Tomaten-Muffin, das der Genießer ausgerechnet im „Großen Gicht-Kochbuch“ gefunden hat (Rezept hier).

Zum fertigen Gericht getrunken wurde selbstverständlich ein Roter aus der Provence, die Cuvée de Bargemon 2003 vom Chateau Roubine. Der Syrah-Cabernet-Sauvignon-Verschnitt versprach eine schöne Ergänzung zum dunklen Fleisch, doch der Genießer fand ihn zu eindimensional. Oder hatte die Flasche einen Korkfehler?

Orangenschale und Pilze geben den besonderen Pfiff

Rezept: Daube de bœuf aux cêpes et á l´orange
Aus: „Die Bistro-Küche“ von Patricia Wells
Für 8 Portionen

2,2 kg Rindfleisch zum Schmoren aus Kamm und Keule, in Stücke zu 100g geschnitten
4 Möhren, in Scheiben geschnitten
3 Zwiebeln grob gehackt, 2 Knoblauchzehen
1 Petersilienstengel, 1 Stange Sellerie, in Stücke geschnitten
3 Lorbeerblätter, 1 EL frischer Thymian
4 EL Cognac, 1 Flasche kräftiger Rotwein
5 EL Olivenöl
1TL schwarze Pfefferkörner, 3 Nelken
3 EL Butter
500 g frische Steinpilze (der Genießer nahm braune Champgignons und eine gute handvoll getrocknete Steinpilze)
1 EL Tomatenmark, Salz, Pfeffer
Geriebene Schale und Saft von 1 Orange

Am Tag zuvor das Fleisch mit Möhren, Zwiebeln, Knoblauch, Petersilie, Sellerie, Lorbeerblättern, Thymian, 1 EL Olivenöl in Rotwein und Cognac einlegen. Pfefferkörner und Nelken in einen Teebeutel geben, zubinden und dazutun. Zugedeckt für 24 Stunden in den Kühlschrank stellen.
Am nächsten Tag wieder herausnehmen, zimmerwarm werden lassen. Das Fleisch aus der Marinade nehmen. Marinade durch ein Sieb gießen.
Marinade mit dem Pfefferbeutel in einem Schmortopf etwas einkochen lassen. Vom Herd nehmen.
Fleisch trockentupfen und in einem Butter-Olivenöl-Gemisch nach und nach von allen Seiten scharf anbraten. In die Marinade geben.
In der gleichen Pfanne das Gemüse 7 Minuten anbraten, bis es braun ist. Ebenfalls in die Marinade geben.
Die Pilze (frische Champignons und gewässerte, abgetropfte getrocknete Steinpilze) sautieren und aufbewahren.
Das Tomatenmark in die Kasserole mit dem Fleisch einrühren. Bei Mittelhitze zum Kochen bringen. Auf die niedrigste Stufe zurückschalten und dreieinhalb bis vier Stunden schmoren lassen, bis das Fleisch sehr weich ist. Mit Salz und Pfeffer würzen, Pilze, Orangenschale und –saft unterrühren. Das Pfeffersäckchen entfernen.


Sonntag, 5. Juni 2011

Gestern bei Mama: Türkischer Spinat-Eintopf mit Tomaten-Yufka

Gestern habe ich für Mama Kıymalı ıspanak gemacht. Ich hatte das Rezept für diese Spinat-Zubereitung mit Hackfleisch, Reis und Joghurt in einem türkischen Kochbuch gefunden. Da stand: „Ein Eintopfgericht für heiße Sommertage“. Das fand ich bei dem gestrigen Wetter passend. Um das Ganze noch erfrischender zu machen, tat ich zusätzlich etwas Nane (getrocknete Minze) und abgeriebene Schale und Saft einer Zitrone dran. Das fertige Gericht erinnerte mich schließlich geschmacklich an die gefüllten Weinblätter beim Griechen – lecker!

Allerdings dachte ich mir, dass die dunkle Masse trotz der hellen Reiskörner und dem Klacks Joghurt etwas trostlos auf dem Teller aussehen könnte und ergänzte sie kurzerhand durch eine Tomaten-Yufka, die ich als „Tapa Nr.3“ in Margit Kunzkes „Kochbuch für Max und Moritz“ gefunden hatte (Rezept hier). Und in der Tat waren die rot-gelben pikanten Blätterteigteilchen eine schöne Ergänzung zum grünen, saftigen Spinat. Der stammte übrigens vom Trantenrother Hof in Witten. Die düngen dort nur mit EHEC-freiem eigenem Mist.

Mama fand alles sehr lecker und aß mit Appetit. Doch als ich ihr erklärte, dass ich Spinat und Reis ein halbes Stündchen zusammen gekocht hätte, meinte sie: „Das ist nicht richtig. Spinat braucht nicht lange. Er ist sofort fertig.“

Rezept: Türkischer Spinat-Eintopf
Für 4 Personen

1 kg frischer Spinat
2 – 3 Zwiebeln
1 Zehe Knoblauch
40 g Butter
200 g Hackfleisch
60 g Patnareis
Saft und abgeriebene Schale einer Zitrone
Salz, Pfeffer
½ TL edelsüßes Paprikapulver
300 g Joghurt

Spinat verlesen, waschen und grob hacken. Zwiebel und Knoblauch schälen und würfeln.
Butter in einem sehr großen Topf auslassen, Zwiebel- und Knoblauchwürfel glasig braten. Hackfleisch zugeben, salzen, pfeffern und feinkrümelig anbraten.
Gehackten Spinat zugeben, einfallen lassen. ¼ Liter Wasser, Reis, Paprikapulver, Zitronenschale und –saft zugeben. Pfeffern und salzen. Alles ca. 30 Minuten bei geringer Hitze im geschlossenen Topf garen, bis der Reis weich ist. Öfter umrühren. Eventuell noch Wasser zufügen.
Joghurt glattrühren und beim Servieren auf den Spinat geben.

Samstag, 4. Juni 2011

Gourmetmeile: Kulinarischer Altstadtmarkt Hattingen

St.Georgs-Kirche im Zeichen des Genuss'

Noch bis Sonntag geht eine der schönsten kulinarischen Meilen im Ruhrgebiet, der Kulinarische Altstadtmarkt in Hattingen. Auf dem Kirchplatz präsentieren sich sieben der führenden Restaurants des Ennepe-Ruhr-Kreises: Gasthaus Weiß, Zum Hackstück, Burgstuben Haus Kemnade, Poseidon, Diergardts Kühler Grund, An de Krüpe und Hotel & Restaurant Eggers. Ergänzt wird das kulinarische Angebot durch ein großes musikalisches Programm.

Großer Andrang vor Fachwerkkulisse

Treffpunkt im Sonnenschein

Schlemmen im Schatten der Hattingia von 1876

Hier weiß man, was man trinkt

Am Vatertag ging die Eröffnung einher mit einem verkaufsoffenen Feiertag, und so strömten schon mittags bei strahlendem Sonnenschein die Massen in das Rund um die St.Georgs-Kirche, eines der besterhaltenen Fachwerkensembles der Region. Der Genießer und Frau Schm. waren froh, noch zwei Sitzplätzchen in der Nähe des Zeltes von Dirk Eggers ergattern zu können, und so probierten sie das Angebot des Sprockhöveler Spitzenkochs.

Der Luxus Pur
Krustentier-Graupenrisotto,
Ostseesteinbutt in Kräuter-Parmesankruste
und gebratene Jakobsmuschel

Wiener Schnitzel "Das Original" vom Kalbsrücken
mit Bratkartoffeln , Pfifferlingen und Preiselbeer-Meerrettich

Warmer Schokokuchen mit Mokkalikör-Pipette

Nougatknödel

Weitere Infos zum Kulinarischen Altstadtmarkt gibt es hier.

Freitag, 3. Juni 2011

Biergartenführer fürs Ruhrgebiet erschienen

Klartext-Verleger Ludger Claßen,
Martin Grahl vom Biergarten "Dampfe" in
Essen-Borbeck und Autor
Michael Köster präsentieren den Biergartenführer.

Eigentlich sind Biergärten ein bayerisches Phänomen, schreibt Autor Michael Köster in seinem Biergartenführer „Die schönsten Biergärten im Ruhrgebiet“, der rechtzeitig zur Saison 2011 im Essener Klartext Verlag erschienen ist. Auch der Genießer erinnert sich gut daran, als in den 1980er Jahren die SPD unter Johannes Rau mit absoluter Mehrheit (!) im Land regierte und sich über die „bayerischen Vehältnisse“ in NRW unter politisch umgekehrten Vorzeichen freute. Das schienen damals die bayerischen Brauereien von Hefe- und Weizenbieren als Aufforderungen zur Überquerung des Weißwurstäquators genommen zu haben und begannen mit massiver Werbung das nördliche Deutschland zu erobern. Im Ruhrgebiet, eigentlich eine klassische Bierlandschaft, verödete die Brauereienlandschaft durch einen traurigen Konzentrationsprozess zusehends.

Gleichzeitig kam aber ein findiger Szene-Gastronom in Bochum, Leo Bauer, auf die Idee, auf dem neu entstandenen Konrad-Adenauer-Platz in der Innenstadt Tische und Stühle zu stellen und legte so den Grundstein für das Bermudadreieck, eine der größten gastronomischen Erfolgsgeschichten des letzten Vierteljahrhunderts im Ruhrgebiet. Der Freilufttrend in der Ruhrgebietsgastronomie war geboren und setzte sich alsbald in den Städten und an den Flussufern der Region durch.

In seinem Element: Autor Michael Köster

Jetzt hat der Klartext-Verlag reagiert und einen Biergartenfüherer fürs Ruhrgebiet herausgebracht. Autor ist Michael Köster, als ehemaliger Redakteur bei der WAZ Essen und heutiger Verlagsleiter des Forma-Verlags (TOP Magazin Essen) ein ausgewiesener Kenner der Biergartenszene. 73 Biergärten aus 20 Ruhrgebietsstädten hat er für sein Buch herausgesucht, stellt sie mit informativen Texten vor und gibt jeweils einen Freizeit-Tipp in der Nähe. Spitzenreiter ist dabei Essen mit 18 Adressen, während die klassische Bierstadt Dortmund nur mit mageren fünf Tipps aufgeführt wird. Ziemlich gut weg kommt Duisburg mit zwölf Adressen.

Bei der Auswahl ging Köster mit dem Mut zur Lücke vor. Das Buch durfte nur ca. 160 Seiten umfassen, und so setzte Köster als Kriterium das Minimum von 70 Sitzplätzen an – alles andere galt als Terrasse und schied aus. Nicht aufgeführt sind etwa innerstädtische Biergartenlandschaften wie das Bermudadreieck in Bochum oder der Markt in Dortmund, die aufgrund ihrer Unübersehbarkeit vom Gast wohl kaum vermisst werden - leider aber auch die Gärten der großen Dortmunder Landgasthäuser wie Dieckmanns, Overkamp, Eisenbarth und Co.. Ebenfalls nicht drin sind sehr schöne Läden wie etwa die traditionsreiche „Alte Fähre“ am Ruhr-Ufer in Bochum-Stiepel mit ihrem sensationellen Ausblick auf die Burg Blankenstein oder die überaus romantische „Wolfsbachquelle“ in Essen-Bredeney mit ihrer wunderbaren Küche.

Michael Köster: Die schönsten Biergärten im Revier. Biergartenführer Ruhrgebiet. 160 Seiten. Klartext Verlag. 9,95 Euro

Donnerstag, 2. Juni 2011

Topfgucker: Entdeckungen im Netz 77

Slow Food I: Interview mit Carlo Petrini
Slow Food II: Interview mit Manfred Weniger vom CV Essen
Lebensmittel: Joghurt-Test
Gastronomie 20 Jahre Jeunes Restaurateurs
Kult-Getränk der Hacker: Club Mate
Ruhrgebietsgastronomie I: Porträt Großhändler Niggemann
Ruhrgebietsgastronomie II: Interview mit Julius Meimberg
Trotzig genießen: Interview mit dem Philosophen Robert Pfaller
Komisches Essen I: Schwein im Tee
Komisches Essen II: Politisch korrektes Kunstfleisch
Komisches Essen III: Kannibalismus-Schau in Berlin


EHEC-Spezial
Der "Kompottsurfer" begleitet die mediale Aufarbeitung der EHEC-Problematik mit kritischem Blick. Hier alle seine Posts zum Thema.

Mittwoch, 1. Juni 2011

Kulinarische Veranstaltungen im Juni 2011

Weitere Veranstaltungen finden Sie in der Info-Spalte rechts.

1.6.2011
Beratungstag
Dortmund, Deutsches Kochbuchmuseum
Infos hier

1.6. - 5.6.2011
Gourmetmeile
Gladbeck macht Appetit!
Gladbeck, Innenstadt
Infos hier

2.6. - 5.6.2011
Kulinarischer Altstadtmarkt
Hattingen, Innenstadt

2.6. - 5.6.2011
23. Winzerfest
Oberhausen, Friedensplatz
Infos hier



















4.6.2011
Wir ernten!
Gemüse und Früchte aus dem Arbeitergarten. Salat und Radieschen ernten, kosten, ausprobieren.
Dortmund, Zeche Zollern, Arbeitergarten

4.6.2011
Gezz iss dich watt!
Kulinarischer Rundgang durch Bochum
Bochum, Innenstadt
Infos hier

5.6.2011
Weinblütenfest
Winzer von Weltrang treffen aus Sterne- und sternverdächtige Köche
Düsseldorf, Kaiserswerth

5.6.2011
Gourmetfest Kaiserswerth
Parallel-Veranstaltung zum Weinblütenfest
Düsseldorf-Kaiserswerth, Klemens-Viertel

5.6.2011
Sonntagsführung
Dortmund, Brauereimuseum
Infos hier

8.6.2011
Beratungstag
Dortmund, Deutsches Kochbuchmuseum
Infos hier

9.6.2011
Kulturkochtopf - Talente des Ruhrgebiets
Kleinkunst und Kulinarik
Helmut Sanftenschneider mit Pepi Alvarez & N.N.
Essen, Stadtgarten Steele
Infos und Anmeldung hier

9.6.2011
Brauereierlebnis
Dortmund, Brauereimuseum
Infos hier

11.6.2011
Kleines sommerliches Regional-Menü
Herne, Weinrestaurant Julius
Infos und Anmeldung hier

12.6.2011
Verkohlt und veräppelt
Selbstversorgung der Bergarbeiterfamilien im Ruhrgebiet
Themenführung
Dortmund, Zeche Zollern, Arbeitergarten , 15 Uhr

12.6.2011
Sonntagsführung
Dortmund, Brauereimuseum
Infos hier

12.6. - 13.6.2011
Fischmarkt Xantener Nordsee
Xanten, Hafen Vynen
Infos hier

14.6.2011
Slow Food Dortmund
Olivenölverkostung
Dortmund, Stendel, Kreuzstr. 8, 19 Uhr

15.6.2011
Beratungstag
Dortmund, Deutsches Kochbuchmuseum
Infos hier

15.6. - 19.6.2011
Gourmetmeile
Essen verwöhnt
Essen, Innenstadt
Infos hier

17.6.2011
Slow Food Essen
Besuch der Grafschafter Schneckenzucht
Moers, Grafschafter Schneckenzucht
Anmeldung und Info hier

19.6.2011
Genussarchitekten-Markt
Delikatessen-Manufakturen zeigen ihre Produkte
Lüdinghausen, Burg Lüdinghausen
Infos hier

19.6.2011
Sonntagsführung
Dortmund, Brauereimuseum
Infos hier

22.6.2011
Beratungstag
Dortmund, Deutsches Kochbuchmuseum
Infos hier

22.6. - 25.6.2011
Schlemmerfest
Castrop kocht über
Castrop-Rauxel, Altstadtmarkt
Infos hier

22.6. - 26.6.2011
Herten isst auf Ewald
Das Genuss Vestival im Landschaftspark Hoheward
Herten, Zeche Ewald
Infos hier

22.6. - 26.6.2011
Gourmetwochenende
Schermbeck genießen
Schermbeck, Innenstadt
Infos hier

23.6.2011
Brauereierlebnis
Dortmund, Brauereimuseum
Infos hier

23.6. - 25.6.2011
Duisburger Matjesfest
Duisburg, Königstraße
Infos hier

24.6.2011
Slow Food Mittleres Ruhrgebiet
Marokkanisches Menü
Herne, Restaurant "Mediterran"
Infos und Anmeldung hier

24.6. - 26.6.2011
GourmeDo
Gourmetmeile
Dortmund, Friedensplatz

25.6.2011
Weinprobe: Deutsche Weinmesse
Essen, Weinzeche

25.6.2011
Hugenpoet's kulinarische Plauderei
Kräuter
Essen-Kettwig, Schloss Hugenpoet
Infos hier

26.6.2011
Sonntagsführung
Dortmund, Brauereimuseum
Infos hier

29.6.2011
Beratungstag
Dortmund, Deutsches Kochbuchmuseum
Infos hier

Weitere Veranstaltungen finden Sie in der Info-Spalte rechts.

Dienstag, 31. Mai 2011

Aus der Gichtküche: Ratatouillekuchen mit Tomatensauce


Und noch ein Rezept aus dem „Großen Gichtbuch“ von Sven-David Müller und Christiane Weißenberger. Der Ratatouillekuchen, eine Art Gemüseomelette, ist leicht und lecker. Die nicht ganz geschmolzenen, eingebackenen Käsestückchen geben ihm sogar etwas Biss. Aber irgendwie hat man das Gefühl, dass er nur die Beilage zu etwas ist, was ein Zipperlein-Geplagter nicht essen sollte: Lammkoteletts zum Beispiel. Ein frischer Salat wäre auch nicht übel, aber da sollte man vielleicht erst einmal diese EHEC-Geschichte abwarten.

Käse in der Eier-Milch-Mischung gibt etwas Biss.

Der Genießer hatte das Gefühl, dass im Originalrezept etwas zaghaft gewürzt wurde. Deshalb tat er noch ein paar frische Kräuter vom Balkon an die Ratatouille und vor allem sein berühmtes Zaubermittel an die Tomatensauce: Ananasmarmelade.

Rezept: Ratatouillekuchen mit Tomatensauce
Für 2 Personen

Ca. 200 g Zucchini
1 rote Paprika
1 gelbe Paprika
2 Tomaten
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 EL Olivenöl
Salz Pfeffer
2 Scheiben Gruyère
2 EL Milch, 2 Eier
Thymian, Rosmarin

Sauce:
1 TL Olivenöl
1 kl. Dose San-Marzano-Tomaten
1 Schuss Balsamico-Essig
1 TL Ananasmarmelade
Oregano, Thymian, Rosmarin, Salbei, Basilikum nach Belieben
Pfeffer, Salz

Zwiebeln und Knoblauch in kleine Würfelschneiden. Gemüse gut waschen und würfeln. (Wer will, kann die Tomaten und Paprika schälen, nicht nur wegen EHEC, sondern auch wegen der besseren Verdaulichkeit.)
Olivenöl erhitzen und darin zwei Drittel von Zwiebeln und Knoblauch andünsten. Paprika- und Zucchiniwürfel dazugeben, mit dünsten lassen. Dann die Tomatenwürfel dazugeben und alles ein paar Minuten köcheln lassen. Mit Salz, Pfeffer und einem Teil der gehackten Kräuter würzen.
Käse in kleine Stücke oder Streifen schneiden und mit den Eiern, der Milch und den restlichen Kräutern verrühren. Mit Salz und Pfeffer würzen.
Gemüse in eine Auflaufform geben und mit der Eierkäsemilch übergießen. Form auf ein tiefes Backblech stellen, rundum mit heißem Wasser aufgießen und für 30 Minuten in auf 200 Grad vorgeheizten den Backofen stellen.
Unterdessen in einem Topf etwas Olivenöl erhitzen, restliche Zwiebeln und Knoblauch darin andünsten. San-Marzano-Tomaten und Ananasmarmelade dazugeben, einkochen lassen, mit Salz und Aceto Balsamico abschmecken, Kräuter dazu geben und noch weiter einköcheln lassen.

Sonntag, 29. Mai 2011

Slow Food: Auf Auerochsen-Safari in Hattingen

Bisons in Kanada? Wisente in Polen? Chianina-Rinder in der Maremma? Wasserbüffel in Kampanien? Wer glaubt, seltene Rinderrassen in natürlicher Umgebung nur in der großen weiten Welt entdecken zu können, irrt. Dass es solche Paradiese auch vor der Haustür gibt, konnten gestern 12 Slowfoodies vom Convivium Mittleres Ruhrgebiet erleben. Sie gingen in Hattingen-Winz-Baak auf Auerochsen-Safari. Hier, in einer großen Ruhrschleife, ist das Flusstal besonders romantisch, und die Idylle wird von den Einwohnern besonders energisch verteidigt. „Tal der Gesetzlosen“ ist auf einem verblassten Schild zu lesen, das an den gewonnenen Kampf der wutbürgerlichen Eingeborenen gegen den Autobahnbau der sog. „DüBoDo“ vor gut 25 Jahren erinnert.

Bauer Schulte-Stade

Gut dreiviertel Stunde ging es in Schleichfahrt in Jeep und Pick-Up über die für Radfahrer und Spaziergänger gesperrten Ruhrwiesen des Schultenhofs, auf denen Bauer Schulte-Stade die Wildrinder züchtet. Eigentlich wurde der Auerochse vor fast vierhundert Jahren ausgerottet, doch begannen die Brüder Heck in 1920-er Jahren mit der sog. Rückzüchtung, so dass die heutigen Heckrinder dem alten Auerochsen sehr nahe kommen. Klappen konnte die Dedomestikation, weil die meisten Hausrindrassen vom Auerochsen abstammen.

Los ging es mit Pick-Up...

... und Jeep.

Da kamen die Auerochsen in Sicht.

Die großen, unterschiedlich gezeichneten Ur-Viecher mit ihren hübschen, wolligen Kälbern leben das ganze Jahr über ungestört auf der Weide. Sie können auf dem Areal umherwandern wie das Wild in der Serengeti und sich die jeweils besten Futterplätze suchen. Die Kühe gebären ihre Kälber ganz ohne menschliche Hilfe. Nur bei extremem Hochwasser der Ruhr werden sie eingefangen und in Sicherheit gebracht. Im Herbst gibt es das Fleisch der Auerochsen auch zu kaufen. Allerdings werden sie nicht wie die Hausrinder geschlachtet, sondern mit dem Jagdgewehr erlegt.

Als sich die kleine Auto-Karawane der Herde näherte, taten die Auerochsen das, was halbwilde Tiere so tun. Erst guckten sie neugierig, was da kommt, und dann trollten sie sich schleunigst von dannen.





Deftiger Imbiss nach dem Abenteuer.

Nach dem Ausflug gab es im zur Zeit leeren Kuhstall des Schultenhofs einen deftigen Imbiss. Leider gibt es momentan kein Auerochsenfleisch, doch das Rindfleisch, das Bauer Schulte-Stade als Roastbeef und Gulasch auftischen ließ, entschädigte vollauf. Obwohl erst seit wenigen Jahren Bioland-zertifiziert, betreibt er die Bio-Viehzucht seit eh und je. Neben den Auerochsen hält er auch noch normale Fleischrinder, und in einem Eichenwald mästet er regelmäßig Bunte Bentheimer Schweine für einen aromatischen Schinken. Neben dem Schultenhof in Hattingen bewirtschaftet Schulte-Stade noch einen zweiten Hof in Witten. Seine Rinder verarbeitet er in einem eigenen Schlachthaus und verkauft das Fleisch in einem Hofladen. Auch als Caterer hat er einen guten Namen. Er versorgt u.a. den Landtag in Düsseldorf und die Messe Essen, wo er in Kürze ein Bio-Restaurant eröffnen wird.

Weitere Infos über den Schultenhof finden Sie hier.



Rezepte mit Auerochsenfleisch finden Sie hier.

Samstag, 28. Mai 2011

Spargel Gourmetfestival: Kühler Start für ein heißes Fest

Farina I. strahlt für den Genießer.
Sie hat sich trotz des kühlen Wetters extra die
Jacke ausgezogen: "Damit man sieht, wer ich bin."

Das Spargel-Gourmetfestival 2012 findet vom 25-28.Mai 2012 statt. Weitere Infos hier.

Etwas kühl war es gestern Nachmittag schon, als das „Spargel Gourmetfestival“ in Bottrop-Kirchellen eröffnet wurde. Als aber so gegen halb acht die Sonne noch einmal richtig schön rauskam, strahlte Hof Umberg wie ein verwunschener Zauberwald der Kulinarik. Und eine Königin war auch da. Spargelkönigin Farina I. war extra zu kommen, um den Spargelfreunden huldvoll beim Essen zuzugucken.

Zauberhafte Stimmung auf Hof Umberg

Fünf Gastronomen haben noch bis Sonntag ihre Zelte auf dem Bauernhof an der A31 aufgeschlagen: „Trattoria Trüffel“, „Kiepenkerl“, „Zum Brenner“ und „Landhaus im Grugapark“ aus Essen sowie „La Botte“ aus Kirchellen. Und die Speisen, die sie anbieten, sind die Verlockung selbst: z.B. Bandnudeln mit zweierlei Spargel und Flusskrebsen in Orangensauce und Parmesanraspel (8 Euro, La Botte), Rehrückensteak aus heimischen Wäldern, Steinpilzsauce, Rahmwirsing und Kartoffelklößchen (8,50 Euro, Landhaus im Grugapark), Wildlachs aus der Orangenbeize mit Spargelsalat, Reibeplätzchen und Kräuterschmand (8,50 Euro, Zum Brenner), Gelackte Ente vom Grill mit gebratenem, karamellisiertem Orangenspargel (1/4 Ente 5,50 Euro, 1/2 Ente 9 Euro, Kiepenkerl) oder Agnello in Umido alle Verdure, geschmortes Lamm in einer würzigen Tomatensoße mit Frühlingsgemüse (9 Euro, Trüffel).

Spargelbauer Jörg Umberg gibt dem WDR ein Interview.

Leider ist der Genießer kaum zum Essen gekommen. Einmal, weil ihn mal wieder das Zipperlein plagte, und da sind Spargel, Fleisch und Fisch leider nicht sehr zuträglich. Andrerseits hatt er eine höhere Mission zu erfüllen. Das WDR Fernsehen war nämlich da, um eine Live-Übertragung vom „Spargel Gourmetfestival“ in der „Lokalzeit Essen“ zu machen. Und neben so kompetenten Interviewpartnern wie Spargelbauer Jörg Umberg oder Spargelkönigin Farina I. durfte auch der Genießer seinen Senf, pardon, seine Sauce hollandaise zum Spargel geben. Wer sich den Beitrag ansehen will, sollte hier klicken und auf die Sendung vom 27.5.2011 gehen.

Auch Farina I. gibt ihr Bestes.

Das „Spargel Gourmetfestival“ geht noch bis Sonntag – und das Wetter wird immer besser.

Spargel Gourmetfestival. 27. – 29. Mai 2011. Hof Umberg. Overhagener Feld 10, 46244 Bottrop-Kirchhellen. A31 Ausfahrt Kirchhellen. Infos hier.


Freitag, 27. Mai 2011

Rosin: Das beste Restaurant Westfalens liegt im Ruhrgebiet

Ein Michelin-Stern, 18 Punkte im Gault Millau, Höchstwertungen im Feinschmecker Guide und im Aral-Schlemmeratlas: Kein anderes westfälisches Restaurant wurde zuletzt von den Gastro-Kritikern besser bewertet als das "Rosin" von Fernsehkoch Frank Rosin in Dorsten. Das ist das Ergebnis einer Auswertung des Magazins „Westfalium“, die auf einem Ranking der Fachzeitschrift „Gastrotel“ beruht. Überhaupt ist der Kreis Recklinghausen, ein wesentlicher Bestandteil des Ruhrgebiets, ein heißes Pflaster für gute Restaurants. Neben dem erstplatzierten Rosin schafften es mit dem ebenfalls in Dorsten beheimateten „Goldenen Anker“ (Björn Freitag) und dem „Gasthaus Stromberg“ (Stefan Manier) in Waltrop gleich drei Häuser in die westfälischen Top-10.
Foto: Kabel 1