Der Text erschien erstmals in "Dortmund geht aus 2013".
Heute (2024) ist Attila Karpati Küchenchef.
Das sage mal einer, Fußballer haben keinen Geschmack. Nobel sieht er aus, der Lennhof, dieses historische Anwesen mit dem prächtigen Fachwerkhaus, das seit über 25 Jahren Mannschaftshotel des BVB ist. Entsprechend sind die stilvollen Zimmer eingerichtet. In jedem der extravaganten Hotelzimmer hängt über dem Bett das großformatige eines Fußballers. Wenn man da nicht bestens von Pokal und Meisterschaft träumen kann.
So modern der Lennhof innen auch ausgebaut ist, erstmals erwähnt wurde er im Jahr 1368. Seit Juli 2012 ist Oliver Schwanke vom „Dimberger“ auch hier Geschäftsführer, doch in der Küche hat es keine Veränderung gegeben. Nach wie vor steht hier Matthias Biermacher als Küchenchef in der Verantwortung. Immerhin ist unter seiner Küchenleitung das Haus zu einer der ersten Adressen in Dortmund geworden, denn seine leichte Frischeküche, die traditionelle Gerichte gern neu interpretiert, schmeckt auch Nicht-Fußballern. Wie andere ambitionierte Restaurants in Dortmund auch, bezieht der Lennhof seine Zutaten gern von regionalen Produzenten. Das Wild kommt von befreundeten Jägern, die im Sauerland ihr Revier haben.
Neben À-la-carte-Gerichten wie „Baumüllers Stremellachs auf Gurken-Zwiebellinguine und knusprigem Süßkartoffelstroh“ (13,50 Euro) oder „Gebratener Hirschrücken mit Holunderblütenjus, Mandelbällchen und Möhrenmosaik (26,50 Euro) bietet das Gourmetmenü, das man sich aus sechs verschiedenen Gerichten zusammenstellen kann, einen schönen Überblick über die Leistung der Küche. Ich wählte die Vier-Gang-Version für 48 Euro (3 Gänge 39, 5 Gänge 57, 6 Gänge 65 Euro) und zwei Weine aus der empfohlenen Weinbegleitung für 5 Euro pro Glas. Prächtig angerichtete Teller wurden mir serviert, doch war ich etwas überrascht, wie unterschiedlich kräftig gewürzt war. Schien man mit dem einen Gericht einen zarten Kleinkindergaumen betören zu wollen, wirkte anderes wie der Bestandteil einer kulinarischen Mutprobe während einer Klassenfahrt von Oberschülern.
Auf einen exotischen „Sommersalat im Vanillearoma mit Spargeltempura und Passionsfruchtcreme“ folgte der Gang des Menüs, der sich im Nachhinein als mein Favorit herausstellte: ein „Mediterraner Fischeintopf“, der nicht nur die auf der Karte ausgewiesene gebratene Jacobsmuschel als Einlage hatte, sondern auch noch Stücke von Meerbarbe, Dorade, Heilbutt und Garnelen. Dazu gab es noch hübsche Gemüsekügelchen und ein schönes Safranaroma, und so war die Fischsuppe eine leichte, elegante Variante der südfranzösischen Bouillabaisse. Die Weinempfehlung dazu war ein einfacher Entre-deux-Mers, ein weißer Bordeaux vom Chateau Martinon aus dem Jahr 2011.
Nach so viel Fisch als Vorspeise verzichtete ich darauf als Hauptgang, sondern bevorzugte das „Kalbsfilet unter der Pilz-Käsehaube mit Kräuterpüree und Pfifferling-Bohnenragout“. Ein wenig mächtig war das Stück Fleisch schon. Was ein durchtrainierter Fußballer als Tellergericht mühelos hätte wegstecken können, war im Rahmen des Menüs für eine unsportliche Couch-Potatoe wie mich fast schon zu viel. Der dazu empfohlene Rotwein ließ es jedoch gut rutschen. Es war ein animierender 2010 Mighty Murray Red, eine professionell gemachte, fehlerlose australische Cuvée aus Shiraz, Cabernet Sauvignon u.a.
Als Dessert probierte ich den in „Portwein marinierten Manchego mit schwarzen Walnüssen und sautiertem Rucola“, ein sehr pikanter Käse-Klassiker des Lennhof, der immer wieder auf der Speisekarte steht. Nicht übel.
Heute (2024) ist Attila Karpati Küchenchef.
Das sage mal einer, Fußballer haben keinen Geschmack. Nobel sieht er aus, der Lennhof, dieses historische Anwesen mit dem prächtigen Fachwerkhaus, das seit über 25 Jahren Mannschaftshotel des BVB ist. Entsprechend sind die stilvollen Zimmer eingerichtet. In jedem der extravaganten Hotelzimmer hängt über dem Bett das großformatige eines Fußballers. Wenn man da nicht bestens von Pokal und Meisterschaft träumen kann.
So modern der Lennhof innen auch ausgebaut ist, erstmals erwähnt wurde er im Jahr 1368. Seit Juli 2012 ist Oliver Schwanke vom „Dimberger“ auch hier Geschäftsführer, doch in der Küche hat es keine Veränderung gegeben. Nach wie vor steht hier Matthias Biermacher als Küchenchef in der Verantwortung. Immerhin ist unter seiner Küchenleitung das Haus zu einer der ersten Adressen in Dortmund geworden, denn seine leichte Frischeküche, die traditionelle Gerichte gern neu interpretiert, schmeckt auch Nicht-Fußballern. Wie andere ambitionierte Restaurants in Dortmund auch, bezieht der Lennhof seine Zutaten gern von regionalen Produzenten. Das Wild kommt von befreundeten Jägern, die im Sauerland ihr Revier haben.
Neben À-la-carte-Gerichten wie „Baumüllers Stremellachs auf Gurken-Zwiebellinguine und knusprigem Süßkartoffelstroh“ (13,50 Euro) oder „Gebratener Hirschrücken mit Holunderblütenjus, Mandelbällchen und Möhrenmosaik (26,50 Euro) bietet das Gourmetmenü, das man sich aus sechs verschiedenen Gerichten zusammenstellen kann, einen schönen Überblick über die Leistung der Küche. Ich wählte die Vier-Gang-Version für 48 Euro (3 Gänge 39, 5 Gänge 57, 6 Gänge 65 Euro) und zwei Weine aus der empfohlenen Weinbegleitung für 5 Euro pro Glas. Prächtig angerichtete Teller wurden mir serviert, doch war ich etwas überrascht, wie unterschiedlich kräftig gewürzt war. Schien man mit dem einen Gericht einen zarten Kleinkindergaumen betören zu wollen, wirkte anderes wie der Bestandteil einer kulinarischen Mutprobe während einer Klassenfahrt von Oberschülern.
Auf einen exotischen „Sommersalat im Vanillearoma mit Spargeltempura und Passionsfruchtcreme“ folgte der Gang des Menüs, der sich im Nachhinein als mein Favorit herausstellte: ein „Mediterraner Fischeintopf“, der nicht nur die auf der Karte ausgewiesene gebratene Jacobsmuschel als Einlage hatte, sondern auch noch Stücke von Meerbarbe, Dorade, Heilbutt und Garnelen. Dazu gab es noch hübsche Gemüsekügelchen und ein schönes Safranaroma, und so war die Fischsuppe eine leichte, elegante Variante der südfranzösischen Bouillabaisse. Die Weinempfehlung dazu war ein einfacher Entre-deux-Mers, ein weißer Bordeaux vom Chateau Martinon aus dem Jahr 2011.
Nach so viel Fisch als Vorspeise verzichtete ich darauf als Hauptgang, sondern bevorzugte das „Kalbsfilet unter der Pilz-Käsehaube mit Kräuterpüree und Pfifferling-Bohnenragout“. Ein wenig mächtig war das Stück Fleisch schon. Was ein durchtrainierter Fußballer als Tellergericht mühelos hätte wegstecken können, war im Rahmen des Menüs für eine unsportliche Couch-Potatoe wie mich fast schon zu viel. Der dazu empfohlene Rotwein ließ es jedoch gut rutschen. Es war ein animierender 2010 Mighty Murray Red, eine professionell gemachte, fehlerlose australische Cuvée aus Shiraz, Cabernet Sauvignon u.a.
Als Dessert probierte ich den in „Portwein marinierten Manchego mit schwarzen Walnüssen und sautiertem Rucola“, ein sehr pikanter Käse-Klassiker des Lennhof, der immer wieder auf der Speisekarte steht. Nicht übel.
-kopf
44227 Dortmund, Menglinghauser Straße 20
Fon 0231. 75 81 90
Mo, Di, Do, Fr, Sa 18-22 Uhr, So 17-21 Uhr: Mi geschlossen
https://www.der-lennhof.de/
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