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Montag, 6. Juli 2026

Slow Food Bochum: Kochabend „Heldenhafte Hülsenfrüchte“

Slow Food Bochum: Konzentriertes Kochen

Bislang fanden die Kochabende von Slow Food Bochum in der Küche der Katholischen Erwachsenenbildungsstätte (KEFB) statt, doch das Bistum Essen, dass diese Einrichtung betreibt, hat das Haus geschlossen. Also musste ein Ersatz gesucht werden, und Slow Food Bochum-Leiterin Wiebke wurde in der städtischen Familienbildungsstätte in Bochum-Hamme fündig. Dort können nun die Slow-Food-Veranstaltungen im Rahmen der dort angebotenen Kochkurse stattfinden. Sie sind öffentlich, und so können sich auch Nicht-Mitglieder über die Bildungsstätte für die Teilnahme anmelden.
Der Frühsommer-Kurs am 29.6.2026 stand unter dem Motto „Heldenhafte Hülsenfrüchte“. Wiebke hatte sechs Gerichte rund um Linsen, Erbsen und Bohnen herausgesucht. Fünf davon wurden von den neun Teilnehmern, die sich eingefunden hatten, realisiert. Auf die Currywurst 2.0 „Herberts letzte Schrei“ aus einem Linsenbrät samt Sauce wurde angesichts der sommerlichen Temperaturen verzichtet. (Zum Rezept klick hier).



Die Küche in der Familienbildungsstätte der Stadt Bochum

Die Hülsenfrüchte und vor allem die weiteren Zutaten kamen so weit wie möglich von regionalen Produzenten. Kartoffeln, Senf und Rapsöl stammten von der Kornkammer in Witten, Tomaten von der Gärtnerei Babkus in Herdecke, Frischkäse vom Hof Sackern in Wetter und Erdbeeren vom Hof Sander in Castrop-Rauxel. Ganz besonderer Dank geht an die Solawi Hevener Feld in Witten, die die Dicken Bohnen gespendet hatte.








Vier Stunden lang wurde geschnippelt, geschält, geknetet, gebraten und gekocht, und heraus kamen durchweg schmackhafte Gerichte, die zum Schluss gemeinsam gegessen wurden.


Heldenhafte Hülsenfrüchte
Kochabend von Slow Food Bochum, 29.6.2026



„Schrebergarten 2026“
Bohnen-Melonen-Salat

Dank der Kombination von weißen Bohnen und saftigen Wassermelonen, die mit Zitrone abgeschmeckt wurde, ein erfrischender Einstieg ins Sommer-Menü.
Zum Rezept hier klicken.




Schnippelbohnensalat

Milchsäurevergorene grüne Bohnen sind eine regionale Spezialität im Ruhrgebiet. Gemeinsam mit Äpfeln und Kartoffeln ergaben sie ebenfals einen erfrischenden Salat. 
Zum Rezept hier klicken.



Erbsen-Minz-Süppchen mit Dicke-Bohnen-Crostini

Dicke Bohnen und Erbsen haben im Sommer Saison. Natürlich wurde die die Frage diskutiert, ab die Lederhäute, die die Kerne der Dicken Bohnen umschließen, entfernt werden müssen oder nicht.
Zum Rezept hier klicken.



Linsenrisotto mit Zitronengremolata

Ein experimentelles Rezept. Es wurde über die KI für den Kurs zusammen gestellt. Das Experiment gelang recht gut, weil Risotto-Reis und Linsen in etwa die gleiche Kochzeit haben. Interessant war, dass die Reis nicht wie traditionell üblich mit Weißwein, sondern mit einer Mischung aus Zitronen- und Apfelsaft gesäuert wurde.
Zum Rezept hier klicken.



„Süßes Gold“
Bohnen-Brownie mit Erdbeereis

Dass man (schwarze) Bohnen mit Kakao zu einem süßen Dessert verabreiten kann, war eine überraschende Erkenntnis des Abends. Bananen und Erdbeeren wurden tiefgekühlt mitgebracht.
Zum Rezept hier klicken.
 
Heldenhafte Köche für heldenhafte Hülsenfrüchte
Fotos: Wiebke Rieck, Peter Krauskopf
 

Sonntag, 17. Mai 2026

Vatertagssnack auf dem verregneten Balkon: Gebratene Jakobsmuscheln auf Dicke-Bohnen-Passepierre-Salat mit Kichererbsen-Parmesan-Crackern


Vielleicht war es ja etwas zu früh im Jahr, aber ich fand es an der Zeit, dass zu Christi Himmelfahrt endlich wieder einmal das Sommerpodukt Dicke Bohnen auf den Tisch kommen müssten. Auf dem Bochumer Wochenmarkt hatten sie (natürlich) keine, was vermutlich der Eisheiligen-Kälte rund um den diesjährigen Vatertag geschuldet war, und so musste ich mich auf den Weg ins ferne Essen machen, um im Feinkostsupermarkt meines Vertrauens ein gutes Kilo der bananengroßen Schoten aus Italien zu ergattern. Ich hatte in irgendeinem Blog das simple Rezept für Dicke-Bohnen-Salat, nur mit gutem Öl und Fleur de Sel angemacht, gefunden, und das schien mir genau die richtige Kochherausforderung zu sein, der zu stellen ich mich bei dieser lausigen Kälte in Lage sah.

Zutaten: Passepierre, Dicke Bohnen, Jakobs- bzw. Kammmuscheln

Der Besuch des Ladens war ziemlich inspirierend. Ich fand auch frische Salicornes, jene auch Passepierre, Meeresspargel oder Queller genannte Salzpflanzen, die gerne als Algen bezeichnet werden (was sie nicht sind), und mit denen ich auf raffinierte Weise das Salz im Salat ersetzen wollte. Und da die Dicke-Bohnen-Kerne einen wunderbar nussigen Geschmack haben, hielt ich Jakobsmuscheln für die ideale Einlage für meinen Salat – immerhin hatten sie fette japanische Kammmuscheln an der Fischtheke, die vielleicht etwas ordinären pazifischen Schwestern der edlen atlantischen Cocquilles Saint Jacques. In Sesamöl gebraten, mit gerösteten Sesamkörnern und Kürbiskernen garniert, war das eine großartige nordfranzösisch-japanische Mariage auf dem verregneten Balkon. Zu dieser Symphonie in Grün passte natürlich geschmacklich ergänzend, farblich aber komplementär ein Rosé, der auf den Fotos (und auch am Gaumen) ganz wunderbar von einem Rhabarbernektar dargestellt wurde.

Kichererbsen mit Parmesan bestreut und gebacken


Allein, satt würde ich von dieser Komposition wohl nicht. Also nahm griff ich die Gelegenheit beim Schopf und begab mich auf eine weiteres kochtechnisches Himmelfahrtskommando, das sich schon seit einiger Zeit plante: jene leckeren Cracker herzustellen, für die Kichererbsen aus der Dose (man verzeihe) mit geriebenem Parmesan knusprig überbacken werden.

Ein hinreißender Vatertagssnack war geboren.



Rezept: Gebratene Jakobsmuscheln auf Dicke-Bohnen-Passepierre-Salat mit Kichererbsen-Parmesan-Crackern 
2 Portionen

Kichererbsen-Parmesan-Cracker:
1 Dose Kichererbsen (400 g)
3-4 EL geriebener Parmesan
1 EL Knoblauchgranulat
Salz
gehackte Petersilie

Kicherbsen abgießen, abspülen und mit Küchenkrepp trocknen. Ein Backblech mit Backpapier belegen und die Kicherebsen darauf verteilen, dass sie dicht an dich, aber nicht übereinander liegen. Salzen. Mit Knoblauchgranulat und üppig mit geriebenem Parmesan bestreuen. Im vorgeheizten Backofen bei 200 Grad 20 Minuten oder mehr backen, bis der Käse geschmolzen und braun geworden ist.
Backblech aus dem Ofen nehmen. Kicherebsenkuchen mit gehackter Petersilie und ggf. mit weiterem Salz bestreuen. In Stücke schneiden oder brechen.

Dicke-Bohnen-Passepierre-Salat:
1200 g Dicke Bohnen in der Schote
120 g Passepierre frisch
Limettensaft
Sesamöl
Pfeffer
Ingwer, gerieben

Dicke Bohnen aus den Schoten brechen. Bohnenkerne in kochendem Salzwasser fünf Minuten lang blanchieren. Mit kaltem Wasser abschrecken. Jeden Bohnenkern aus der ledrigen Schale drücken, so dass die eigentlichen Kerne hervorkommen.
Passepierre waschen und auf Küchenkrepp trocknen. Mit den Bohnenkernen mischen. Mit Limettensaft und Öl anmachen. Mit Pfeffer und ggf. geriebenen Ingwer abschmecken. Salz ist nicht nötig, das die Passepierre selbst salzig sind.

Gebratene Jakobsmuscheln:
6 Jakobs- oder Kammmuscheln
Paniermehl
Sesamöl
Salz, Pfeffer

Jakobsmuscheln quer halbieren. Die Schnittstellen leicht sazen und pfeffern und in Paniermehl drücken. Sesamöl in einer Pfanne erhitzen und die Muscheln bei niedriger Hitze auf beiden Seiten je 3 Minuten braten, bis das Paniermehl Farbe angenommen hat.

Anrichten:
geröstete Sesam- und Kürbiskerne

Dicke-Bohnen-Passepierre-Salat auf Teller geben. Die gebratenem Jakobsmuscheln daraufsetzen. Mit gerösteten Sesam- und Kübiskernen bestreuen. Cracker separat dazu reichen.

Noch ein ähnliches Gericht:
Dicke Bohnen, Pfifferlinge und Orechietti mit gebratenen Kammmuscheln klick hier

 

Mittwoch, 13. Mai 2026

Die schönsten Gerichte zu Pfingsten

Erstveröffentlichung 24. Mai 2023


Seit der Blog „Genussbereit“ existiert, war Pfingsten nur selten Anlass für ein besonderes Feiertagsmenü. Der Grund: Seit 2010 fand am Pfingstwochenende immer das Spargel-Gourmet-Festival in Bottrop-Kirchhellen statt, eine der schönsten Gourmetmeilen im Ruhrgebiet, auf der ich mich immer wieder gerne herum getrieben habe (klick hier). Doch die Corona-Pandemie machte dem Bauernhof-Fest ein Ende, und bislang wurde es nicht wieder zum Leben erweckt.

So kam es dazu, dass ich erst seit 2020 Jahr ein ausgiebigere Pfingst-Menüs zubereitete. Diese Feiertage eignen sich eigentlich viel besser als das sechs Wochen vorher stattfindende Ostern zu so einer kulinarischen Aktion, schließlich steht der Frühling hoch im Zenit und geht schon in den Frühsommer über. Es gibt Spargel, die ersten Erdbeeren, frische Erbsen, Dicke Bohnen und allerlei andere Frühlingsgemüse, von denen man zu Ostern nur träumen kann, und die Gartenkräuter sind in genügend großen Mengen nachgewachsen.

Deshalb bringe ich hier eine Übersicht über meine schönsten Gerichte, die ich zu Pfingsten zubereitet habe oder die sich wunderbar für Pfingsten eignen – aber natürlich auch für jedes andere Frühsommerwochenende. Die meisten davon sind französisch inspiriert.

Vorspeisen:

Spargelflan mit Erbsen-Crème-Sauce (klick hier)


Tarte Tatin Surprise mit karamellisierten Kartoffeln und Spargel (klick hier)

Zitronen-Orangen-Carpaccio mit gebratenen Butter-Sardinen (klick hier)

Brandade von der Bretonischen Buttersardine auf samtiger Erbsencrème (klick hier)

Croxetti mit Walnuss-Salsa nach Genießer-Art (klick hier)

Salat mit Crêpes-Streifen (klick hier)



 

 

 

 

Hauptgänge:

Gedämpftes Hühnchen nach Art von Jean Vignard mit Makkaroni- und Spargel-Gratin (klick hier)

Lammkoteletts im Kräutermantel mit Estragon-Kräuterseitlingen (klick hier)

Orangenspargel aus dem Ofen mit Kotelett vom Ruhrtaler Freilandschwein (klick hier)

Carpaccio vom glasierten Mairübchen mit zartem Lammkarree (klick hier)

Frühlingsgemüse mit Ragout vom Eifeler Urlamm (klick hier)

Lammragout mit Frühlingsgemüsen (klick hier)







 

Desserts:

Hausgemachte Windbeutel mit dreierlei Eis und Erdbeersauce (klick hier)

Lavendel-Panna Cotta mit Rhabarber-Erdbeer-Ragout (klick hier)

Tiramisu-Törtchen mit Pistazien-Ganache (klick hier)

Sizilianische Erdbeeren (klick hier)

Donnerstag, 5. März 2026

Portugal in Bochum-Stiepel: Casa Nonina


Im Stillen hatte ich ja immer gehofft, dass ich das Casa Nonina für „Bochum geht aus“ hätte besprechen dürfen; aber leider wurde der Restaurantführer Ende 2024 eingestellt und es ist nie dazu gekommen. So dauerte es bis jetzt, dass ich mich endlich aufraffte, das portugiesische Restaurant, das Norberto Teixeira und seine Frau Natascha 2022, mitten in der Coronakrise, in den Räumlichkeiten der ehem. Pizzeria Vesuvio in Bochum-Stiepel eröffnet hatten, zu besuchen. Seit letztem Jahr gehört auch die direkt daneben liegende Eisdiele dazu.

Norberto Teixeira

Der Blick auf die Speisekarte mit den bodenständigen, traditionellen portugiesichen Gerichten wollte mir durchaus imponieren. Allein drei Hauptgerichte werden mit Bacalhau angeboten, dem eingesalzenen und getrockenten Kabeljau, der in Portugal ein kulinarisches Nationalheiligtum ist. Und auf der Fleischkarte fand ich Francesinha, dieses typische Street-Food aus Porto, eine unwiderstehliche mit Käse überbackene Mischung aus Hamburger, Croque Monsieur und Spiegelei. Das bewog mich, zur Untersützung meines Besuchs Silke von „Mein kulinarisches Dortmund“ und ihren Mann Torsten hinzuzuiehen. Mir war klar, das besonders Torsten mir ein Leben lang dankbar sein würde, wenn die Francesinha nur zu einem Bruchteil hielt, was die Zutatenliste versprach.

Als ich das Casa Nonina dann betrat, war ich allerdings erst einmal irritiert. Das Lokal entsprach so gar nicht der Vorstellung von Portugal, die ich hatte. Geprägt von einem Aufenthalt in Nordportugal vor fast 30 Jahren, war ich von der melancholischen Fado-Atmosphäre des Landes beeindruckt, dieser Portwein-Brandy-Schwere hinter verblassten und bröckelnden, manchmal großbürgerlichen und manchmal ärmlichen Fassaden – eine nostalgische Wohligkeit, die ich etwa „Bei Gil“ in Gelsenkirchen (klick hier) wiedergefunden hatte.



Rustikale Atmosphäre

Hier im Casa Nonina herrschte jedoch eine trubelige Urlaubsatmosphäre, wie man sie in den mediterranen Destinationen von der südportugiesichen Algarve, über Mallorca und den giechischen Inseln bis an die türkische Riviera finden kann. Mit den Tischen aus hochwertig-dickem, wurzeligen Olivenholz wirkte alles urgemütlich, eindeutig portugiesisch war vor allem das riesige Wandbild eines mittelalterlichen Segelschiffs, mit dem der auch in postkolonialen Zeiten verehrte Seeheld Vasco da Gama einst die Welt erobert hatte. An diesem Dienstagabend waren so gut wie alle Tische ausverkauft, wie in einem Steakhaus spanisch-südamerikanischer Provinienz taten sich viele Gäste an „Espetadas Casa Nonina“ gütlich, einem mit hohem kulinarischen Unterhaltungswert an einer galgenartigen Konstruktion aufgehängten Spieß mit 250 Gramm argentinischem Hüftsteak.



Gut ausgebucht

Silke, Torsten und ich wollten uns jedoch den traditionellen portugiesischen Gerichten widmen. Torsten wählte „Caldo Verde“, die nordportugiesische Grünkohlsuppe als Vorspeise, Silke und ich wollten uns eine gemischte Vorspeisenplatte teilen, die einen Streifzug durch die zahllosen „Entradas“ der Karte versprach. Für den Hauptgang folgte Torsten als Fastfood-Freund und Fußballfan Silkes und meiner Empfehlung und bestellte die Francesinha, Silke wählte zielbewusst den faszinierenden Eintopf „Carne de Porco à Alentejana“ aus Schweinefilet, Venusmuscheln und Chorizo aus, der natürlich alle war. Also disponierte sie auf „Cataplana“ um, einen Meeresfrüchteeintopf, was sie dann nicht bereute. Ich wollte natürlich unbedingt ein Stockfisch-Gericht probieren und wählte „Bacalhau Assado na Brasa“, gegrillten Stockfisch mit Quetschkartoffeln. Zum Nachtisch gab's dann noch die unvermeidlichen „Pasteis de Nata“.



Effektvoll serviert: Cataplana

In ihrer Gesamtheit fanden wir die Gerichte ausgezeichnet, doch waren wir davon überrascht, mit welch üppigen Portionen wir überhäuft wurden. Die Hauptgerichte hätten mehr als gereicht, die Vorspeisen waren kaum vonnöten, um satt zu werden. (Bei den Resten auf den Tellern wurde uns angeboten, sie im Doggy Bag mit nach Hause zu nehmen, was wir aber ablehnten.)



Im Glas natürlich ein Vinho Verde



Uneinheitlich gesalzen: Pommes Frites

Bei der Würzung der Gerichte hatte man jedoch das Gefühl, die Party-Atmosphäre im Saal hätte sich als nervöse Hektik in der Küche niedergeschlagen. Vor allem das Salzen der Gerichte war etwas unorthodox. Die erste Version der „Caldo Verde“ musste zurück gehen, weil die Suppenbrühe keinerlei Gewürz aufwies – die zweite war dann ausgezeichnet. Die oberste Schicht der Pommes, die als Beilage zur Fancesinha gereicht wurden, waren versalzen, während die unteren überhaupt keines gesehen hatten. Und die Quetschkartoffeln, die den Bacalhau begleiteten, waren ziemlich laff, aber da konnten etwas Allioli und die überschüssige Francesinha-Sauce, die Torsten bereitwillig zu Verfügung stellte, Abhilfe schaffen.

Doch den positiven Gesamteindruck konnte das alles nicht schmälern.

Portugal in Stiepel
Casa Nonina, 3.3.2026



Knabbereien vorweg
Oliven und Dicke Bohnen




Caldo Verde
Grüne Suppe mit Kartoffeln, Stielgemüse und Chorizo 7,40 Euro 
Die Suppe aus einer portugiesischen Grünkohl-Varietät ist eine Spezialität aus Nordportugal und erinnert an den norddeutschen Grünkohl mit Pinkel oder Mettwurst. Hier scheint wohl Stielmus verwendet worden zu sein. Als Einlage dient jedoch Chorizo, oder portugiesisch Chouriço, ein scharfe Paprikawurst. Gut abgeschmeckt, war die Suppe ein gelungener Einstieg.



Entradas
Verschiedene Vorspeisen: Pastéis de Bacalhau (Stockfisch Bällchen), Linguica Caseira (Wurst undSchinken), Chourico Assado (Flambierte Wurst), Rissois de Carne (Fleischtaschen), Paprikasalat 22 Euro




Francesinha
Argentinisches Roastbeef, ca. 150g mit Kochschinken, portugiesischer Wurst und Käse überzogen, Brotscheibe, Kochschinken, dazu hausgemachte Pommes Frites. Auf Wunsch mit Spiegelei. 23,50 Euro
Die Francesinha ist ein typisches Streetfood-Gericht aus Porto. Ein wenig erinnert es an einen Hamburger. Im Original werden Schinken und Hackfleisch im Brot dick mit Käse überbacken. Wer großen Hunger hat, bekommt noch ein Spiegelei obendrauf. Im Casa Nonina wird die ganze Sache verfeinert, indem statt des Hackfleisches ein ganzes Stück Roastbeef verwendet wird. Das war wunderbar zart, an Käse wurde nicht gespart, und dazu kam noch eine süßsaure Weißweinsauce, in die man sich hineinlegen wollte. Soulfood im wahrsten Sinne des Wortes. Dazu gab es noch ein Körbchen Pommes Frites.



Cataplana 
mit verschiedenen Fischsorten, Schalentiere, Gemüse und Kartoffeln 27,50 Euro

Cataplana bezeichnet eigentlich den Kupfertopf, in dem die verschiedenen Meersfrüchte, Gemüse und Kartoffeln gedämpft werden. Das war hier hervorragend gelungen. Der Tintenfisch war butterzart, der Lachs saftig, die Muscheln aromatisch. Und alles effektvoll serviert – ein gelungenes Stück Erlebnisgastronomie.




Bacalhau Assado na Brasa
Gegrillter Stockfisch mit Quetschkartoffeln 28,50 Euro

Zugegeben, was Bacalhau angeht, so bin ich in meiner Erinnerung ziemlich verwöhnt. Meine Vorliebe für Stockfischzubereitungen stammen nämlich nicht aus Portugal, sondern aus dem portugiesischen Restaurant „Pereira“ in Mülheim, das es leider nicht mehr gibt (klick hier und hier). Dort wässerte José António Pereira nämlich den Stockfisch unendlich lange und bereitete ihn so fein zu, dass die Konsistenz fast wie frischer Fisch war und die Salznote wie ein leichtes Aroma im Hintergrund wirkte. Die Zubereitung im Casa Nonina erinnerte mich eher an meine ersten eigenen Versuche, Bacalhau zu machen (klick hier). Verstärkt durch's Grillen, wirkten die Festigkeit und Salzigkeit des Fischfleisches umso wuchtiger, weil es sich um eine riesige Portion handelte, die sich unter dem Paprikasalat, der eine schöne authentische Bitternote besaß, verbarg. Die Quetschkartoffeln kamen aromatisch dagegen kaum an.



Pasteis de Nata 5,50 Euro

Diese Törtchen sind ein Klassiker aus Lissabon. Eigentlich mit einer Vanille-Creme gefüllt, überwiegt hier die Bestreung mit Zimt. Auch lecker.

Casa Nonina. Kemnader Straße 322, 44797 Bochum. Tel. 0 23 25. 94 45 20. Mo-Sa 17-22 Uhr. www.casanonina.de
Das Casa Nonina hat auch eine umfangreiche Karte mit Wildgerichten.